Fußball-Bezirksliga Bremen

Burger bleiben im Sieger-Modus

Die Steinbusch-Elf lässt auch im Derby gegen die SG Aumund-Vegesack II nichts anbrennen und feiert im elften Saisonspiel den elften Erfolg.
04.11.2019, 15:48
Lesedauer: 4 Min
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Von MARTIN PRIGGE

Bremen-Nord. Die Serie hält an. Beim 2:0-Erfolg im Nordderby der Fußball-Bezirksliga Bremen konnte der noch immer ungeschlagene Tabellenführer 1. FC Burg gegen die SG Aumund-Vegesack II seine Erfolgsreihe von nunmehr elf Siegen ausbauen. Wie bei den Vegesackern sprangen auch für die drei anderen Nordbremer Teams am elften Spieltag keine drei Punkte heraus. Während der Blumenthaler SV II bei Tuspo Surheide ein 2:2-Remis mitnahm, unterlag der TSV Lesum-Burgdamm knapp mit 1:2 dem TV Bremen Walle 1875. Eine Torflut gab es bei der hauchdünnen 5:6-Niederlage der TSV Farge-Rekum gegen das Schlusslicht ESC Geestemünde II.

1. FC Burg – SG Aumund-Vegesack II 2:0 (1:0): „Langsam wird es unheimlich. Aber ich möchte mich natürlich nicht beschweren“, kommentierte FCB-Trainer Sascha Steinbusch den Derby-Erfolg. Das Team von Coach Dave Kankam machte es dem Liga-Primus aber nicht leicht und zeigte gute Vorstöße, die allerdings nicht zwingend genug waren. Kankam zollte seiner Elf dennoch Respekt: „Das war ein sehr gutes Spiel. Wir haben gedacht, Burg würde uns überlaufen. Aber so gut waren sie dann doch nicht. Sie haben viele erfahrene Spieler, da waren wir mit unserem jungen Kader manchmal zu naiv.“

Dennoch hatten die Vegesacker Ebrima Bojang und Tom Wittkowski vielversprechende Chancen – so musste im ersten Durchgang Burgs Schlussmann Muammer Eren unter anderem einen Freistoßtreffer vereiteln. „Der wohl beste Torwart der Liga“ (Kankam). Aus einem Freistoß resultierte nach elf Minuten dann die Burger Führung: Yasin Caliskan schlug den Ball aus dem Halbfeld vors Tor, wo die SAV-Innenverteidigung Burgs Henning Sehn freistehend walten ließ – er traf per Kopf zum 1:0 ins Netz. Über das 2:0 (57.) freute sich FCB-Coach Steinbusch besonders: Der Torschütze hieß Julian Kubicek – für den es wichtig gewesen sei, nach zuletzt einigen vergebenen Chancen mal wieder zu treffen.

Kubicek erspitzelte sich nach einem gescheiterten SAV-Rückpass den Ball und setzte sich gegen Vegesacks Keeper Florian Schäfers durch. Sascha Steinbusch lobte am Ende auch seine Abwehr: „Gegen Vegesack zu null spielen – dann hat die eigene Defensive selbstredend gute Arbeit geleistet.“

Tuspo Surheide – Blumenthaler SV II 2:2 (0:0): „Das war die stärkste Mannschaft, gegen die wir bisher gespielt haben“, sagte Blumenthals Spielertrainer Daniel Rosenfeldt. Dass in der ersten Halbzeit nicht viel passierte, lag zum einen an der defensiven Ausrichtung, die Rosenfeldt vorgegeben hatte, und zum anderen am starken BSV-Torhüter Niels Gronau, der eine Handvoll brenzliger Situationen entschärfte.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich die Partie in eine ruppigere Richtung. „Da hätte man auch die ein oder andere Gelbe Karte zeigen können“, meinte Rosenfeldt. So ärgerte er sich beim 1:0 der Platzherren durch Behar Nebihi (58.) darüber, dass ein BSV-Akteur gerade zu Boden gegangen war – und das Gebot des Fair Play bei Surheider Ballbesitz eigentlich ein Ballspiel ins Aus nach sich ziehen sollte. „Dass sie dann doch weiterspielen und die Führung erzielen, hat einen bitteren Beigeschmack“, so der BSV-Trainer.

Als kurz darauf Mirko Vopalensky einen Elfmeter verursachte, den Bugra Kurt zum 2:0 der Gastgeber verwandelte, betrachtete Rosenfeldt das Zwischenergebnis als „unglücklichen Rückstand“. Unglück hatte im Umkehrschluss aber auch Surheide, als Alagie Bah einen Ball klären wollte und das Leder im eigenen Netz unterbrachte (2:1/80.). In den Schlussminuten landete der Ball im Rückraum plötzlich bei Torben Vopalensky, der ihn ins Surheider Tor beförderte und den Gästen somit einen Punkt sicherte.

TSV Lesum-Burgdamm – TV Bremen Walle 1875 1:2 (0:0): „Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen“, fand Lesums Trainer Erkan Köseler, dessen Team verletzungsbedingt mit einer B-Elf angetreten war und sich trotzdem gut verkaufte. „Wenn wichtige Offensivkräfte wie Tarik Stiefs oder Alex Patehe fehlen, geht vorne halt weniger. Diesmal hatten wir nicht so viele glasklare Möglichkeiten wie sonst, aber auch die wenigen Chancen haben wir nicht genutzt“, berichtete Köseler. Dank der Defensivpower von Iyere Gadwin und Moussa Konneh fing sich Lesum bis zur 55. Minute keine Gegentore ein. Dann sorgten jedoch zwei Mittelfeldfehler für die schnelle Doppelführung der Gäste. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Lesums Adnan Ajoub einen präzisen Flachpass zu Ghiath Shehada, der letztlich den 1:2-Endstand erzielte (75.).

TSV Farge-Rekum – ESC Geestemünde II 5:6 (2:5): „Es war schwierig. In der ersten Halbzeit haben wir eine desolate Leistung gezeigt. Wir haben geschlafen und Fehlpässe gespielt, sind im zweiten Durchgang aber immerhin wieder herangekommen – da war es dann eine anständige Leistung“, resümierte Farge-Trainer Malte Golla.

Sedat Korkmaz eröffnete das Spektakel mit dem 1:0 der Gäste gleich zu Beginn (4.), Mahmut Özdöl erhöhte (14.) und war nach dem zwischenzeitlichen 1:2 durch Farges Sinan Schledz (16.) erneut erfolgreich (19.). Nach einer halben Stunde sorgte Thorben Jendroschek für den Farger 2:3-Anschluss (30.), doch Sedat Korkmaz (38.) und Can Marti erhöhten auf 5:2 (42.), ehe nach der Pause Nico Gnutzmann (59.), Christian Bohnhardt per Elfmeter (72.) und schließlich Deniz Altun (78.) den 5:5-Ausgleich herbeiführten.

„Dann ist uns irgendwann die Zeit davongerannt“, sagte Malte Golla. Geestemündes Can Marti machte zehn Minuten vor dem Ende mit dem 6:5 die Farger Hoffnungen auf eine Punkteteilung zunichte.

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