Golfclub bietet Schnupperaktion an

Putten auf dem Übungsgrün

Golf - nur etwas für alte Leute? Ob das stimmt, haben sieben Kinder am Dienstag beim Feriengolf überprüft. Der Golfclub Lesmona bietet noch mehrere Termine in den Ferien zum Schnuppern an.
24.07.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Putten auf dem Übungsgrün
Von Jean-Pierre Fellmer

Werderland. Es ist ruhig auf dem Golfplatz. Zwei ältere Herren schlendern an der großen Wiese vorbei, die durch zahlreiche Golfbälle darauf weiß gepunktet aussieht. Sie sind auf dem Weg Richtung Klubhaus. In die Fassade des alten Fachwerkhauses ist eine Holztafel mit einem Spruch eingelassen: „Golf kann schön sein.“ Ob das stimmt, haben sieben Kinder bei der Feriengolf-Aktion des Golfclubs Lesmona überprüft. Der Verein bietet die Schnupperstunde für Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren an, die den Golfsport ausprobieren wollen.

Übungsleiter Marc Colbow verteilt zu Beginn eine Punktetabelle und eine Karte vom Platz. Die erste Aufgabe ist, Bahn zwölf zu finden – ohne sich zu verlaufen. Als Colbow an der ersten Kreuzung fragt, in welche Richtung die Kinder müssen, schießt der Arm eines Jungen mit Südafrika-Cap in die Luft: „Ich weiß es, wir müssen links abbiegen!“ Der achtjährige Luis hat recht. Bei ihrem Spaziergang staunen die Kinder, wie groß der Platz ist.

An der nächsten Kreuzung ist Vorsicht geboten, ein Stoppschild warnt die Gruppe: „Vorsicht – Fliegende Golfbälle“. Golfclub-Präsident Lothar Radszuweit bittet die Kinder, zu warten. Nur wenige Meter weiter schlägt ein Golfer nämlich in diesem Moment ab. Damit keiner aus Versehen von einem Ball getroffen wird, bleiben die Kinder in sicherer Distanz. „Wenn ein Golfer abschlägt, müsst ihr ganz leise sein“, erklärt Radszuweit. Nicht alle Golfer haben die stärksten Nerven, sagt er aus Spaß. Der Mann am Abschlag trifft, die Gruppe zieht weiter.

Bei Bahn zwölf angekommen, erklärt Radszuweit die Grundlagen: Wie hält man den Schläger? Worauf kommt es beim Schwung an? Wie funktioniert die Punktetafel und was ist das Ziel? Nach wenigen Minuten sind die Kinder nicht nur schlauer, sie sind auch beeindruckt von Radszuweits Abschlag. Mehr als einhundert Meter fliegt sein Ball – ohne im Gebüsch zu landen. Doch genug der Demonstration – die Kinder wollen das selbst einmal testen.

Einlochen trainiert

Zurück am Klubhaus bekommt jedes Kind eine Golftasche und einen kleinen Geschenkbeutel mit einem Golfball und anderem Zubehör. Zunächst geht es auf das Übungsgrün – die Kinder trainieren das Putten. Das ist schwieriger, als es aussieht. Der Rasen ist zwar erstklassig gepflegt und kurz gemäht, aber der Boden ist uneben. Damit die Kinder ein Gefühl für das Spiel bekommen, bereitet Colbow eine kleine Übung vor. Er steckt sechs Holzstifte in einen Kreis um das Loch in den Boden, sogenannte Golftees. Auf sie wird normalerweise der Golfball beim Abschlag gelegt. Die Aufgabe für die Kinder: In Zweiergruppen suchen sie sich jeweils eine Ecke aus und versuchen, von dort den Golfball einzulochen. Wer trifft, zieht im Uhrzeigersinn einen Holzstift weiter. So lernen die Kinder aus unterschiedlichen Winkeln den Ball zu versenken und die Unebenheiten des Bodens besser einzuschätzen.

Die 13-jährige Anna Sophie versucht sich an der Übung. Sie trifft zwar den Ball, aber oft rollt er nicht so weit wie gewollt. „Warte mal, ich hole dir einen längeren Schläger“, sagt Radszuweit. Er verschwindet kurz im Klubhaus und kommt nach wenigen Minuten mit einem längeren Spielgerät wieder. Damit klappt es deutlich besser, stellt Anna Sophie fest. Der Golfball rollt über den Rasen und kullert ins Loch. „Das hört sich gut an“, sagt Radszuweit. Anna Sophie gefällt der Sport: „Das macht ziemlich Spaß. Es ist spannend, den richtigen Winkel zu finden. Ich möchte das auf jeden Fall gerne noch einmal machen.“

„Wir möchten den Kindern zeigen, dass Golf nicht nur etwas für alte Leute ist“, sagt Radszuweit. Er ist seit April 2018 Präsident des Vereins und seit 20 Jahren begeisterter Golfer. Im November 1999 hat er einen Schnupperkurs mit einem Freund gemacht. „In der Halbzeit war ich überzeugt: Das mache ich weiter. Golf spielen ist gesund, sagt Radszuweit: „Bei einer Partie läuft ein Golfer acht bis zwölf Kilometer, beim Abschlag sind 126 Muskeln beteiligt.“ Kraft sei übrigens nicht ausschlaggebend. Viele Männer versuchen laut Radszuweit beim Abschlag, dem Drive, den Golfball möglichst hart zu treffen, worunter die Präzision leide. Frauen seien am Anfang meist besser, weil sie eher mit Schwung arbeiteten und auch mehr Spaß am Putten hätten. „Drive for the Show, Putt for the money“, erklärt Radszuweit.

Nach dem Mittagessen geht es zur Driving Range, dort üben die jungen Golfer später den Abschlag. Die Kinder haben schon in kurzer Zeit große Fortschritte gemacht. Manchmal rollt der Golfball doch noch am Loch vorbei. Je knapper, desto ärgerlicher – Spaß haben sie trotzdem. Die Kinder bestätigen, was die Holztafel verspricht: „Golf kann schön sein.“

Weitere Informationen

Der Golfclub Lesmona bietet die Feriengolf-Aktion jeweils am Dienstag an mehreren Terminen an: 28. Juli, 4., 11., und 18. August, immer zwischen 11 und 15 Uhr. Die Teilnahme kostet fünf Euro, enthalten sind die Betreuung durch mehrere Übungsleiter, ein Mittagessen und ein Getränk und die erforderliche Ausrüstung. Voraussetzung für die Teilnahme ist die verbindliche Anmeldung unter 04 21 / 94 93 40, per E-Mail an info@bremer-golfclub-lesmona.de oder direkt im Bremer Golfclub Lesmona in der Lesumbroker Landstraße 70. Nähere Informationen zum Feriengolf gibt es unter www.bremer-golfclub-lesmona.de.

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