Stadtbibliothek an der Hindenburgstraße Lesumer Bücherei mit neuer Leitung

Laura Heller ist die neue Leiterin der Stadtbibliothek Lesum. Anfang Dezember tritt sie ihre Stelle in der Zweigstelle an der Hindenburgstraße an.
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Lesumer Bücherei mit neuer Leitung
Von Julia Ladebeck

Lesum. Fantasy-Romane und Thriller liest sie am liebsten. Aus Zeitmangel kommt Laura Heller in ihrer Freizeit allerdings viel seltener dazu, ein Buch zur Hand zu nehmen, als sie es gerne würde. Beruflich ist das naturgemäß anders, allerdings nicht für gemütliche Lesestunden. Die 28-Jährige ist bei der Stadtbibliothek Bremen angestellt und arbeitete bisher mit einer halben Stelle in der Zweigstelle in der Vahr, mit einer weiteren in der Verwaltung. Anfang Dezember übernimmt Laura Heller in Vollzeit die Leitung der Stadtbibliothek Lesum.

Ihre Vorgängerin, Carolin Renkewitz, hat Bremen bereits Mitte Oktober in Richtung Brandenburg verlassen. „Sie wollte gerne in ihre Heimat zurück“, sagt Laura Heller bei einem Besuch an ihrem neuen Arbeitsplatz. Noch ist ihr Büro nicht eingerichtet und wirkt dementsprechend kahl. Das soll sich aber schnell ändern. Laura Heller freut sich auf die Aufgabe und auch auf die neuen Kolleginnen, die sie bereits von Fortbildungen kennt. Ganz fremd ist ihr auch die Bibliothek an der Hindenburgstraße nicht. „Ich habe hier schon Vertretungen gemacht und konnte dabei ein wenig in die Abläufe reinschnuppern.“

Erste Gespräche zum näheren Kennenlernen hat sie ebenfalls bereits geführt. „Es ist ein herzliches Team; ich werde hier sehr nett aufgenommen“, sagt sie über ihre drei künftigen Kolleginnen. Ulrike Rüger ist stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Lesum und arbeitet hier schon seit vielen Jahren, ebenso wie Martina Lindner. Ergänzt wird das Team durch Karina Bothe, die noch nicht ganz so lange dabei ist.

Laura Heller hat ihre Ausbildung als Fachangestellte für Medien und Informationsdienste, die mehrere interne und externe Praktika beinhaltete, von 2010 bis 2013 in der Stadtbibliothek Gröpelingen gemacht. „In diesem Zeitraum habe ich schon viele Zweigstellen kennengelernt“, erzählt Heller, die in ihrer Freizeit gerne Sport macht, reitet und sich um ihr Pferd kümmert.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung übernahm sie eine volle Stelle in der Bibliothek im Einkaufszentrum Berliner Freiheit in der Vahr. Unter anderem war sie für die Planung und Durchführung von Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche verantwortlich. „Das reichte von Angeboten für Kita-Kinder bis zu Rechercheführungen für Jugendliche.“ Gleichzeitig wurde sie in der dortigen Bibliothek stellvertretende Leiterin.

Anfang 2017 wechselte sie mit einer halben Stelle in das Team „IT und digitale Dienste“ in der Verwaltung der Stadtbibliothek Bremen. Von Ende 2014 bis Anfang 2019 studierte sie außerdem im Fernstudium an der Fachhochschule Potsdam Bibliotheksmanagement. Ab Dezember ist ihr neuer Einsatzort nun Lesum. Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist sie in Hemelingen, heute wohnt sie in Bremen-Osterholz. Einen Bezug zu Burglesum oder zu Bremen-Nord insgesamt hat sie bisher noch nicht.

Das soll sich aber schnell ändern, versichert Laura Heller. „Ich werde versuchen, schnell Kontakte im Stadtteil zu knüpfen, schauen, welche Kooperationen bereits bestehen und welche neu geschlossen werden könnten.“ Bestehende Angebote sollen unverändert weiterlaufen, betont die 28-Jährige. Große neue Projekte hat sie vorerst nicht geplant. „Ich muss erst einmal ankommen und gucken, was sich die Kunden wünschen. Natürlich verlasse ich mich da auch auf die erfahrenen Kolleginnen vor Ort.“

Zu ihren Aufgaben gehört neben der Planung von Veranstaltungen für Erwachsene sowie Kooperations- und Netzwerkarbeit im Stadtteil auch die Pflege des Medienbestands. Insgesamt 23 500 Medien stehen in Lesum bereit, neben Büchern sind darunter auch Filme, Hörbücher, Konsolenspiele und sogenannte Tonies, Hörspielfiguren für Kinder. „Wenn wir etwas nicht da haben, können wir es aus jeder Zweigstelle bestellen“, betont Laura Heller.

Sie weiß, wohin sich der Trend in den Bibliotheken zunehmend entwickelt. Nach den Worten der neuen Leiterin sinken einerseits die Ausleihzahlen, andererseits werden die Stadtbibliotheken immer beliebter als Aufenthaltsort. „Familien und Freunde kommen, um sich zu treffen, im Internet zu surfen, Zeitung zu lesen“, zählt sie auf. Deshalb soll die Aufenthaltsqualität weiter erhöht werden, „beispielsweise durch zusätzliche Sitzmöglichkeiten“. Bei der Sanierung der Zweigstelle an der Hindenburgstraße im Jahr 2017 sei deshalb schon darauf geachtet worden, zusätzliche Steckdosen zu schaffen, „für Laptops und Ladegeräte“.

Dass die Stadtbibliothek Lesum von den Nordbremern gerne und viel genutzt wird, belegen die Besucher- und Ausleihzahlen, die Ulrike Rüger parat hat: "Im Schnitt haben wir 3000 Besucher pro Monat. Das schwankt ein wenig. In Monaten mit Urlaubszeiten sind es weniger, im Januar waren es fast 4000 Besucher. Vor allem Familien mit kleinen Kindern und Kunden ab 40 Jahren aufwärts gehören laut Rüger zu den Nutzern. "Besonders viele Besucher kommen dienstags und donnerstags. Sonnabends läuft es auch gut. Am Freitag ist es meistens etwas ruhiger." Insgesamt verbucht die Lesumer Zweigstelle, die im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert hat, 130 000 bis 140 000 Ausleihen im Jahr.

Das Konzept der sogenannten Open Library, bei der die Nutzer die Bibliothek zu bestimmten Zeiten auch nutzen können, wenn keine Mitarbeiter anwesend sind, ist laut Laura Heller für Lesum bisher nicht vorgesehen. Die Stadtbibliothek in der Vahr bietet diese Möglichkeit seit Frühjahr dieses Jahres an. Kunden ab 18 Jahren können dafür ihre Bibcard an einem Zugangsterminal an der Eingangstür einscannen und die Bibliothek selbstständig nutzen. „Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kunden gehen sehr sorgfältig mit der Bibliothek um, auch wenn keine Mitarbeiter da sind“, sagt Laura Heller. Es sei durchaus möglich, dass das Konzept langfristig auf weitere Zweigstellen und somit auch auf Lesum ausgeweitet werde. Im kommenden Jahr soll die Open Library in Vegesack eingeführt werden.

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