Fußball-Bremen-Liga

Spektakulärer Auftakt für den SC Borgfeld

Zwischenzeitlich musste der SC Borgfeld trotz Führung befürchten, die Saisonpremiere gegen den OSC Bremerhaven zu verlieren. Der OSC hatte nach dem Ausgleich mächtig Druck gemacht und verlor trotzdem.
06.09.2020, 20:47
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Spektakulärer Auftakt für den SC Borgfeld
Von Dennis Schott

Borgfeld. Als die letzte Gefahr überstanden war und nur noch wenige Sekunden der Nachspielzeit zu absolvieren waren, da setzte Thorben Kässler, der Keeper des SC Borgfeld, seinen Abschlag nur noch weit nach vorne. Dort stand Kenstar Gehle allein auf ziemlich verlorenem Posten, doch brachte der Borgfelder Angreifer den gegnerischen Schlussmann Tjark Mertha so arg in Bedrängnis, dass er den Ball früher in die Hand nahm als erlaubt, nämlich knapp außerhalb des Strafraums. Somit besaß der SC Borgfeld im Auftaktspiel der Fußball-Bremen-Liga-Saison gegen den OSC Bremerhaven auf einmal selbst noch einmal die große Möglichkeit, den Sieg herbeizuführen. Und das, obwohl die Hausherren zuvor unter Dauerdruck gestanden hatten und trotz zweimaliger Führung drauf und dran waren, die Partie noch komplett aus der Hand zu geben. Also trat Dennis Jordan zur ultimativ letzten Aktion an – und traf per Freistoß zum viel umjubelten 4:3 (2:0)-Siegtreffer.

Es war in gewisser Weise ein Paradoxon, dass ausgerechnet der SC Borgfeld diese eine Freistoßchance nutzen konnte. Denn wenige Sekunden zuvor bot sich den Gästen aus der Seestadt eine identische Möglichkeit zum Siegtreffer, der nicht einmal unverdient gewesen wäre. Doch der Freistoß, den Nehat Shalaj aus 18 Metern über die Mauer hob, war letztlich zu harmlos, um SCB-Keeper Thorben Kässler zu überwinden. Der schaltete ziemlich schnell und setzte zum besagten letzten Abschlag an, der wiederum den Gastgebern noch einmal einen Freistoß bescherte.

Dass sich dem SC Borgfeld noch einmal eine Chance bieten würde, hatte sich wahrlich nicht abgezeichnet. Dafür waren die Hausherren vorher zu sehr in die eigene Defensive gedrängt worden. Bereits die 2:0-Führung zur Pause war eher schmeichelhaft gewesen, da die Gäste nicht unbedingt die um zwei schlechtere Mannschaft darstellten. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, letztlich erwiesen sich die Borgfelder schlichtweg als viel kaltschnäuziger. Als die Gäste zaghaft Oberhand zu gewinnen schienen und durch Justin Sauermilch (15./Kopfball nach Eckstoß) die erste gefährliche Möglichkeit besaßen, erzielte David Lange mit der ersten Borgfelder Möglichkeit prompt das 1:0. Der Kapitän profitierte dabei vom energischen Nachsetzen von Noah Meixner, der einem verlorenen Ball nachging, ihn eroberte und in die Mitte passte, wo Lange dem Leder die entscheidende Richtungsänderung gab (18.). Lange läutete damit drei ereignisreiche Minuten ein. Denn unmittelbar darauf ließ sich Marc-Patrick Hatke zu einem Foul im eigenen Strafraum hinreißen, das Schiedsrichter Dennis Eva mit dem Elfmeterpfiff bestrafte. Allerdings scheiterte Mehmet Ari am gut parierenden Thorben Kässler. Nur zwei Minuten später erzielte Kenstar Gehle das 2:0 nach einer Hereingabe von Kevin Brandes (21.). Brandes war es dann auch, der nach einem Freistoß auf 3:0 hätte erhöhen können, sein Kopfball strich nur knapp über die Querlatte (30.).

Ein 3:0 wäre dem Spielverlauf aber nicht gerecht geworden. Der OSC war nicht das schlechtere, aber das in zwei Situationen eben unachtsamere Team gewesen. Den Willen der Wiedergutmachung in der zweiten Halbzeit verriet allein die Körpersprache der Bremerhavener. Sie gaben klar den Ton an und wurden bei ihrem Vorhaben vom relativ raschen Anschlusstreffer von Marcel Wagner beflügelt. Die Gäste machten unvermindert weiter. Mit den Drehschüssen von Yagmur Horata und Marcel Wagner unterstrichen sie ihre Gefährlichkeit. Ebenso verzeichnete Wagner eine gute Kopfballmöglichkeit, während Borgfeld eher unverhofft auf 3:1 erhöhte. David Lange hatte sich über links durchgesetzt und konsequent vollendet (65.). Die Gäste schlugen aber unvermittelt zurück und erzielten durch Egzon Sula den erneuten Anschluss (66.). Spätestens als Florian Meyer die Rote Karte sah, waren die Borgfelder komplett in die Defensive gedrängt. Das 3:3 von Yagmur Horata war zweifelsohne verdient (81.). Die Gäste wollten nun unbedingt den Sieg, doch kam für sie hinterher alles anders.

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