Breitbandausbau in Borgfeld-Timmersloh Start für schnelles Internet in den Wümmewiesen

Der Breitbandausbau in Borgfeld Timmersloh beginnt mit einem symbolischen Spatenstich. Unter anderem mit dabei ist Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt. Ab Montag, 18. Mai sollen die echten Bauarbeiten beginnen.
15.05.2020, 18:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Petra Scheller

Borgfeld. Der Breitbandausbau in Borgfeld Timmersloh beginnt mit einem symbolischen Spatenstich. Am Freitagvormittag treffen sich Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) und Borgfelds Ortsamtsleiter Karl-Heinz Bramsiepe (CDU) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Energieversorgers SWB, Torsten Köhne, um gemeinsam zum Spaten zu greifen. Zwischen Verenmoor und Timmersloh, am Rande der Wümmewiesen, wird zunächst nur fürs Foto gebuddelt. Doch schon ab Montag, 18. Mai, sollen die echten Bauarbeiten beginnen.

Bis zum Frühjahr 2021 werden dann 230 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen sein, berichtet Senatorin Vogt am Rande der Spatenstich-Veranstaltung. Auf der digitalen Landkarte Bremens war der Ortsteil Timmersloh bislang ein weißer Fleck. Das solle sich nun ändern.

Für Vogt ist der Spatenstich in Timmersloh ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Digitalisierung im ländlichen Raum. Denn wirtschaftlich ist der Ausbau hier nicht, unterstreicht die Senatorin. „Dank der Mittel aus dem Bundesförderprogramm und unserem Eigenanteil von 50 Prozent, können wir hier in Borgfeld heute trotzdem den Startschuss für schnelles Internet geben“, sagt Vogt. „Wie wichtig die Digitalisierung ist, zeigt sich gerade in diesen Zeiten, in denen viele im Homeoffice arbeiten müssen“, so die Wirtschaftssenatorin weiter.

„Online sein ist Normalität.“ Das sagt Torsten Köhne, Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers SWB, zum Veranstaltungsauftakt. „Schnelle Internetanschlüsse, die einen hohen Datendurchsatz ermöglichen, sind daher sehr gefragt.“ 1000 Megabit pro Sekunde sollen den Timmerslohern im kommenden Jahr zur Verfügung gestellt werden. Das sei das schnellste, was Bremen monentan zu bieten habe. Die Glasfaserkabel reichten dabei bis ans Haus.„Bei der Ausschreibung sah das Förderverfahren zunächst nur 30 Megabit pro Sekunde vor“, erinnert sich der Sprecher der Wirtschaftsbehörde, Kai Stührenberg, an die Anfänge des Verfahrens. „Wir haben nicht überall ein Gigabit“, so Stührenberg „sondern in anderen Regionen deutlich weniger. In Timmersloh haben wir damit das schnellste Internet, was zurzeit möglich ist.“ Der Ortsteil sei damit ganz vorne in der Versorgung.

Aufwertung für den Standort

„Wie enorm wichtig schnelles Internet ist, erleben wir alle gerade durch die Corona-Pandemie“, erklärt Borgfelds Ortsamtsleiter Karl-Heinz Bramsiepe nach der Veranstaltung. Timmersloh sei bislang völlig abgehängt gewesen. „Wir mussten die Post für unsere Timmersloher Beiratsmitglieder quasi persönlich vorbeibringen“, sagt Bramsiepe scherzend. Tatsächlich sei bislang eine Videokonferenz des Borgfelder Beirates aufgrund der fehlenden Netzkapazitäten in Corona-Zeiten nicht möglich gewesen, berichtet Bramsiepe weiter. Der Ausbau sei daher „eine enorme Standortaufwertung und macht uns zur Highspeed-Region“, so der Ortsbürgermeister.

Bürger warten seit Jahren

Zwei Jahre warten die Timmersloher inzwischen auf den Breitbandausbau. Bereits 2018 sollten die Haushalte hier eigentlich ans Breitbandnetz angeschlossen werden. So hatte es die bremische Behörde 2017 zugesichert. Dann kam es aufgrund reformierter Förderverfahren zu Verzögerungen. Anwohner gingen zwischenzeitlich auf die Barrikaden. Mit Erfolg, denn immerhin gehört der Ortsteil nun zum ersten großen Förderverfahren in Bremen, das demnächst abgeschlossen sein wird, bestätigt Senatorin Vogt.

Für die Timmersloher seien indes noch viele Fragen zum Breitbandausbau offen, berichtet Ortsbeirätin Helga Dwortzak. Viele Bürgerinnen und Bürger würden die komplizierten Verträge der Telekommunikationsanbieter nicht verstehen. Dwortzak hofft auf eine zeitnahe Einwohnerversammlung, bei der Anwohner noch ausstehende Fragen klären könnten. Aber die wird es laut SWB-Sprecherin Angela Dittmer nicht geben. Jeder Anwohner, der einen Hausanschlussantrag eingereicht hat, werde noch einmal telefonisch kontaktiert und beraten, heißt es. Noch bis zum 30. Juni könne der Anschluss eines Hauses im Fördergebiet an das Glasfasernetz kostenlos beantragt werden.

Für die Erschließung will das Ausbauunternehmen Wesernetz moderne Verlegetechniken nutzen. Hausanschlüsse erforderten keine großen Baumaßnahmen im Vorgarten. Alle Anwohner in Timmersloh erhalten kostenlose Beratungen zur Verlegung eines Hausanschlusses telefonisch unter 0421/ 359 38 84 oder per E-Mail an glasfaser@swb.de. Es gibt auch die Möglichkeit zur Video-Beratung.

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Zur Sache

Die Hälfte hat Gigabit-Zugang

In Deutschland wird bald mehr als die Hälfte aller Haushalte Anschluss ans sehr schnelle Internet haben. Bis Ende Juni würden laut Branchenverband VATM voraussichtlich rund 24 Millionen Haushalte über gigabitfähige Anschlüsse verfügen. Das entspricht rund 51 Prozent der Haushalte und rund 5,5 Millionen mehr Anschlüssen als Ende 2019. Ende 2019 waren der Untersuchung zufolge 18,4 Millionen Haushalte mit gigabit-fähigen Anschlüssen ausgestattet. Dass Haushalte Zugang zu Gigabit-Anschlüssen haben, bedeutet allerdings nicht, dass sie diese auch nutzen. Die Experten gehen davon aus, dass Mitte des Jahres etwa ein Viertel der gigabitfähigen Anschlüsse genutzt werden. Viele Kunden entscheiden sich trotz der verfügbaren Bandbreiten für günstigere Tarife mit geringeren Übertragungsraten.

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