Borgfelder Golfschmiedin Maike Eisenhauer und die edlen Metalle

Beim Frühlingsmarkt „Finden“ am 11. und 12. Mai in der Unteren Rathaushalle zeigt die Borgfelder Gold- und Silberschmiedemeisterin Maike Eisenhauer, was sie kann.
10.05.2019, 11:46
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Matthias Holthaus

Borgfeld. Filigrane Falter, verspielte Ringe oder auch Ringe zum Spielen: Die einfallsreichen Arbeiten der Goldschmiedin Maike Eisenhauer aus Borgfeld schmücken nicht nur die Menschen, die sie tragen, sondern bald auch einen Stand im Bremer Rathaus: Beim Frühlingsmarkt „Finden“ an diesem Wochenende, 11. und 12. Mai, in der Unteren Rathaushalle und auf dem Marktplatz zeigen Maike Eisenhauer und 49 weitere Ausstellerinnen und Aussteller der Angewandten Kunst ihre Werke, die nicht nur schön aussehen, sondern auch noch nutz- und tragbar sind.

„Mir ist die Oberfläche und die Haptik wichtig. Man muss das Stück gerne anfassen wollen“, sagt die Gold- und Silberschmiedemeisterin, die ihr Handwerk in Itzehoe gelernt hat. Danach ist sie wieder nach Bremen gekommen und hat bei Erich Hergert im Schnoor gewirkt. Im Jahr 2000 hat sie dann ihre Meisterprüfung abgelegt.

Zuvor hatten sich noch ein Studium in der Zeichenakademie in Hanau und ein Stipendium in London ergeben: „Dort habe ich Metallgestaltung und Silberschmieden studiert. Danach bin ich dann wieder zum Schmuck zurückgekehrt“, erzählt Eisenhauer, „wobei ich aber auch gerne an Stücken arbeite, die nichts mit Schmuck zu tun haben.“

Das stimmt – und stimmt doch nicht so ganz, wenn man sich die Arbeiten Maike Eisenhauers anschaut: Die feinen Salzfässchen etwa, die auf einem Holzbrettchen stehen und deren grazil gestalteten Griffe bis in ein kleines Loch im Holz reichen, das wiederum mit Silber eingefasst ist. Daneben dann kleine Löffelchen, die entweder neben dem Fässchen stehen oder aber in einem kleinen Bogen über das Salzbehältnis reichen. Das alles in matt glänzendem Silber und leuchtendem Gold: „Früher war Salz ganz teuer, heute streuen wir es uns mit Plastikstreuern aufs Brot. Das ist so eine Idee, die Wertigkeit des Salzes zu zeigen“, erklärt sie ihre Intention. „Das ist aber nichts Nostalgisches, sondern es geht eher darum, den Blick auf etwas anderes zu lenken.“

Bei den eingangs beschriebenen Insekten zeigt sich diese Intention ebenso. „Sie sollen zum Denken anregen.“ Und das tun sie auch: Aufgespießt wie aus musealen Sammlungen, zieren sie kleinere und größere Schaukästen. Bei näherem Hinsehen stellt der Betrachter jedoch fest, dass diese täuschend echt wirkenden Tiere alles andere als echt sind: Die Flügel bestehen aus Feinsilber, aus Kupfer oder Messing, die Körper aus verschiedenen pflanzlichen Materialien. „Wenn man erst einmal sieht, dass sie nicht echt sind, stellt man fest, dass man die Welt auch ganz anders sehen kann.“ Ohrringe, Ketten, Armreife – das Repertoire umfasst das ganze Spektrum an Schmuck, welches auch einfallsreiche Fingerringe aus Gold und Silber umfasst: Spielerisch kleiden sie den Finger und laden darüber hinaus auch zum Spielen ein – denn der Ring besteht eigentlich aus fünf Ringen, die ineinander verwoben sind und beständig neue Erscheinungen suggerieren. „Ich mache gerne etwas, womit man herumspielen kann. Einfache Sachen, die leben“, erzählt Maike Eisenhauer.

„Man probiert sich viel aus, man muss erst einmal viel machen, um zu sehen, was einem liegt.“ Seit längerer Zeit schon beschäftigt sie sich auch mit Materialien jenseits von Metall: „Ich habe versucht, eine Lampe aus Insekten und Porzellan zu machen“, sagt Maike Eisenhauer. „Ich habe dafür ein Langzeitpraktikum bei der Keramikerin Frauke Alber gemacht.“ Bisher habe es aber noch nicht geklappt. „Ich habe aber viel gelernt. Vielleicht finde ich ja noch einen Weg, diese Idee umzusetzen.“

Es ist wohl diese intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit und dem eigenen Anspruch, was die einfallsreichen Schmuckgegenstände und Kunstobjekte Maike Eisenhauers ausmacht. Es verwundert daher nicht, dass sie selbst bei der Zusammensetzung des Metalls nichts dem Zufall überlässt: „Ich legiere mein Gold selbst, es kommt Gold, Silber und Kupfer dort hinein. Ich arbeite hauptsächlich mit 750er- und 900er-Gold.“

Schon immer habe sich Maike Eisenhauer gerne mit Schmuck beschäftigt, wobei die Goldschmiedin zunächst einen Beruf erlernt hat, der sich eher mit vergänglicher Schönheit beschäftigt: „Ich habe zu Anfang der 1980er-Jahre eine Ausbildung zur Floristin absolviert.“ Und das passt: Zeigt sich der Wuchs der Pflanzen ebenfalls oftmals wild, verschlungen und wenig geradlinig. Dazu Maike Eisenhauer: „Das Perfekte und Gleichförmige interessiert mich nicht so.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+