Fußball-Bremen-Liga

SCB-Coach Lutz Repschläger: „Ich bin positiv bekloppt“

Zum Start in die Rückrunde bei der SG Aumund-Vegesack (Sonnabend, 22. Februar, 14.30 Uhr) erwartet Borgfelds Neu-Trainer Lutz Repschläger ein intensives und kampfbetontes Spiel.
21.02.2020, 15:29
Lesedauer: 4 Min
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Von Christian Markwort
SCB-Coach Lutz Repschläger: „Ich bin positiv bekloppt“

Von seinen Spielern (hier Kasim Uslu, am Ball) erwartet Trainer Repschläger Verlässlichkeit, Disziplin und soziale Kompetenz.

Tobias Dohr
Herr Repschläger, wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung auf den Rückrundenstart in der Bremen-Liga?

Lutz Repschläger: Im Großen und Ganzen ziehen die Jungs gut mit, allerdings haben wir noch eine Menge aufzuarbeiten. Was genau, werde ich hier aber nicht verraten (lacht).

Welche konkreten Erkenntnisse haben Sie aus der Vorbereitung gezogen?

Wir haben besonders im taktischen und im konditionellen Bereich noch viel Arbeit vor uns, und es wird auch noch seine Zeit brauchen, bis alle Spieler die nötigen Automatismen verinnerlicht haben. Ich kann nicht einfach auf einen Knopf drücken und erwarten, dass sofort alles gut und richtig läuft. Das braucht Zeit, aber wir werden alles daran setzen, so schnell wie möglich zu einer homogenen Einheit zu werden.

Seit Jahresbeginn sind Sie für die erste Mannschaft verantwortlich – was für Ziele haben Sie?

Ich bin sehr ehrgeizig und will natürlich immer jedes Spiel gewinnen. Zunächst ist für uns aber wichtig, den Abstand nach unten zu vergrößern, um den Blick im weiteren Verlauf nach oben richten zu können. Für mich steht neben dem sportlichen Erfolg aber auch die Entwicklung jedes einzelnen Spielers im Fokus.

Worauf legen Sie dabei Wert, und auf welche Spieler setzen Sie in erster Linie?

Ich setze auf alle Spieler. Jeder soll in der Lage sein, der Mannschaft zu helfen. Erster Kapitän ist David Lange, der ab sofort auch zum erweiterten Trainerstab gehört. Die Spieler sollen Spaß haben und mit Freude zum Training oder zu den Spielen kommen. Daneben ist mir Verlässlichkeit, Disziplin und soziale Kompetenz wichtig, nur so kann man einen Mannschaftssport erfolgreich betreiben. Jeder Einzelne muss seine persönlichen Befindlichkeiten im Sinne der Mannschaft zurückstellen, sonst kommt keine Harmonie in das Gesamtgebilde.

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Was für eine Art Trainer ist Lutz Repschläger?

In erster Linie lebe ich den Spielern meine Werte vor, außerdem bin ich sehr akribisch und lege großen Wert auf die kleinen Details. Ich beschäftige mich jeden Tag mehrere Stunden mit dem Fußball und komme bestimmt auf 25 bis 30 Stunden pro Woche, in denen sich bei mir alles darum dreht. Ich bin positiv bekloppt, so würde ich mich selber charakterisieren. Außerdem bin ich dem Verein sehr dankbar für diese Chance und möchte das Vertrauen mit Erfolg zurückzahlen.

Wie sehr waren Sie überrascht vom Rücktritt Ihres Vorgängers, und wie stehen Sie zu der Entscheidung des Vorstands, Ugur Biricik bereits in der Winterpause durch Sie zu ersetzen?

Der Zeitpunkt seiner Ankündigung hat mich schon überrascht, über die Entscheidung des Vorstands, mich als seinen Nachfolger zu installieren, habe ich mich gefreut, weil es immer mein Ziel war, in der Bremen-Liga zu arbeiten. Bei der Übergabe konnte mir „Usch“ (Spitzname Biriciks; Anm. d. Red.) viele wertvolle Informationen mit auf den Weg geben.

Worin unterscheiden Sie sich von Ihrem Vorgänger?

Ich tue mich immer schwer mit solchen Vergleichen. Ich möchte aber betonen, dass „Usch“ eine intakte Mannschaft hinterlassen hat. Jeder hat seine eigene Philosophie von Fußball, meine ist eben eine etwas andere. Ich betrachte mich als ganzheitlichen Trainer, der alle Spieler ins Boot holen will und jeden Einzelnen nach seiner individuellen Klasse immer ein Stück besser machen möchte. Jedes Team ist nur so gut, wie das schwächste Glied in der Kette, und mir liegt sehr viel daran, alle Spieler nach Möglichkeit auf dasselbe Level zu heben.

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Wie machen Sie das, worauf kommt es dabei an?

Zunächst einmal erwarte ich von jedem Spieler die Einstellung und den Ehrgeiz, sich ständig verbessern zu wollen. Darauf bauen meine Co-Trainer und ich auf, und am Ende sollte ein Team entstehen, in dem jeder für den anderen kämpft. Wir haben in Borgfeld exzellente Rahmenbedingungen und zählen meiner Ansicht nach gemeinsam mit Werder, Blumenthal, Arsten und Union 60 zu den Vereinen, die von der Jugend bis in den Herrenbereich am besten aufgestellt sind. Das ist ein gewaltiges Pfund, mit dem wir wuchern können – solange alle in eine Richtung denken und wir uns als intaktes Team präsentieren.

An welchen Stellschrauben müssen Sie dafür noch drehen, was ist mit Blick auf den Rückrundenstart das Wichtigste?

Allzu viel möchte ich auch hier natürlich nicht verraten, ich habe meine Idee vom Fußball und die werde ich den Spielern so schnell wie möglich zu vermitteln versuchen. Jeder Spieler braucht laut einer DFB-Studie allerdings zwischen 2000 und 20 000 Wiederholungen, um eingefahrene Automatismen zu verändern (lacht). Ich bin jetzt seit 15 Jahren im Trainergeschäft und weiß, dass man vor allen Dingen Geduld braucht, um etwas zu verändern.

Das Gespräch führte Christian Markwort.

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Zur Person

Lutz Repschläger

ist Inhaber einer Sport-Event-Agentur. Der 49-Jährige übernahm im Januar die erste Mannschaft des SC Borgfeld, die er in der Bremen-Liga etablieren will.

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Zur Sache

Hoffnung auf positiven Lauf

Zum Start in die Rückrunde bei der SG Aumund-Vegesack (Sonnabend, 22. Februar, 14.30 Uhr) erwartet Lutz Repschläger ein intensives und kampfbetontes Spiel. „Die SAV ist defensiv sehr stark“, verdeutlicht der Neu-Trainer, „und wird genauso wie wir versuchen, gut aus den Startlöchern zu kommen.“ Seine Mannschaft müsse „hinten stabil stehen und vorne immer wieder Akzente setzen“, gibt Repschläger die Marschroute vor. Beide Mannschaften seien seiner Einschätzung nach „auf Augenhöhe, es kommt auf Kleinigkeiten an“, betont Repschläger. „Wir wollen einen positiven Lauf starten“, sagt Repschläger, „und wollen damit am besten schon gegen die SAV anfangen.“ Abgesehen von einigen Langzeitverletzten stehen dem neuen Borgfelder Trainer für dieses Unterfangen alle Spieler zur Verfügung.

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