Fußball-Regionalliga B-Junioren

SC Borgfeld erlebt Fußball brutal

Wie bitter: Die B-Junioren des SC Borgfeld lieferten gegen Primus Holstein Kiel ein so starkes Spiel, versäumten aber gleich mehrfach die Führung und fingen sich kurz vor Schluss das Gegentor zum 0:1-Endstand.
23.02.2020, 20:39
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SC Borgfeld erlebt Fußball brutal
Von Dennis Schott
SC Borgfeld erlebt Fußball brutal
Dennis Schott

Borgfeld. Da standen sie nun, die B-Junioren des SC Borgfeld. Völlig durchnässt, völlig enttäuscht. Die Regionalliga-Kicker hatten doch so ein gutes Spiel gegen den Tabellenführer Holstein Kiel gezeigt – und doch verloren. Auf grausame Art und Weise. Vier Minuten vor Ultimo köpfte Kiels Rodrigo Gancalves Teixeira nach einer Ecke zum 1:0 (0:0)-Endstand ein. Die Borgfelder hatten damit ein Spiel aus der Hand gegeben, das sie eigentlich hätten gewinnen müssen. Zur Erinnerung: Es spielte ein abstiegsbedrohtes Team gegen eines, das zuvor erst zwei Unentschieden hinnehmen musste.

Es passte zu dieser unglaublichen Geschichte des SC Borgfeld, dass er selbst nach dem entscheidenden Gegentor noch den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Eine flache Hereingabe lenkte Cameron-Brooklyn Spieß mit der Fußspitze an Kiels Pfosten, von wo aus der Ball zu Jesper Schierholz prallte, der das Leder aus 16 Meter aber deutlich über das Tor drosch. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Tobias Babel die Partie ab. „Viel besser kannst du nicht spielen“, kam Borgfeld-Coach Yimin Ehlers nach der Partie zu keinem anderen Schluss. Die Schulterklopfer, die er für den Auftritt seines Teams erhielt, konnte er nur mit einem gequälten Lächeln erwidern.

Während der vorangegangenen 80 Minuten hatte das noch ganz anders ausgesehen. Immer wieder klatschte er seinem Team Beifall, gefolgt von einem „Klasse Männer“, wenn seine Mannen ihre Gegenspieler erfolgreich abliefen, die Passwege zustellten oder selbst ein ums andere Mal gefährliche Nadelstiche in der Offensive setzten. „Wir waren heute endlich mal laut auf dem Platz, hatten die Mentalität, die man braucht, um so ein Spiel für sich zu entscheiden“, freute sich Yimin Ehlers über die bessere Körpersprache.

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Eine, die den Kielern merklich zusetzte. In der ersten Halbzeit fanden die Gäste überhaupt nicht zu ihrem Spiel. Die Borgfelder hatten nur eine einzige Schrecksekunde zu überstehen, als der Kieler Ben Luca Nohns per Kopfball SCB-Keeper Elias Ammon zu einer Glanzparade zwang. Allerdings hätte sich der Borgfelder Schlussmann in dieser Situation nicht auszeichnen müssen, stand Nohns doch im Abseits (8.).

Aber sonst? Diktierte der SC Borgfeld das Geschehen. Der Regionalligist wartete gleich im Anschluss mit einer Doppelchance auf, als Yannick Altenburg aus 20 Metern abzog, der ansonsten starke Holstein-Keeper Jarmaine Ozuzu das Leder nur abklatschen konnte und so Noel Dähne die Nachschuss-Chance gab, die der Borgfelder aber nicht nutzen konnte (12.). Kurz darauf brach der auffällige Leandro Almeida Vieira einmal mehr durch, passte auf Felix Deou Bauhus, der nach einem Laufduell den Ball beim Abschluss aber nicht richtig traf (18.). Die nächste Borgfelder Möglichkeit besaß schließlich Ibrahim Altunok mit einem Schuss im Anschluss an eine flach ausgeführte Ecke. Als ob dies nicht schon genug gewesen wäre, verzeichnete Felix Deou Bauhus die größte Chance, als er, alleine auf das gegnerische Tor zulaufend, am Fuß des Kieler Torwarts scheiterte.

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Diejenigen, die nun mit einem konditionellen Einbruch der Borgfelder gerechnet hatten, sahen sich getäuscht. Die Gastgeber spulten annähernd das gleiche Pensum wie im ersten Abschnitt ab, hatten aber nicht mehr den Zugriff wie noch zuvor. Gleichwohl waren sie mehr als auf Augenhöhe mit dem Ligaprimus, und auch nach dem Wiederanpfiff hatten sie ihre Möglichkeiten. So zum Beispiel, als Ibrahim Altunok auf den eingewechselten Bowen Wang durchsteckte, der zwar noch vor dem herauseilenden Holstein-Keeper an den Ball kam, diesen aber neben das Tor spitzelte. Kurz darauf rauschte Cameron-Brookly Spieß knapp an eine Kopfballablage von Felix Deou Bauhus vorbei.

Erst zum Ende der Partie tauchte der Favorit vermehrt vor dem Borgfelder Tor auf. Erst scheiterte Sadjad Rezai aus spitzem Winkel an SCB-Schlussmann Ammon (68.), dann rauschte der Schuss von Youri von der Mehden nur Zentimeter über das SCB-Gehäuse (72.), ehe Rodrigo Gancalves Teixeira doch noch zum schmeichelhaften und späten Sieg traf. „Wir können stolz auf uns sein, aber das tröstet uns im Moment einfach nicht“, meinte Trainer Yimin Ehlers hinterher.

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