Fußball-Bremen-Liga

SC Borgfeld ohne Mut und Tempo

In einem niveuarmen Spiel musste sich der SC Borgfeld beim TuS Schwachhausen geschlagen. Trotz eines starken SCB-Torwarts Rode verlor der Bremen-Ligist mit 0:1.
25.11.2019, 11:03
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Von Christian Markwort
SC Borgfeld ohne Mut und Tempo

Zeichnete sich durch viele Paraden aus, konnte das 0:1 aber nicht verhindern: Borgfelds Torwart Tom Petter Rode.

Tobias Dohr

Borgfeld. Knapp 70 Minuten hielten die Fußballer des SC Borgfeld im Auswärtsspiel in der Bremen-Liga beim TuS Schwachhausen einen Punkt in den Händen – doch dann erlöste Christian Schwarz die Hausherren mit seinem späten Treffer zum 1:0 (0:0)-Endstand und festigte somit den zweiten Tabellenplatz. „So richtig freuen kann ich mich eigentlich nicht“, gestand TuS-Coach Benjamin Eta nach dem erlösenden Schlusspfiff ohne Umschweife ein, „dafür haben wir einfach viel zu viele Chancen fast schon fahrlässig vergeben.“

Zum Auftakt der Rückrunde boten beide Mannschaften eher Magerkost, die Hausherren dominierten zwar über weite Strecken das Spiel, doch unterliefen ihnen entweder unerklärliche Fehler im Spielaufbau oder sie vergaben ihre Chancen schlicht kläglich. Die Gäste versuchten aus einer kompakten Defensive heraus, mit gezielten Nadelstichen vor das Gehäuse von TuS-Keeper Lars Richter zu gelangen – scheiterten allerdings wiederholt an eigenen Unzulänglichkeiten im Zusammenspiel. „Das war ein ganz schlechtes Spiel von uns“, ärgerte sich Borgfelds Trainer Ugur Biricik, „uns fehlten heute in vielen Situationen Mut und Tempo im Spiel nach vorn.“

Auf der Gegenseite avancierte SC-Torhüter Tom Petter Rode zum Spieler des Tages, gleich dreimal rettete das Nachwuchs-Talent allein in der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs gegen den jeweils vollkommen freistehenden TuS-Torjäger Kinika Herman Mulweme (20., 30., 43.). „Eine davon muss er machen“, zeigte sich auch Benjamin Eta überrascht vom ungewöhnlich harmlosen Auftritt seines eigentlichen Torgaranten.

Während der Tabellenzweite klar Herr im eigenen Haus war, fehlte den spielerisch überlegenen Gastgebern entweder die Präzision im Passspiel oder schlicht die Nerven im Abschluss. Im ersten Durchgang schnürten sie die Gäste in deren Hälfte ein, mit aggressivem Pressing bereits am Borgfelder Strafraum eroberten sie zwar auch regelmäßig den Ball, belohnten sich allerdings nicht für den immensen Aufwand. „Unsere Laufbereitschaft war in der ersten Halbzeit eine Katastrophe“, resümierte Ugur Biricik verärgert, „in den zweiten 45 Minuten war es zwar etwas besser, aber letztlich haben wir verdient verloren.“

Erst in der 35. Minute gelangte der Ball im TuS-Strafraum erstmals überhaupt zu SC-Stürmer Kasim Uslu – der auch ins Tor der Gastgeber traf, der Treffer vom umsichtig leitenden Referee Julian Karker aber wegen einer klaren Abseitsstellung zu Recht keine Anerkennung fand. Bis zur Pause überboten sich schließlich beide Mannschaften beim Spielen von unnötigen Fehlpässen, was beide Trainer förmlich zur Weißglut trieb. „Wir haben uns das Leben selbst schwergemacht“, bilanzierte Benjamin Eta, „weil wir es nur selten geschafft haben, Borgfelds Fehler auszunutzen und den Ball in die gefährliche Zone zu spielen.“

Mit Wiederbeginn knüpfte Schwachhausen nahtlos an sein Spiel aus Durchgang eins an, allerdings scheiterten Mulweme (55.), Christian Schwarz (60.) oder Joshua Marx (65.) entweder am eigenen Unvermögen oder am glänzend reagierenden SC-Keeper. Tom Petter Rode war dann allerdings ebenfalls machtlos, als der Ball nach einem gelungenen Spielzug der Gastgeber schließlich im Strafraum der Gäste landete und Christian Schwarz im vierten (!) Nachschuss die Kugel mit aller Gewalt zur ebenso erlösenden wie verdienten Führung unter die Latte hämmerte (69.).

Borgfeld warf nun alles nach vorne, der zur Halbzeit eingewechselte Torjäger Christopher Taylor kam im TuS-Strafraum freistehend an den Ball und schoss aus der Drehung auf das Tor – doch auch Lars Richter hielt an diesem Tag stark und parierte den strammen Schuss aus kürzester Distanz letztlich mit einem glänzenden Reflex (80.). In der hektischen Schlussphase zeichneten ausgerechnet drei Ex-Borgfelder für die letzten Chancen der Gastgeber verantwortlich, Markus Wagner eroberte den Ball im Mittelfeld, Boris Vöge leitete ihn geschickt weiter und Enes Tiras verzog aus rund 20 Metern nur knapp (85.). Kurz zuvor hatte Benjamin Eta bereits seinen glücklosen Torjäger vom Platz genommen, Ersatzmann Muhammed Kaya vergab kurz vor dem Schlusspfiff die letzte Gelegenheit zum 2:0, doch sein Schuss verfehlte das Borgfelder Tor nur um wenige Zentimeter (89.). „Es war ein Arbeitssieg“, zeigte sich Benjamin Eta zufrieden mit dem Ergebnis, während sich sein Gegenüber Ugur Biricik über den viel zu zaghaften Auftritt seiner Spieler ärgerte. „Heute wäre mit etwas mehr Mut ein Punkt drin gewesen“, meinte er nach dem Abpfiff sichtlich enttäuscht.

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