Hausbesuch

Der „Kloppo“ aus Bremen-Grambke

Der Burger Fußball-Erfolgstrainer Sascha Steinbusch hat für seinen Hund Mogli auch einen neuen Gartenzaun gebaut.
30.07.2020, 15:17
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Von MARTIN PRIGGE
Der „Kloppo“ aus Bremen-Grambke

Der Burger Fußball-Erfolgstrainer Sascha Steinbusch hat für seinen Hund Mogli auch einen neuen Gartenzaun gebaut.

Martin Prigge

Jürgen Klopp wohnt in Grambke. Zumindest, wenn es nach Katharina Rieß geht. Die Freundin des Fußballtrainers Sascha Steinbusch, der gerade mit dem 1. FC Burg in die Landesliga aufgestiegen ist und sogar den Titel geholt hat, sieht deutliche Parallelen zum deutschen Export beim FC Liverpool, mit dem „Kloppo“ nach 30 Jahren ebenfalls die Meisterschaft gewann.

„Sascha und Jürgen Klopp sind beide mit Leib und Seele an der Seitenlinie dabei. Sie sind der gleiche Trainertyp“, findet Katharina Rieß. Steinbusch räumt ein, dass er nach einem Spiel so kaputt sei, als hätte er selbst 90 Minuten auf dem Platz gestanden. „Schon Stunden vor dem Anpfiff bin ich im Tunnel.“ Der Offensiv-Fußball des Jürgen Klopp gefällt ihm sehr – der Erfolg des Bezirksliga-Meisters Burg bestätigt das.

Seit 2012 gehört Sascha Steinbusch das große weiße Einfamilienhaus in der Grönlandstraße, wenige Minuten von der Anlage des 1. FC Burg entfernt. Im vergangenen Jahr ist er hier mit seiner Freundin eingezogen. Seine beiden Söhne Luca (8) und Luis (13), ebenfalls begeisterte Fußballer, besuchen ihren Vater regelmäßig. Und seit ein paar Monaten lebt Mogli mit der Familie zusammen. Der kleine Hund ist 15 Wochen alt und rast zum Hauseingang, sobald es an der Tür klingelt. „Wir bringen ihm noch bei, nicht direkt zur Tür zu rennen“, bemerkt Steinbusch lachend.

Nach der tierischen Begrüßung steht man im Flur, wo den Besucher neben hellen Wänden und einer Treppe mehrere Türen empfangen – genau wie im Obergeschoss lässt sich so jeder Raum des Hauses vom Flur aus betreten. Weiß-graue Töne dominieren auch das modern eingerichtete Wohnzimmer mit offener Küche, das mit einigen Bildern dekoriert ist, die schnell erkennen lassen, dass hier Fußballbegeisterte wohnen. Der Blick in den Garten zeigt einen Swimmingpool für heiße Tage. Weil sich Sascha Steinbusch momentan aufgrund von Corona in Kurzarbeit befindet, arbeitet er nur zwei Tage pro Woche.

Bei der Brepark sorgt er für die korrekte Abrechnung der Parkscheinautomaten. Die Phase des Lockdowns haben Steinbusch und seine Familie sinnvoll genutzt und einige Arbeiten am Haus erledigt. Wie oft er im Baumarkt gewesen ist, kann der Fußballtrainer nicht mehr sagen. Die Häuserfassade und das Holz des Dachüberstands hat er weiß gestrichen, das Garagentor neu lackiert, eine Abgrenzung fürs Blumenbeet gemauert, den Rasen vertikutiert – und für Hund Mogli musste ein neuer Gartenzaun her. „Wenn man hinten fertig ist, fängt man vorne wieder an. Aber jetzt haben wir ein paar Jahre Ruhe“, blickt Sascha Steinbusch auf sein Werk.

Der erfolgreichen Arbeit am Eigenheim ist die erfolgreiche Arbeit im eigenen Verein vorangegangen. Kaum jemand hatte für möglich gehalten, dass dem erkämpften Wiederaufstieg in die Bezirksliga direkt die Rückkehr in die Landesliga folgen würde – doch mit 16 Siegen, einem Remis und einer Niederlage war die Burger Dominanz bis zum Saisonabbruch unangefochten. Der Nordklub hätte sich auch ohne Corona für den Aufstieg empfohlen, sagt der 38-jährige Erfolgscoach und die Zahlen geben ihm recht.

„Seitdem ich laufen kann“, ist der in Grambke aufgewachsene Sascha Steinbusch beim 1. FC Burg. „Mein Vater war Fußballer und meine Freunde haben alle Fußball gespielt“, beschreibt er seine ersten Schritte. Er durchlief den Jugendbereich und stieß zur ersten Herrenmannschaft, als Burg vor rund 20 Jahren in die Landesliga aufstieg. Bis auf eine zweijährige Zwischenstation beim SV Türkspor trug Steinbusch stets das FCB-Trikot.

Seine Trainerkarriere begann der Meistercoach 2010, als Sohn Luca beim FCB anfing und Vater Sascha die G-Jugend des Nordklubs übernahm, die er bis in die D-Jugend begleitete, und den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte. „Man hat die Jungs immer um sich und ich hatte ja schon jahrelang selbst Fußball gespielt. Eigentlich habe ich dann so nicht mit dem weiteren Weg gerechnet, aber dann meine Lizenzen gemacht und alles ging sehr schnell – aber ich wollte das auch.“

Zur Saison 2018/2019 wurde Sascha Steinbusch schließlich Trainer der Burger Ersten und schaffte den Doppelaufstieg aus der Kreisliga A zurück in die Landesliga. Er unterstreicht, wie wichtig ihm auf dem Platz die Zusammenarbeit und der gemeinsame Austausch mit Co-Trainer Kai Stegemann und Betreuer Thomas Lange ist – das Trio kennt sich schon ewig. Immer montags coacht Steinbusch außerdem am DFB-Stützpunkt zusammen mit Norman Stamer und Björn Reschke junge Fußballer in einem Förderprogramm für talentierte Spieler.

Ein Highlight seines Lebens beschreibt der Fußballer allerdings fernab dieses Sports: In seiner Jugend spielte er erfolgreich Dart beim Bundesligisten DC Vegesack – und wurde sogar 1999 mit 17 Jahren Vizeweltmeister im südafrikanischen Durban. Im Alter von 30 Jahren wurde dann bei ihm Diabetes festgestellt. Ein Messgerät testet rund um die Uhr seine Blutzuckerwerte und meldet sie per App auf seinem Handy. „Ich kann da gut mit leben“, sagt Sascha Steinbusch. In seiner Freizeit gilt daher die oberste Priorität seinem Körper. „Ich gehe sehr häufig ins Fitnessstudio. Das ist mein Ausgleich und da kann ich abschalten.“ Der FCB-Trainer räumt allerdings auch ein, dass seine größte Schwäche Schokolade sei: „Abends ohne geht nicht.“

Für die Herbstferien hat er mit der Familie einen Türkei-Urlaub gebucht – ob der klappt, ist wegen Corona jedoch noch nicht sicher. Am 20. Juli startete der neue Landesligist in die Saisonvorbereitung. „Es ist schön, den Verein in zwei Jahren dahin gebracht zu haben, wo er hingehört“, betont Sascha Steinbusch, der als Nächstes die DFB-Elitelizenz erwerben möchte. „Ich fühle mich wohl beim FCB und das ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich kann hier so arbeiten, wie ich es möchte. Und wir sind nicht nur elf Spieler, sondern machen auch privat etwas zusammen. Diese Geschlossenheit macht uns stark. Jetzt wollen wir erst einmal die Klasse halten. Wir haben richtig Bock und hoffen, dass es bald losgeht.“

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