Begegnungsstätte St. Magnus

Einen Draht zu den Menschen

Antje Büsing ist ein fröhlicher und offener Mensch, der leicht mit anderen in Kontakt kommt. Beste Voraussetzungen für ihre Arbeit als neue Leiterin der Begegnungsstätte St. Magnus.
17.09.2019, 18:08
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Ulrike Schumacher
Einen Draht zu den Menschen

Antje Büsing (l.) und Frauke Schmidt von der Begegnungsstätte St. Magnus.

Schumacher

St Magnus. Antje Büsing ist ein offener Mensch. Sie war Stadtteilmanagerin in Gröpelingen, sie gibt Seminare und kann, wie man salopp sagt, gut mit Menschen. Begegnungen und das, was daraus entsteht, sind ihr wichtig. Dafür bringt Antje Büsing einen Wesenszug mit, der es leicht macht, miteinander in Kontakt zu kommen: „Ich bin von Herzen fröhlich und lache so gern.“

Und doch – als die 56-Jährige ihre Arbeit als neue Leiterin der Begegnungsstätte St. Magnus aufnahm, ging ihr eine leicht bange Frage durch den Kopf: „Ob es mir gelingt, ein guter Ersatz zu sein?“ Nicht ohne Grund, denn die Begegnungsstätte der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Magni war stark verbunden mit ihrer langjährigen Leiterin Frauke Langhoff. Die Diakonin, wusste Antje Büsing, „war sehr mit der Begegnungsstätte verwurzelt“. Und nun sollte sie ihr folgen.

Seit Anfang Juni leitet Antje Büsing die Begegnungsstätte, und das anfängliche Fragezeichen ist längst aus ihrem Kopf verschwunden. „Ich habe den Eindruck, dass ich hier gut angekommen bin“, sagt sie und lächelt. Die Besucher der alten Villa hinter dem Gemeindezentrum Unter den Linden/Ecke Tannenhof wissen ihre einfühlsame Art zu schätzen.

Mit 15 Stunden in der Woche ist die in Oslebshausen lebende Leiterin in der Begegnungsstätte angestellt. Unterstützt wird sie von Frauke Schmidt. Die diakonisch-pädagogische Mitarbeiterin ist seit über zehn Jahren in der Begegnungsstätte aktiv. „Frau Schmidt ist für mich ein Segen“, sagt Antje Büsing. Auch weil sie all die Rituale kennt, die den Besuchern bei den Zusammenkünften und Kaffeenachmittagen wichtig sind. Die beiden Frauen haben sich die Aufgaben aufgeteilt. Montags und dienstags ist Frauke Schmidt im Büro der Begegnungsstätte, mittwochs bis freitags ist Antje Büsing vor Ort. Die Sprechzeiten sind montags von 14 bis 15 Uhr, dienstags von 9.30 bis 11 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 04 21 / 62 16 01.

Es habe sie aus mehreren Gründen gereizt, sich für die Leiterinnenstelle zu bewerben, erzählt Antje Büsing und schlägt einen Bogen zu ihrer beruflichen Laufbahn. Seit vielen Jahren schon bietet die Religionswissenschaftlerin, die auch eine pädagogische Ausbildung hat, beim Evangelischen Bildungswerk Seminare an. Interessenten für diese Bildungsangebote seien oft diejenigen, die das Berufsleben hinter sich und die entsprechende Zeit für Seminare haben.

Auch Senioren würden die Bildungsangebote gern nutzen.„Dabei habe ich gemerkt, dass ältere Menschen gern Kontakt zu mir haben“, erzählt Antje Büsing. Und ältere Menschen sind die überwiegenden Besucher der Begegnungsstätte. Die wenigsten seien um die 60, 70 Jahre alt. Auf die meisten Gäste in der Villa trifft das Alter 80 plus zu. „Wobei das kalendarische Alter nichts über die körperliche oder geistige Verfassung aussagt“, gibt die Leiterin zu bedenken. „Ich finde es toll, dass Menschen im gehobenen Alter Yoga machen oder Spanisch lernen.“ Sie sehe bei den Besuchern „eine Freude, die Zeit sinnvoll zu nutzen und Körper und Geist zu bewegen“.

Aber auch, wenn überwiegend Senioren die Einrichtung besuchen, „soll es ein Haus sein, in dem sich alle begegnen können“. Die Begegnungsstätte, die von der Sozialsenatorin gefördert wird, trägt deshalb auch nicht mehr den Zusatz „Senioren“ in ihrem Namen. Antje Büsing: „Wir wollen das Angebot so gestalten, dass sich Menschen aller Altersgruppen angesprochen fühlen.“ Es sei auch nicht Bedingung, Mitglied der Kirche zu sein. „Wir sind offen für alle.“ Dafür hat Antje Büsing ein entsprechendes Programm erarbeitet. Es stütze sich auf die Ergebnisse einer Umfrage unter den Besuchern zu ihren Wünschen. Neben Abendveranstaltungen wurden auch „Themen zum Nachdenken“ genannt, berichtet die Leiterin.

Deshalb gibt es das neue Angebot „Treffpunkt Dialog – Gespräche über Umwelt und Gesellschaft“. Die nächste Veranstaltung steht für Donnerstag, 19. September, ab 15 Uhr auf dem Programm. Dann werden die beiden Autoren Jutta Konowalczyk-Schlüter und Detlev Ehrig einen Vortrag zu ihrem Buch „15 Jahre interreligiöser Dialog in Gröpelingen – wie Christen und Muslime zusammenleben“ halten und über die – mehrfach mit Preisen ausgezeichnete – langjährige Zusammenarbeit von Christen und Muslimen berichten. Anmeldungen zur Vortragsveranstaltung nimmt die Begegnungsstätte unter der Telefonnummer 04 21 / 62 16 01 entgegen.

An dem Buch habe sie gestalterisch mitgearbeitet, erzählt Antje Büsing. Und auch Zeitungmachen gehörte einst zu ihren Aufgaben. „Mein Mann und ich haben 20 Jahre lang die Stadtteilzeitung ,Bremer Westen' herausgegeben", erzählt sie. Nach wie vor ist Antje Büsing in der Erwachsenenbildung und als PR-Beraterin tätig.

Sie hat den Draht zu den Menschen, was ihr bei der neuen Leiterinnen-Stelle zugutekommt, denn zu ihren Aufgaben gehört es ebenso, die Begegnungsstätte in den Blick zu rücken und Ehrenamtliche für die Mitarbeit zu begeistern. „Ohne ehrenamtliche Unterstützung ist die Arbeit hier nicht möglich“, weiß sie. Rund 30 Frauen und Männer engagieren sich derzeit für die Einrichtung und betreuen das große und vielfältige Angebot, das von Fahrten zu Kunstausstellungen über offene Kaffeenachmittage bis zum Reparatur-Café reicht.

Und was macht Antje Büsing abseits des beruflichen Engagements? „Ich lese sehr gern und viel englische Krimis", verrät sie. Außerdem lockt einmal in der Woche die Probenbühne. „Ich spiele seit 25 Jahren Theater“, erzählt sie und strahlt. Das Zusammenspiel mit ihren Schauspiel-Kolleginnen vom Theater Szenarium trägt auch dazu bei, von Herzen fröhlich zu sein.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+