Drittes Bürgermahl zugunsten des Fördervereins "Borgfelder Dorfgemeinschaftshaus"

Spendenzusagen über 100000 Euro

Beim dritten Borgfelder Bürgermahl ging Festredner Hartmut Perschau auf das Projekt Dorfgemeinschaftshaus ein. Ob dieses Projekt realisiert werden kann, ist noch offen, aber Gernot Neumann-Mahlkau, Vorsitzender des "Fördervereins Dorfgemeinschaftshaus", freute sich am Ende dieser Veranstaltung nicht nur über 1100 Euro, die die 45 Gäste spendeten, sondern teilte auch noch mit, dass es bereits Spendenzusagen in Höhe von 100000 Euro gebe.
17.11.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von PETRA SCHELLER

Beim dritten Borgfelder Bürgermahl ging Festredner Hartmut Perschau auf das Projekt Dorfgemeinschaftshaus ein. Ob dieses Projekt realisiert werden kann, ist noch offen, aber Gernot Neumann-Mahlkau, Vorsitzender des "Fördervereins Dorfgemeinschaftshaus", freute sich am Ende dieser Veranstaltung nicht nur über 1100 Euro, die die 45 Gäste spendeten, sondern teilte auch noch mit, dass es bereits Spendenzusagen in Höhe von 100000 Euro gebe.

Borgfeld. Bratenduft zieht von der Küche aus durchs Borgfelder Landhaus. Die Tische sind festlich gedeckt. Bürgervereinsvorsitzender Hermann Kothe und die Gründungsmitglieder des "Fördervereins Borgfelder Dorfgemeinschaftshaus" ziehen an einem Strang: Es sind zwei Vereine, die an diesem Abend für eine gemeinsame Sache sammeln, denn alle Spenden gehen direkt in das vom Förderverein aufgestellte Sparschwein und damit auf das Konto für das geplante Dorfgemeinschaftshaus. Über 1100 Euro kommen während des Bürgermahls zusammen. Insgesamt hat der im Oktober gegründete Verein "Borgfelder Dorfgemeinschaftshaus" aber bereits Spendenzusagen von knapp 100000 Euro in Aussicht.

"Wir freuen uns sehr über die große Resonanz für unser Vorhaben", begrüßte der Vorsitzende des Fördervereins, Gernot Neumann-Mahlkau, die rund 45 Gäste, die der Einladung gefolgt waren. "Wir sind ja ein recht junger Verein, der gerade mal die Unterlagen beim Amtsgericht eingereicht hat." Doch die ersten Bemühungen um Spendengelder seien erfolgreich verlaufen: Über 50000 Euro habe die Landeszentrale der Bremer Sparkasse für das Projekt "Borgfelder Dorfgemeinschaftshaus" zugesagt, "vorausgesetzt es gibt ein konkretes Bauobjekt oder ein zu bebauendes Grundstück", so Neumann-Mahlkau. Die Spendenzusage gelte für das kommende Jahr. Dem schließen sich auch vier große Privatspender an, die momentan noch nicht namentlich genannt werden wollen. "Gibt es ein konkretes Objekt, geben diese noch einmal knapp weitere 50000 Euro hinzu."

Während die Gäste auf das Essen warten, unter ihnen der neue Ortsamtsvorsitzende Jürgen Linke, Christian Sigismund Prinz von Preußen sowie Bremens ehemaliger Bürgermeister Hartmut Perschau, wird an allen sechs Tischen rege diskutiert.

Wo soll das Dorfgemeinschaftshaus stehen? Wer wird es nutzen? Kommt die veranschlagte Summe von insgesamt 350000 Euro in den kommenden Jahren zusammen? Sollen die Borgfelder ihr Dorfgemeinschaftshaus überwiegend aus privaten Mitteln finanzieren? Oder alle zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel nutzen?

Zwei bis drei Jahre stecken sich die Gründungsmitglieder des Vereins wie Egon Berg, Hermann Cordes, Johannes Huesmann, Rena Noltenius, Johannes Rehder-Plümpe, Achim Rieke, Heiko Wagener und ihr Vorstandsvorsitzender als zeitlichen Rahmen: Dann soll das Projekt stehen. Im kommenden Jahr hofft man, ein passendes Grundstück oder Bauobjekt zu finden.

"Natürlich habe jede und jeder so seine Lieblingsorte für das geplante Gemeinschaftshaus", fasst Neumann-Mahlkau die stark emotional geführte Diskussion um "den richtigen Standort" zusammen. Bislang wird über einen Anbau des Feuerwehrhauses nachgedacht. Bevorzugt wird hier die zentrale Lage, die Verknüpfung des alten mit dem neuen Ortsteil sowie die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Auch im Gespräch ist der Kauf des Ortsamtsgebäudes mit der Option einer Erweiterung. Vielfach verworfen, aber immer noch hier und da als favorisierte Planung zu hören, ist die Idee eines Wiederaufbaus des alten Ratsspiekers im öffentlich viel genutzten Ratsspiekerpark. Die engmaschig gestrickten Erschließungsregeln sprächen vor allen Dingen dagegen, so Kritiker.

Neumann-Mahlkau warnt vor zu vielen Luftschlössern: Erst einmal müsse eine breite Öffentlichkeit umfassend über das Vorhaben informiert werden: Es gäbe in Borgfeld rund 3200 Haushalte. "Würde jeder Haushalt 200 Euro spenden, wäre das Projekt in trockenen Tüchern", überschlägt der Fördervereinsvorsitzende ein Rechenbeispiel. Eventuell könne der Verein künftig als Stiftung fungieren. Das käme der Spendenfreudigkeit entgegen. Vielleicht gäbe es auch eine vorhandene Immobilie, die dem Verein überschrieben werden könne.

Die Gesellschaft zeigt sich in Feierlaune. Gastredner Hartmut Perschau prostet seinem Tischnachbarn Hermann Kothe zu. Er wandere oftmals mit seiner Frau durch Borgfeld und sei dem Dorf, dass sich in den vergangenen zehn Jahren auf positive Weise stark entwickelt habe, sehr verbunden. Das Projekt Dorfgemeinschaftshaus könne eine "identitätsstiftende Kraft" entwickeln und "unterschiedliche Generationen miteinander verbinden", so der ehemalige Bürgermeister in seiner Ansprache.

Johannes Huesmann, Mitorganisator des Bürgermahls, wünscht sich in Zukunft noch mehr neue Gesichter bei den regelmäßigen Treffen engagierter Bürger. Um dafür einen Impuls zu geben, kam der ehemalige Ortsamtsleiter gleich in Begleitung zweier Neubürgerinnen zum Abendessen. Sie seien gleich nach der Gründung Mitglieder im Förderverein für das Dorfgemeinschaftshaus geworden, erzählen die Bewohnerinnen einer Borgfelder Seniorenresidenz. Es sei doch für alle Menschen im Ort wichtig, Dinge mitzugestalten.

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