Jugendgemeinschaftswerk

Planungsbüro präsentiert Kompromiss

Die Parkplätze wurden anderes platziert und die Zu-und Abfahrten neu geplant: Die Reaktionen des Beirats Burglesum waren überwiegend positiv, als es um die Erschließung einer geplanten neuen Tagesstätte ging.
05.05.2021, 06:00
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Planungsbüro präsentiert Kompromiss
Von Julia Ladebeck
Planungsbüro präsentiert Kompromiss

Die bestehende Tagesstätte wird Vorbild für den Neubau, den das Jugendgemeinschaftswerk in St. Magnus bauen möchte.

Architekt Uwe Meier

St. Magnus. Dank, Lob und einige wenige kritische Stimmen: Die Reaktionen auf die Präsentation des vorhabenbezogenen Bebauungsplan 109 „Park Richardson“ in der jüngsten Sitzung des Beirats Burglesum waren insgesamt positiv. Der Beirat fasste zwar nicht sofort einen Beschluss – er will im schriftlichen Umlaufverfahren abstimmen – die Wortmeldungen und Kommentaren ließen jedoch vermuten, dass das Kommunalparlament dem Entwurf dieses Mal zustimmen könnte.

Das war im Herbst vergangenen Jahres noch ganz anders. Damals hatten die Ortspolitiker die beiden vorgestellten Varianten überwiegend abgelehnt und gefordert, dass die Planung überarbeitet wird. Dabei ging es nicht um das Bauvorhaben an sich. Mit dem Plan des Vereins Jugendgemeinschaftswerk auf seinem Grundstück in St. Magnus zwischen Heriwardstraße, Richthofenstraße, An Rauchs Gut und Chaukenhügel eine zweite Tagesstätte für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung zu planen, sind die Beiratsmitglieder vollends einverstanden. Vielmehr gab es Kritik an der vorgesehenen Zuwegung und dem Standort von Parkplätzen. Auch die Flächenversiegelung und der Baumschutz sorgten für Diskussionen.

Nun stellte Mareen Heppner vom Büro BPW Stadtplanung einen neuen Entwurf vor, den sie „Kompromissvariante“ nannte. Zudem präsentierte sie die Ergebnisse eines Verkehrsgutachtens. Das war auch deshalb erstellt worden, weil Anwohner ein Verkehrschaos, zugeparkte Straßen und Staus befürchten. Verkehr durch zusätzliche Mitarbeiter und Kleinbusse, mit denen die Tagesstätten-Besucher gebracht und abgeholt werden, könnten insbesondere die Straßen Chaukenhügel und An Rauchs Gut massiv belasten, glauben die Nachbarn.

Im Zuge des Verkehrsgutachtens wurden Kraftfahrzeuge und Fahrräder zu verschiedenen Zeiten an Kreuzungen der Straßen Chaukenhügel, An Rauchs Gut, Richthofenstraße und Auf dem Hohen Ufer gezählt und eine Prognose für den künftigen Mehrverkehr gestellt. Das Fazit des Verkehrsgutachten lautet: Sowohl die Straßen als auch die Kreuzungen sind leistungsfähig genug, um den „geringen Mehrverkehr“ aufzunehmen.

Die Zufahrt zum Gelände ist im südlichen Teil des Chaukenhügel geplant, die Ausfahrt im nördlichen Teil. An der Privatstraße auf dem Grundstück sind zwei Haltebuchten vorgesehen. Dadurch soll verhindert werden, dass sich die Kleinbusse auf der öffentlichen Straße stauen. Jens Hartmann, Geschäftsführer des Jugendgemeinschaftswerks, betonte, die Ankunft und Abfahrt der Busse werde künftig außerdem durch eine technische Lösung, die Nutzung einer App, besser koordiniert. Weil außerdem Stellplätze zwischen dem vorhandenen Wohnheim und der Tagesstätte wegfallen, könnten auch dort Busse halten. „Die Situation wird sich entspannen“, versprach Hartmann.

Ebenfalls noch einmal überarbeitet wurde die Anordnung der Parkplätze auf dem Grundstück. Von den derzeit elf bestehenden Stellplätzen entfallen fünf. 21 Stellplätze werden neu geschaffen, sodass künftig 27 Parkplätze zur Verfügung stehen: 19 auf dem nördlichen Teil des Grundstücks in der Nähe der Tagesstätten an der Grundstücksgrenze zu Haus Richardson, acht weitere auf dem südlichen Teil. Dort ist das Grundstück bereits versiegelt und auch eine Zufahrt von der Straße An Rauchs Gut ist schon vorhanden.

Durch die neue Planung werden Bäume größtenteils erhalten, zudem ist die Anpflanzung heimischer und standortgerechter Bäume vorgesehen. Auch eine Forderung von Anwohnern, zum Schutz von Amphibien den vorhandenen Krötenwanderweg zu erhalten, wurde berücksichtigt. Ein Büro für Landschaftsarchitektur hat inzwischen ein Freiraumkonzept für den privaten Park erstellt. Demnach sind eine offene Wiese mit Teichen und Baumgruppen wesentliche Gestaltungselemente. Diverse Flächen sind für Baum-Neuanpflanzungen vorgesehen, wobei die bestehende zentrale Sichtachse zur Villa Richardson frei bleiben soll. Der Landschaftsarchitekt empfiehlt außerdem, im Park geschwungene Wege anzulegen.

Voraussichtlich am 20. Mai wird sich die Baudeputation der Bürgerschaft mit dem Bebauungsplan 109 „Park Richardson“ befassen.

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