Handball Köningstransfer im dritten Anlauf

Erst gab es Körbe, nun folgte die Zusage: Niklas Kowalzik spielt künftig für den Landesligisten SVGO
27.09.2020, 19:12
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Jens Pillnick

Grambke. Die Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Vor rund einem Jahr und auch im April 2020 hatte sich Marcel Hägermann zwei Körbe von Niklas Kowalzik eingehandelt. Jetzt strahlt der Trainer des Handball-Landesligisten SV Grambke-Oslebshausen übers ganze Gesicht, denn der 20-jährige Rückraumspieler hat seine Anmeldung abgegeben und darf als Königstransfer der Gelb-Blauen bezeichnet werden.

„Der Transfer ist etwas Besonderes für mich, da er mein erster höherklassiger Neuzugang ist. Man muss ihm nicht viel zeigen oder erklären, er ist sehr gut ausgebildet“, erläutert Hägermann, der zuvor bereits Timo Wendland (HSG Schwanewede/Neuenkirchen II), Julius Schiewe, Luc Fahsing (beide HSG Hude/Falkenburg), Romek Poplawski und René Röse (beide HSG Vegesack-Hammersbeck) als externe Neuzugänge vermeldet hatte. Für den 1,98 Meter langen Rückraumspieler Niklas Kowalzik endet damit eine von März bis Anfang August dauernde Pause, die er nach seinem Gastspiel beim Verbandsligisten ATSV Habenhausen II eingelegt hatte. Zuletzt hatte der frühere U16-Beachhandball-Nationalspieler schon beim SVGO mittrainiert, aber eben erst kürzlich die Zusage gegeben. Eine Zusage, auf die nach Auskunft von Niklas Kowalzik auch andere Vereine, auch höherklassige, gehofft hatten.

Die von Hägermann angesprochene gute Ausbildung erklärt sich mit einem Blick in die Vita des 20-Jährigen. Vor dem Wechsel in den Herrenbereich spielte er zwei Jahre für die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, davon ein Jahr in der A-Jugend-Bundesliga. Und zählte dort zu den Top-Ten-Siebenmeterschützen. Eine Qualität, die Niklas Kowalzik beim SVGO künftig gerne einbringen möchte. „Er hat mich direkt darauf angesprochen, die Siebenmeter werfen zu wollen. Das hat mir noch nie jemand gesagt“, staunt Marcel Hägermann, der die weiteren Stärken seines Wunschspielers so beschreibt: „Er ist ein dynamischer Spieler, der viel Druck macht. Niklas zieht schon durch sein Auftreten Lücken und seine Anspiele sind genial.“

Genug der Vorschusslorbeeren. Denn ausgeschöpft ist das Potenzial des Neuzuganges noch nicht. „Er muss noch mehr Wurfgefahr ausstrahlen und sich in der Abwehr reinhängen“, nennt Marcel Hägermann Bereiche, in denen er von dem Neuen, der genau genommen ein Rückkehrer ist, noch mehr erwartet. Schließlich hat Niklas Kowalzik das Handball-ABC beim TV Grambke gelernt, wo er bei den Minis zunächst von Mutter Anke trainiert wurde. Die weiteren Stationen waren die HSG Schwanewede/Neuenkirchen (ein Jahr C-Jugend) und der HC Bremen (ein Jahr C- und zwei Jahre B-Jugend). Warum Niklas Kowalzik jetzt zusagte und in der am Wochenende des 24./25. Oktober beginnenden Landesliga-Spielzeit wieder das SVGO-Trikot trägt, erklärt der schlanke Rechtshänder so: „Ich hatte Marcel zunächst abgesagt, weil ich eine Handballpause brauchte. Ich habe seit der C-Jugend immer weitere Trainingswege auf mich genommen, bin nach Bookholzberg mehrmals die Woche eine Stunde mit dem Zug je Strecke zum Training gefahren. Auch der zeitliche Aufwand in Habenhausen war alles in allem noch hoch. Jetzt habe ich wieder auf Handball Lust und die Trainingshallen praktisch vor der Haustür.“

Marcel Hägermann freut sich also über einen Königstransfer, Niklas Kowalzik darüber, wohnortnah seinem Hobby nachgehen zu können – das klingt ganz klar nach einer klassischen Win-win-Situation. Auch wenn sie eine etwas längere Anlaufzeit benötigte.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+