Fest im Sommerbad

Grambke zeigt seine Bandbreite

Auf dem Gelände des Sommerbads haben jetzt Vereine und Einrichtungen aus Grambke zum gemeinsamen Feiern eingeladen. Hinterher waren alle überzeugt: Das Fest soll es wieder geben.
10.09.2019, 08:59
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Burg-Grambke. „Dieses Fest, das so groß ist wie nie zuvor, ist der Anfang. Es soll Grambker Tradition werden“, sagte Reimer Kanje vom Sommerbad am Grambker See. Unter dem Motto „Ganz Grambke geht baden“ eröffnete er das große Sommerfest am Grambker See, das nach den Worten von Ortsamtsleiter Florian Boehlke die ganze Vielfalt zeigt, die man in Grambke erleben kann.

Anders als in den vergangenen Jahren wurde das diesjährige Sommerfest von vielen Akteuren gemeinsam durchgeführt: außer vom Sommerbad auch vom Sozialwerk der Freien Christengemeinde, der Evangelischen Kirchengemeinde Grambke, dem Sportverein Grambke-Oslebshausen (SVGO), dem Bürgerschnack Grambke, dem Kindergarten an Smidts Park, dem Jugendclub am Fockengrund und dem Schulzentrum an der Alwin-Lonke-Straße – sie alle haben ein großes Festkomitee gebildet und das Event geplant.

Die große Vielfalt war teilweise unter den zahlreichen weißen Pavillons verborgen: Wer sich ihnen näherte, konnte sich über die verschiedenen Einrichtungen informieren, die in Burg-Grambke tätig sind, aber zum Beispiel auch Kunstwerke aus den Werkstätten des Sozialwerks bestaunen. Kinder ließen sich Hände und Unterarme mit Mustern aus Henna-Farben bemalen oder das Gesicht schminken. Sie bastelten Sonnenhüte und flochten Freundschaftsbänder beim SOS-Kinderdorf aus Worpswede.

Vor einer großen Bühne, auf der „Weser-Ukulisten“ das Fest mit Evergreens wie „Marina“ musikalisch einleiteten, forderten wenig später Frauen in lila Kleidern zum orientalischen Tanz auf. Die erst vor Kurzem eröffnete Heimstätte am Grambker See des Sozialwerks der Freien Christengemeinde liegt unmittelbar dem Sommerbad benachbart und nutzte die Gelegenheit, sich beim großen Sommerfest einzubringen: Wer wollte, konnte sich kurzzeitig in einen Senior verwandeln: Man zieht einen „Alterssimulationsanzug“ über, beschwert sich mit Gewichtswesten, erhält Bandagen um die Knie und einen Schaumstoffring um den Nacken, der die Beweglichkeit enorm einschränkt. Kopfhörer und eine gelb getönte, verschlierte Brille schränkt zudem auch die Wahrnehmungsfähigkeit ein. Dorothea Salzmann-Schimkus, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Freien Christengemeinde, schlüpfte für Momente in die Rolle eines alten Menschen und schob, schwer und steif geworden, in gebückter Haltung einen Rollator vor sich her – die wenigen Meter bis zur Heimstätte waren auf einmal ein höchst beschwerlicher Weg für sie.

Pflegedienstleiter Sebastian Schillhahn führte Interessierte durch die neue Heimstätte des Sozialwerks der Freien Christengemeinde, die aus einem Neubau und einem kernsanierten Altbau besteht. Senioren können darin komfortable Einzelzimmer beziehen – mit einer Wohnküche in jedem Wohnbereich, der aus 13 bis 14 Bewohnern besteht.

Kakteen aus Steinen, bunt bemalte Steine und auch Stelen mit Ästen und farbigen Steinen, die Blumen imitieren, waren vor einem Stand ausgestellt, der von den Werkstätten für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen stammt, die von der Arbis, einer Tochtergesellschaft des Sozialwerks der Freien Christengemeinde betrieben werden. Die Teilnehmer stellten aus, was sie in einer Gartenkunstwerkstatt geschaffen haben.

Auf einem Fußfühlpfad konnten Kinder am eigenen Leib spüren, wie sich Sand, Kiesel, Kastanien, Stroh oder Schafwolle an den Fußsohlen anfühlen, wenn sie Schuhe und Strümpfe ausgezogen haben. Joyce Krijger vom Begegnungszentrum Grambke „Luise Morgenthal“ des Vereins Aktive Menschen in Bremen (Ameb) hatte die Kisten mit den Materialien von der Umweltlernwerkstatt (ULE) in Osterholz-Tenever ausgeliehen.

Es ging auf dem Sommerfest aber auch um das Thema Sicherheit: Die Polizei war gekommen, um Rollatoren und Fahrräder zu codieren – eine wichtige Maßnahme, die Dieben das Leben schwer macht. Nach Musik, Tanz, Pantomime und vielen Wortbeiträgen auf der Bühne ging abends das Sommerfest in das traditionelle Abschlussfest der Badesaison über. „Das Sommerbad bietet die größte freie Fläche in Grambke, es liegt zentral und hat die nötige Infrastruktur“, sagt Reimer Kanje, „von daher bietet es für ein großes Sommerfest ideale Voraussetzungen.“ Reimer Kanje blickt auf eine durchwachsene Saison im Sommerbad zurück, „an den bewölkten Tagen war der Besuch eher mau, aber wir haben unsere überdachte Fläche vergrößert, die gut für Kindergeburtstage genutzt wurde“, sagt er. „Allerdings haben wir die Zahl der Feste reduziert, es gibt jetzt außer dem Oster- und Eröffnungsfest nur noch das Sommerfest.“ Doch das war in Grambke mit Abstand das größte seiner Art. Und so soll es auch künftig sein.

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