Bremen-Marßel Tauben sollen am Helsingborger Platz ein Haus bekommen

175.000 Euro würde es kosten, das Konzept für die Umgestaltung des Helsingborger Platzes in Marßel zu realisieren. Die Brebau möchte das Tauben-Problem lösen und plant ein Taubenhaus in einem ihrer Wohngebäude.
28.02.2022, 19:00
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Tauben sollen am Helsingborger Platz ein Haus bekommen
Von Julia Assmann

Die Umgestaltung des Helsingborger Platzes in Marßel nach einem Entwurf des Büros Spalink-Sievers Landschaftsarchitekten würde etwa 175.000 Euro kosten. Das erfuhren die Mitglieder des Beirats Burglesum in ihrer jüngsten Sitzung. Die Summe ist eine Schätzung der Landschaftsarchitektin Johanne Sievers. Die Hannoveranerin stellte den Kommunalpolitikern das Gestaltungskonzept vor, das eine großflächige Entsiegelung des Platzes, Rasenflächen, eine Buchenhecke, Bänke, eine indirekte Beleuchtung der Bäume und Spielmöglichkeiten für Kinder vorsieht (wir berichteten). Für die Begleitung der baulichen Umsetzung inklusive Ausschreibung und Bauleitung würde das Landschaftsarchitekturbüro ein Honorar in Höhe von 35.000 Euro in Rechnung stellen.

Nachdem der Beirat Burglesum in den vergangenen Jahren mehrfach vergeblich Planungsmittel für den Platz beantragt hatte, waren die Akteure vor Ort im vergangenen Jahr kurzerhand selbst aktiv geworden. Die Wohnungsbaugesellschaft Brebau beauftragte das Büro Spalink-Sievers mit dem Entwurf eines Konzeptes und beteiligte sich mit 2500 Euro auch an den Planungskosten. Die betragen insgesamt 15.000 Euro. Weitere 2500 Euro übernahm die Gewoba; der Beirat Burglesum gab 3000 Euro an Globalmitteln dazu. Die restlichen 7000 Euro wurden aus dem Marßeler Topf des Förderprogramms "Wohnen in Nachbarschaften" (Win) finanziert. Die Hoffnung der Beteiligten ist, dass es nun, da das Konzept vorliegt, leichter wird, Mittel für die Umsetzung einzuwerben.

In seinem Beschluss hat der Beirat die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau jetzt um eine Prüfung gebeten, inwieweit finanzielle Mittel für eine zeitnahe Realisierung des Konzepts zur Verfügung stehen. Das Gremium stellte zudem die Bereitstellung von Mitteln aus dem ASV-Stadtteilbudget in Aussicht.

Taubenhaus im Gemeinschaftsraum

Um ein anderes Problem auf dem Platz in den Griff zu bekommen, ist die Brebau ebenfalls tätig geworden, berichtete der ehemalige Quartierskoordinator und Brebau-Vertreter Frank Oetjen in der Beiratssitzung. Dabei geht es um die Tauben und ihre Hinterlassenschaften. Beides ist für viele Anwohner inzwischen zu einem großen Ärgernis geworden. Die Brebau plane die Einrichtung eines Taubenhauses in einem ungenutzten Gemeinschaftsraum des Hauses Helsingborger Straße 2, sagte Oetjen. Die Brebau habe ein Budget für den Umbau des Raumes in einer der oberen Etagen des Gebäudes.

Mit dem Verein Bremer Taubenhaus sei er diesbezüglich in engem Kontakt. Der Verein habe angeboten das Projekt zu begleiten und das Taubenhaus zu betreuen. "Dabei geht es um Geburtenkontrolle und die gesunde Ernährung der Tiere. Außerdem muss der Raum sauber gehalten werden. Wir müssen dann nur noch gucken, wie man die Tauben zu einem Umzug bewegt und vom Helsingborger Platz in das Taubenhaus umsiedelt." Laut Oetjen hat die Brebau bereits eine Anfrage an das Bauamt Bremen-Nord gestellt. "Wir hoffen, dass wir bezüglich der geplanten Umnutzung des Raumes eine positive Rückmeldung bekommen."

Sollte es tatsächlich gelingen, die Tauben umzusiedeln, würde der Platz auch dadurch an Aufenthaltsqualität gewinnen, ist Johanne Sievers überzeugt. "Dann könnte auch eine Rundbank um den Baum aufgestellt werden, der in der Mitte des Platzes steht." Dort halten sich die Tauben derzeit hauptsächlich auf.

Nachtlinie soll anders fahren

Ortsamtsleiter Florian Boehlke ist der Überzeugung, dass Änderungen in den Planungen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) weitere positive Auswirkungen haben könnten. Der Hintergrund: Derzeit fährt die Nachtlinie N7 von der Helsingborger Straße am Helsingborger Platz vorbei in Richtung Kopenhagener Straße und Stader Landstraße. Diese Verbindungsmöglichkeit nutzen auch Autofahrer und beeinträchtigen dadurch die Sicherheit und Aufenthaltsqualität auf dem Platz. Würde die N7 wie die anderen Buslinien am Helsingborger Platz wenden, statt weiter Richtung Stader Landstraße zu fahren, wäre es möglich, das Areal für den Verkehr mit Pollern zu schließen.

Boehlke hat deshalb schon vor mehreren Wochen Kontakt mit der BSAG aufgenommen. "Die BSAG hat mit zugesagt, dass sie die Route der Nachtlinie prüfen wird", sagte er. In seinem Beschluss bittet auch der Beirat die BSAG nun darum, diese Möglichkeit zu prüfen. "Sollte eine Änderung der Linienführung vonseiten der BSAG nicht in Betracht kommen, so ist die Errichtung einer Barriere, die nur durch die Busse der BSAG geöffnet werden kann, hier zwingend zu installieren", heißt es in dem Beschluss weiter.

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