Handball

Das Aus für die Landesklasse

Die Frauen des SV Grambke-Oslebshausen müssen damit in der Saison 2020/21 aufsteigen oder zurück in die Bremenliga.
18.03.2020, 16:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik
Das Aus für die Landesklasse

Franziska Raschdorf (am Ball) steht mit dem SV Grambke-Oslebshausen in der Spielzeit 2020/21 vor einer großen Herausforderung.

Fotos: OLAF KOWALZIK

Bremen-Nord. Diese Serie können die Landesklasse-Handballerinnen des SV Grambke-Oslebshausen getrost abhaken. Die verlief für sie mit bislang 16:16 Punkten und dem sechsten Rang bei Weitem nicht so gut, wie erhofft. In der Saison 2020/21 gibt es für die Gelb-Blauen dann nur eins: Entweder sie steigen in die Landesliga auf oder die Reise führt sie zurück in die Bremenliga. Eine Alternative gibt es für sie nicht.

Auch für sämtliche hiesige Teams ab der Bremenliga abwärts wird die kommende Saison eine entscheidende: Denn vor allem bei den Männern geht es darum, sich so weit wie möglich oben zu platzieren, um der zu erwartenden großen Abstiegswelle zu entgehen.
Schuld daran ist eine Spielklassenreform des Handballverbandes Niedersachsen (HVN), dem der Bremer Handballverband (BHV) strukturell mit angegliedert ist. Sie lässt die Landesklasse zum Auslaufmodell werden, dabei hatte sie mit der Saison 2015/16 erst selbst die aufgelösten Bezirksligen übernommen.

„Von zwölf Regionen im HVN verfügen sieben über eine Landesklasse, der Rest hat keine“, erklärt Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik im HVN und im BHV, die Ausgangslage. Sie macht aber auch aufgrund der großen Entfernungen nicht überall Sinn. Deshalb hatten sich die Vorsitzenden der einzelnen Regionen im HVN schon vor Längerem auf eine Auflösung der Landesklassen verständigt, den entsprechenden Antrag dazu stellten sie jedoch bislang nicht. Das übernahm nun jüngst das HVN-Präsidium, am 6. März wurde die Auflösung der Landesklassen vom erweiterten Präsidium beschlossen.

Dadurch bekommt die Landesklasse noch eine Gnadenfrist von einer Saison, dann ist auch sie Geschichte. Der Meister der Saison 2020/21 steigt – wie auch bislang gewohnt – in die Landesliga auf. Anders verhält es sich mit dessen Zweitplatziertem: Er soll mit den Meistern der Regionsoberligen Mitte Niedersachsen und Elbe/Weser sowie dem Meister der Bremenliga einen zweiten Aufsteiger in die Landesliga ausspielen. Das soll an einem Tag im Final-Four-Modus bei einer der beteiligten Mannschaften geschehen. Alle Teams, die den Aufstieg in die Landesliga nicht schaffen, werden in ihren jeweiligen Regionen aufgenommen; hier also in der Bremenliga.

„Das wird für uns ein hartes Stück Arbeit“, blickt SVGO-Trainer Stephan Rix nach vorne. Immerhin hat seine Mannschaft in dieser Saison bewiesen, dass sie nahezu jeden Gegner aus der Spielklasse schlagen kann. „Unser Problem ist jedoch die Konstanz“, bedauert der Übungsleiter des SV Grambke-Oslebshausen. Daher hofft er, dass sich sein Team nach dem radikalen Umbruch von neun Neuzugängen in dieser Serie nun in der kommenden Saison besser finden und präsentieren wird. „Ich bin Optimist und weiß, was meine Mannschaft zu leisten imstande ist“, betont er. „Ob wir dies dann über einen längeren Zeitraum können, wird sich zeigen. Es wird schwer, ist aber nicht unmöglich“, fährt der SVGO-Coach fort. Ganz ohne personelle Veränderungen wird es bei ihm aber auch im bevorstehenden Spieljahr nicht vonstattengehen. Der SVGO-Trainer verkündet schon jetzt die Abgänge von Torfrau Claudia Drees sowie den Feldspielerinnen Anja Ruhe, Neele Piepjohn, Cynthia Hett, Svenja Bartsch und Nicole Tesch, die im Gros wohl in die zweite Mannschaft gehen. Das möchte „Shorty“ Rix mit Neuzugängen aus der A-Jugend ausgleichen, von denen jedoch die ein oder andere einen Auslandsaufenthalt anstrebt. „Ohne die A-Jugendlichen beläuft sich mein Kader für die Saison 2020/21 auf 13 Spielerinnen“, verkündet er.

Die Nachbeben werden aber auch die Teams in der Bremenliga spüren, da in der Landesklasse bei den Männern nach aktuellem Stand die SG Findorff, SG Buntentor/Neustadt und der ATSV Habenhausen III in die finale Saison gehen werden. Dazu kämen auch noch die Landesliga-Absteiger TS Woltmershausen und HSG Stuhr sowie der Bremenliga-Meister SV Grambke-Oslebshausen II, was wiederum reichlich Absturzpotenzial in Richtung Bremenliga birgt. Das kann dort nur mit der entsprechenden Zahl an Absteigern ausgeglichen werden.

Bei den Frauen beträfe es neben den Landesklasse-Mannschaften des SV Grambke-Oslebshausen und des TS Woltmershausen auch den Bremenliga-Meister SG Findorff III, denen die Rückkehr in Richtung Bremenliga droht. „Die Entscheidung, die Landesklassen aufzulösen, tut jeder Region gut“, ist Jens Schoof überzeugt. Schließlich füllen sich dort auch die unteren Ligen weiter auf.

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