SV Grambke-Oslebshausen

Guter Kader für die kommende Saison

Die Eintrittserklärungen von Romek Poplawski, René Röse (beide HSG Vegesack-Hammersbeck) und Timo Wendland (HSG Schwanewede/Neuenkirchen II) kommen bei den SVGO-Handballern gut an.
21.08.2020, 16:03
Lesedauer: 5 Min
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Von Olaf Kowalzik
Guter Kader für die kommende Saison

Timo Wendland (vorne, mit Ball) spielt künftig bei den Landesliga-Handballern des SV Grambke-Oslebshausen – zuletzt war er beim Nachbarn HSG Schwanewede/Neuenkirchen II im Einsatz.

fotos. OLAF KOWALZIK

Die Zettel sind ganz schlicht gehalten. Normal bedruckt und mit dem Vereinsemblem versehen. Drei davon genügten jüngst, um das Herz von Marcel Hägermann höherschlagen zu lassen. Es waren die Eintrittserklärungen von Romek Poplawski, René Röse (beide HSG Vegesack-Hammersbeck) und Timo Wendland (HSG Schwanewede/Neuenkirchen II) – die Neuzugänge Nummer vier bis sechs bei den Landesliga-Handballern des SV Grambke-Oslebshausen. Vor ihnen hatten dem SVGO-Trainer schon Luc Fahsing, Julius Schiewe (beide HSG Hude/Falkenburg) und Leon Feldermann (eigene A-Jugend) für die Spielzeit 2020/21 zugesagt. „Damit gehe ich mit einem guten Kader in die kommende Saison“, ist Marcel Hägermann überzeugt.

Zuletzt lief beim Landesliga-Drittletzten der Abbruchsaison 2019/20 ohnehin vieles wie geschmiert. Schließlich hatte sein Linksaußen Nino Feldermann nach dem abgeschlossenen Studium einen Arbeitsplatz in Bremen bekommen, weshalb er dem Landesligisten weiter die Treue halten kann. Der Kreisläufer Adrian Rüttjerott ist wiederum mit seiner bestandenen Fahrlehrer-Prüfung aus Braunschweig zurückgekehrt. Daher steht er dem SVGO jetzt nicht nur zu den Spielen an den Wochenenden, sondern auch wieder im Training zur Verfügung. Zu guter Letzt widerstanden Pascal Hinrichs und Philip Schmidt den Angeboten teilweise höherklassiger Klubs, und ziehen sich auch in der Serie 2020/21 wieder das gelb-blaue Dress über.

Einziger Wermutstropfen: „Bambam“ Schmidt fällt nach einer Operation noch ein bis zwei Monate aus. Außerdem muss der Linksaußen Melvin Bülow verletzungsbedingt noch rund zwei Wochen pausieren. Bis zum Saisonstart gegen die HSG Verden-Aller, nach derzeitiger Planung am 25. Oktober um 15 Uhr in der Domstadt, bleibt dem SVGO aber ja auch noch einiges an Zeit.

Verjüngt, noch schneller und vor allem verbessert: Das erwartet der SVGO-Coach von seinem neuen Team. „Wir werden ein Tempo gehen, das die erste Mannschaft schon lange nicht mehr gegangen ist“, verspricht er. Einer der Garanten dafür ist der aus der A-Jugend aufgerückte Leon Feldermann, der auf der Angriffsmitte für eine hohe Passgeschwindigkeit und die zündenden Ideen sorgen soll.

Der 18-Jährige hatte das Team bereits in der Corona-Abbruchsaison einige Male unterstützt und dabei nicht nur dem Spielfluss des SVGO sehr gutgetan. In der A-Jugend-Landesliga traf er außerdem in 15 Partien 85 Mal ins Schwarze.

Leon Feldermann wird sich den Regieposten im Angriff mit dem nächsten Neuzugang teilen: mit Luc Fahsing, der wie Julius Schiewe von der HSG Hude/Falkenburg aus der Landesklasse kommt. „Luc ergänzt sich mit Leon Feldermann sehr gut“, meint Marcel Hägermann. Den doppelten Vorteil sieht der SVGO-Coach darin, dass der 27-jährige Fahsing (25 Tore in der Landesklasse in 17 Spielen) auch auf der Kreisposition einsetzbar ist. Dort haben die Gelb-Blauen nämlich mit Tobias Götz eine richtige Kante im Angriff, und in der Abwehr verloren.

Julius Schiewe soll diese Lücke möglichst mit schließen. „Wenn Julius den Ball hat, dann gibt er ihn am Kreis so schnell nicht wieder her“, zählt Marcel Hägermann einen der Vorzüge des 20-fachen Torschützen (in zwölf Spielen) auf. Der 26-Jährige wird an der Nahwurfzone ein Gespann mit Adrian Rüttjerott bilden.

Romek Poplawski (HVH) soll vor allem im rechten Rückraum auflaufen und dort seinen Geschwindigkeitstrumpf ausspielen. Der 26-Jährige hatte in der Bremenliga in 13 Partien 68 Mal ins Schwarze getroffen, und überzeugt Marcel Hägermann mit „super Bewegungen“. Zusammen mit Leon Feldermann und Pascal Hinrichs könnte er in der Tat ein schwungvolles und gefährliches .Angriffstrio bilden. Auf Rechtsaußen ersetzt der SVGO einen Linkshänder mit einem anderen, denn dort übernimmt Timo Wendland künftig den Job des wieder in der Reserve spielenden Jonas Pfeiffer. „Timo verfügt über ein enorm gutes Auge“, hebt sein Trainer den Vorzug des vom ehemaligen Ligarivalen HSG Schwanewede/Neuenkirchen II gekommenen 27-Jährigen hervor. Der bildet nun auf der rechten Flanke mit Igor Hergert ein Gespann.

Der vorerst letzte Neuzugang der Gelb-Blauen ist René Röse (27 Jahre) im Tor, der wie Poplawski vom Bremenligisten HSG Vegesack-Hammersbeck kommt. Er wird sich die Aufgabe zwischen den Pfosten mit Fynn Bödeker teilen.

Der Kader des Tabellendrittletzten der Abbruchsaison umfasst damit aktuell 14 Spieler. Mit dem Team trainieren aber auch noch der Schlussmann der dritten Vertretung, Alexander Nagel, und deren Rückraumschütze Flemming Kassan mit, die beide altersbedingt aus der A-Jugend aufgerückt sind. Letzterer war übrigens mit 156 Toren aus 15 Spielen der zweitbeste Werfer in der Nordstaffel der A-Jugend-Landesliga.

So interessant die Neuzugänge des SV Grambke-Oslebshausen auch sind, so sehr bedeuten sie für den Landesligisten zugleich auch eine Herausforderung. Denn die Mannschaft hat mit Tobias Götz, Michael Mulinski, Sebastian Dunker (haben alle aufgehört), Björn Bischof und Jonas Pfeiffer (beide zweite Mannschaft) vor allem einiges an Routine und Abwehrqualität verloren. Der Langzeitverletzte Bastian Entelmann gibt seine Erfahrung als Torwart-Trainer weiter.

Der Altersschnitt des neuen Teams ist um gut ein Jahr auf 25 Jahre gesunken. „Kosta Wilken ist mein einzig verbliebener Ü30-Spieler“, hat Marcel Hägermann nachgerechnet. Danach kommt mit Timo Wendland ein Neuzugang, der in einem Monat 28 Jahre alt wird.

Eine richtige Aufgabe wird es für den SVGO-Coach jedoch sein, die Neuzugänge überhaupt erst einmal ins Team zu integrieren, sowie sämtliche Lauf- und Passwege inklusive der Spielvarianten aufeinander abzustimmen. „Das wird der Hauptknackpunkt sein“, bestätigt Marcel Hägermann.

Zumal die externen Neuen bis auf Timo Wendland aus unteren Spielklassen kommen, sie haben aber allesamt zumindest schon einmal bei der HSG Lesum/St. Magnus in der Landesklasse gespielt. Aus dem Kader der vergangenen Saison sind Fynn Bödeker (Tor), Melvin Bülow, Nino Feldermann (Linksaußen), Pascal Hinrichs, Philip Schmidt, Kostja Wilken (Rückraum), Igor Hergert (Rechtsaußen) und Adrian Rüttjerott (Kreis) geblieben. Und dass die Abwehr schon seit einigen Jahren zu den Baustellen der Nordbremer zählt, ist wirklich kein Geheimnis.

Der SV Grambke-Oslebshausen befindet sich seit Juni zwei- bis dreimal wöchentlich im Training, Einheiten wie Crossfit und vier intensive, achtstündige Trainingssonntage stehen auf dem künftigen Programm. Wie auch Testspiele Mitte September gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen II, HSG LiGra und den VfL Rastede.

Mit der Eingruppierung in die Nordstaffel; coronabedingt sind die Staffeln von fünf auf sieben erweitert und worden, ist Marcel Hägermann übrigens zufrieden. „Ich möchte dort im oberen Mittelfeld spielen“, setzt er sich zum Ziel. Sein Team trifft auf den TuS Zeven (Aufsteiger), VfL Fredenbeck III, SG Achim/Baden II, SV Beckdorf II, HSG Stuhr, HSG Bützfleth/Drochtersen, HSG Verden-Aller, HSG Delmenhorst II, TS Woltmershausen und die SG Arbergen-Mahndorf.

Möglicherweise kann der SVGO-Trainer bald auch noch einen jungen Spieler mit höherklassiger Erfahrung als Neuzugang vermelden. „Ich habe einen für den Rückraum im Blick“, verrät Marcel Hägermann. Der Kontakt zum Spieler ist geknüpft und entwickelt sich offenbar recht positiv. Die Zusage zum Vereinswechsel fehlt aber noch.

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