Borgfelder Grundschulen und Kinderkrippen berichten im Fachausschuss des Beirats Zukunft des Mittagstisches ist ungewiss

Borgfeld. In Borgfeld fehlen Krippenplätze, und die Zukunft des Mittagstisches in der Grundschule Am Borgfelder Saatland ist ungewiss. Der Sozial- und Schulausschuss des Beirats hatte sich in seiner jüngsten Sitzung nicht nur mit erfreulichen Themen zu beschäftigen.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von johannes kessels

Borgfeld. In Borgfeld fehlen Krippenplätze, und die Zukunft des Mittagstisches in der Grundschule Am Borgfelder Saatland ist ungewiss. Der Sozial- und Schulausschuss des Beirats hatte sich in seiner jüngsten Sitzung nicht nur mit erfreulichen Themen zu beschäftigen.

Dabei sah die Aufstellung, die dem Ausschuss vorgelegt wurde, recht gut aus: 105 Plätze für unter Dreijährige soll es in den Kindertagesstätten des Ortsteils geben. Aber, so Elke Meiners, die Leiterin des Evangelischen Kindergartens, 27 Plätze gebe es in ihrer Einrichtung, dazu noch 18 Krippenplätze bei der "Murmel", und alles andere seien lediglich Spielkreisplätze am Nachmittag. "Die nützen berufstätigen Müttern gar nichts, diese Aufstellung ist Augenwischerei", beschwerte sich Meiners. Für Borgfeld versage die Statistik, aus ihr sei beispielsweise nicht zu ersehen, dass von zwei Geschwistern eines einen Platz in Borgfeld bekomme und das andere in Oberneuland. Dennis Köhlenbeck, der stellvertretende Leiter der "Murmel", berichtete, in seinem Kindergarten lägen für die zehn Krippenplätze, die dieses Jahr freigeworden seien, 68 Anmeldungen vor. "Junge Familien, die jetzt nach Borgfeld ziehen, haben ganz schlechte Karten", so sein Resümee. Karl-Heinz Bramsiepe (CDU) wollte wissen, ob

das Ziel, dass ab 2013 Krippenplätze für 35 Prozent aller unter Dreijährigen angeboten werden sollen, erreicht werden könne. Nur wenn die Spielkreise mitgezählt würden, antwortete Elke Meiners.

Der Mittagstisch in den Borgfelder Grundschulen wird gut angenommen. In Borgfeld-Mitte nehmen 50 Kinder teil, berichtete Klaus Meyer. Deshalb habe seine Schule jetzt die Umwandlung in eine Verlässliche Grundschule Plus (VGS+) beantragt, in der bis 15 Uhr unterrichtet und betreut wird. Das ist auch das Ziel der Schule Am Borgfelder Saatland, wo 42 Kinder zu Mittag essen. Durch die Kooperation mit der Mensa des Stiftungsdorfs sei das Essen zwar besser, aber auch teurer als von einem Bringdienst, sagte Schulleiterin Kerstin Kinner; es koste fünf Euro pro Tag. In einer VGS+ gäbe es drei Euro Zuschuss.

Der pädagogische Mittagstisch mache eine Menge Arbeit. Betrieben werde er von den beiden Vorstandsmitgliedern des Schulvereins und ihr selbst. "Das ist wie ein kleines Unternehmen, das man so nebenbei betreibt", sagte Kinner. Jetzt drohten ihrer Schule auch noch Stundenkürzungen. Entschieden werden solle darüber zwar erst am 1. Februar nächsten Jahres, es sehe aber danach aus, dass 14 Lehrerstunden wegfielen.

"Wenn wir nicht bis Februar eine VGS+ sind und dann auch noch Stunden verlieren, werden wir wahrscheinlich den pädagogischen Mittagstisch einstampfen", warnte Kerstin Kinner. Dann habe man dafür keine Arbeitszeit mehr übrig. Die Schule befinde sich noch immer in der Gründungsphase, das binde viel Kraft.

Gerd Ilgner (SPD) forderte, der Beirat solle bei der Schulbehörde anfragen, wie weit die Anträge der beiden Borgfelder Grundschulen auf Umwandlung in eine VGS+ bearbeitet sind. Ortsamtsleiter Jürgen Linke fragte, ob eine Resolution zum Mittagstisch in der Schule Am Saatland verabschiedet werden soll. Das hielt Gerd Ilgner für überflüssig: Wenn die beiden Schulen eine VGS+ würden, seien alle anderen Probleme damit gelöst. Aber den Mittagstisch solle man in der Anfrage erwähnen, schlug er vor. Damit war der übrige Ausschuss einverstanden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+