Vandalismus in Borgfeld

Sitzbank aus dem Boden gerissen

Ein neuer Fall von Vandalismus: In Borgfeld haben Unbekannte eine Sitzbank Am Hollerdeich samt Verankerung aus dem Boden gerissen. Die Polizei sieht sich angesichts dieser Zerstörungswut machtlos.
29.09.2020, 18:14
Lesedauer: 2 Min
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Sitzbank aus dem Boden gerissen
Von Antje Stürmann

Borgfeld. Die Rückenlehne liegt meterweit entfernt von der massiven Sitzfläche auf der Wiese. Beide Füße der Bank sind samt Metallverankerung aus dem Boden gerissen. Unbekannte haben sich am Wochenende an der Sitzbank Am Hollerdeich so zu schaffen gemacht, dass von dem Sitzmöbel nur noch ein Haufen Sperrmüll übrig geblieben ist. Anwohner, Spaziergänger und einige andere Borgfelder sind deshalb verärgert. Der Deichverband will nach eigenen Angaben Anzeige erstatten.

Mitarbeiter des Bremischen Deichverbandes am rechten Weserufer haben die Einzelteile der Sitzbank am Montagmorgen abgeholt. Der Deichverband ist laut Geschäftsführer Wilfried Döscher Eigentümer der Bank, ihm sei ein Sachschaden in Höhe von rund 150 Euro entstanden. „Wir haben die Bank aus Verbandsmitteln finanziert“, sagt er. Hintergrund sei die Nutzung des Deichs auch als Ort zur Erholung. „Der Form halber werden wir Anzeige gegen Unbekannt erstatten.“ Für die Zerstörung von Gemeineigentum hat Döscher kein Verständnis: „Unsere Duldsamkeit gegen Vandalismus ist sehr begrenzt“, sagt er. Dass die Täter gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden, daran glaubt Döscher allerdings nicht so recht. Zu oft habe es schon ähnliche Taten gegeben, deren Verursacher nicht gefunden wurden. Noch immer sind die Täter, die am ersten Juliwochenende dieses Jahres auf der Treppe und der Plattform des Aussichtsturms der Stiftung Nordwest Natur in fünf Meter Höhe gezündelt hatten, nicht gefasst. Die Stiftung hatte Anzeige erstattet. Inzwischen ist am Turm die Absperrung mit dem Sicherheitshinweis „Achtung! Betreten verboten“ heruntergerissen worden.

„Völlig sinnlos und hirnlos“ und „wirklich sehr schade und ärgerlich“ schimpfen Nutzer in den sozialen Medien nach der neuerlichen Aktion. „...ich finde, die Polizei könnte da abends sicherlich auch mal etwas mehr Präsenz zeigen“, fordert eine andere Absenderin. „Ist ja bekannt, dass dort am Wochenende immer solche Idioten etwas zerstören.“ Horst-Günther Feldmann, bei der Polizei unter anderem für Borgfeld zuständig, hat die Einsatzkräfte des Horner Reviers und Kontaktpolizist Holger Eichhorn nach eigenen Angaben für die Problematik sensibilisiert. Die Polizisten seien dabei, Borgfeld auf ihren Streifen auch mit Blick auf Vandalismus entsprechend zu überwachen – besonders an den Wochenenden. Die Täter dingfest zu machen, gestalte sich jedoch schwierig. „Das Problem ist, man kann nicht dauernd Streife fahren“, hatte Feldmann im Borgfelder Beirat erklärt. Zudem sei bekannt, dass es sich bei nachts auf dem Deich fahrenden Autos meist um Fahrzeuge der Behörden handelt. Die Täter seien schneller verschwunden, als die Polizei sie aufgreifen könnte. Und selbst wenn sich Jugendliche am Deich aufgehalten haben, sei es schwierig, den Verantwortlichen die Taten nachzuweisen, heißt es bei der Polizei.

Nach wiederholten Fällen von Vandalismus im Ratsspiekerpark will Ortsamtsleiter Karl-Heinz Bramsiepe dem Beirat vorschlagen, den Bremer Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja), einzuladen, um mit Streetworkern über die Problematik zu beraten (wir berichteten). Bramsiepe und die Polizei bitten die Anwohner zum Zeitpunkt der Taten um entsprechende Hinweise.

Der Geschäftsführer des Deichverbandes, Wilfried Döscher, schaut nach vorn. „Weil dieser Platz es hergibt und es ein attraktiver Ort ist, wollen wir eventuell in diesem Herbst eine neue Bank aufstellen“, sagte er am Montag gegenüber der WÜMME-ZEITUNG. An den vom Deichverband unterhaltenen Anlagen sei Vandalismus eine „absolute Einzelerscheinung“, betont er. „Die Leute achten den Deich“, hier sei weder Müll noch Zerstörung ein Problem.

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