Meine Woche Ein Tiefpunkt der Diplomatie, Demokratie und Sicherheit der Welt

Sebastian Loeper (15) aus der Leichtathletik-Abteilung der SG Marßel berichtet darüber, was er in der zurückliegenden Woche gemacht hat und was ihn bewegt hat.
08.03.2022, 15:59
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Mittwoch, 2. März: Ich lebe mit meinen Eltern Tobias und Birgit sowie mit meinem zwei Jahre jüngeren Bruder Tamino in Lesum. Wie immer am Mittwoch stehe ich gegen 7 Uhr auf und begebe mich auf den Schulweg. In der Schule erwarten mich jeweils zwei Stunden Erdkunde, Französisch und Musik. Es fängt mit einem Erdkundetest über Städte, Flüsse, Gebirge und Seen Kanadas und den USA an. Nachdem dies mit gutem Gefühl überwunden ist, widmet sich der Unterricht noch für den Rest der Stunde der Bevölkerungszusammensetzung der USA. Das empfinde ich als sehr interessant. In  Französisch schauen einen Film, in Musik drehen wir noch einen Film zu Ende, bei dem wir irgendeine Szene mit passender Filmmusik unterlegen sollen, da dies unser Thema in dem Fach ist: Filmmusik. Nach einer guten Sättigung geht es zu meinem einzigen Tagesordnungspunkt außerhalb der Schule, und zwar zum Klarinettenunterricht. Der macht immer Riesenspaß. Danach spiele ich meist mit meinem Freund Joni, der der Sohn meines Klarinettenlehrers Ibrahim ist. Nachdem ich dann gegen 19 Uhr zu Hause bin, heißt es für mich Relaxen, um 20 Uhr wie immer Tagesschau gucken, und dann ab ins Bett.

Donnerstag, 3. März: Ich esse ein klein wenig und rase zur Schule, wo mich der langweiligste Tag der Woche mit jeweils zwei Stunden Chemie, Sport und Kunst erwartet. Zum Mittag gibt es lecker Hirse. Ich informiere mich dann noch über den neusten Stand in der Ukraine. Hierzu habe ich auch eine klare Meinung. Ich finde es nämlich einfach unmenschlich. Es ist eine weltweite Katastrophe sowie ein Tiefpunkt der Diplomatie, Demokratie und Sicherheit der Welt, die so oder so schon durch das Klima bedroht genug ist. Naja, man kann nichts tun außer trauern, hoffen, spenden und auf die Straße gehen. Nach diesen traurigen Informationen mache ich mich auf zur Kirchengemeinde Lesum, bei der ich als Teamer eine Konfus-Gruppe mit begleiten darf. Das muntert mich in dem Moment sehr auf und weckt mehr Lebensfreude in mir. Nach 90 Minuten Konfirmanden-Unterricht geht es für mich dann noch zum Mitarbeiterabend in der Gemeinde, bei dem wir uns über das Aktuelle, wie zum Beispiel den Krieg in Europa, unterhalten.

Freitag, 4. März: Der Schultag beginnt mit zwei lässigen Englischstunden, in denen wir einen Film gucken. Nach der Pause setzt sich der Tag mit zwei super interessanten Stunden Biologie fort. In diesen geht es um unsere Zellen im Körper und deren zahlreiche Funktionen. Anschließend haben wir nur noch eine simple Stunde Mathe, da die sechste Stunde entfällt. Nach dem schnellen Rückweg und dem schnellen Essen geht es für mich zum Sport. In der Halle an der Helsinkistraße in Marßel helfe ich als Assistenztrainer für zwei Stunden meinem Trainer Gerold Christen. Das Training gefällt mir besonders gut, da eine gute Stimmung unter den Athleten herrscht. Im Anschluss begebe ich mich mit Gerold zum eigenen Training ins Burgwallstadion, wo wir Sprints und die Ausdauerleistung hart trainieren. Das macht immer sehr viel Spaß. Ich mag auch den Dialog untereinander immer sehr, wenn ich mich zum Beispiel mit meinen Teamkollegen Jan Kleinekathöfer, Ole Saacke oder auch Niklas Kettler unterhalten kann.

Sonnabend, 5. März: Ich schlafe aus. Daraufhin frühstücke ich schön zusammen mit meiner Familie. Dann verabrede ich mich für eine Übernachtung bei meinem Freund Joni. Dort spielen wir erst eine Runde Badminton, der eine Runde Darts folgt. Danach ist noch einmal eine Revanche im Badminton angesagt, da wir sowohl im Darts als auch im Badminton ziemlich gleichauf sind. Weil wir uns auspowern, macht sich der Hunger bemerkbar. Dadurch kann man sich ja ausmalen, wie lang wir Sport getrieben haben. Bevor wir ins Bett gehen, gucken wir noch ein bisschen Amazon Prime.

Sonntag, 6. März: Ich stehe schon früh um 9 Uhr auf und mache mich direkt von Joni auf nach Hause. Ich mache dann alles fit für die Schule am Montag. Aber schon um 15 Uhr muss ich wieder weg. Und zwar habe ich von 15 bis 22 Uhr Tanzen im Casa de la Danca. Da besuche ich den Fun-Card-Kurs und arbeite als Mitarbeiter dann noch in den darauffolgenden Kursen. Das mache ich diesen Sonntag zum ersten Mal. Meine Tanzlehrerin Romina hat mich nämlich gefragt, ob ich mit ihr Vortanzen könne, da ich so gut tanze. Das lasse ich mir nicht entgehen. Bevor ich einschlafe, schaue ich mir noch die Zusammenfassungen des Werder-Heimspiels in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Dynamo Dresden an. Werder ist zwar nicht so souverän wie zuletzt, dreht den Spieß aber nach einem Rückstand noch um und holt sich somit die Tabellenführung zurück. Es ist ein knapper Sieg, aber Sieg ist Sieg. Als Werder-Fan hoffe ich natürlich auf die Rückkehr der Grün-Weißen in die 1. Bundesliga.

Montag, 7. März: Früh morgens geht es wieder in die Schule, die mich an diesem Tag aber einfach nicht fesselt. Wir sprechen beispielsweise in Deutsch über den Konjunktiv. Der Unterricht geht trotzdem schnell herum. Nach dem Mittagessen liegt Krafttraining in der Helsinki-Halle an. Das geht immer von 17.30 Uhr bis 20 Uhr. Erschöpft und gekräftigt geht es zu Hause ans viele Abendessen, weil ich schließlich so viel Energie verbrannt habe.

Dienstag, 8. März: Heute findet ein Schultag mit fast nur Vertretung statt. Nach einer kleinen Mittagspause geht es zu Physiotherapie wegen meines Sitzbeins zu Imke Nagel. Ich habe schließlich gerade erst eine Zwangspause von einem Jahr wegen eines Sitzbeinhöckerbruchs hinter mir. Nach einer angenehmen Behandlung folgen zwei Trainingseinheiten in der Sporthalle in Marßel, eine als Assistenztrainer und eine als Athlet.

Fynn Bödeker, der Torhüter des Handball-Landesligisten SV Grambke-Oslebshausen, wird als Nächster über seine Woche berichten.

Zur Person

Sebastian Loeper (15) ist Leichtathlet bei der SG Marßel. Er besucht die neunte Klasse des Gymnasiums am Moormannskamp in Ritterhude. Bei der SG Marßel ist der Lesumer auch als Assistenztrainer von Chefcoach Gerold Christen für die U12 und die U14 tätig.

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