Sportschützen Bremen

Ligen werden eingefroren

Die Freude der Sportschützen Bremen aus Lesum über den erneuten Gewinn des Liga-Cups in Nieder Ochtenhausen wurde durch die Absage der Punktrunde getrübt.
01.10.2020, 16:30
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Von Karsten Hollmann
Ligen werden eingefroren

Die Sportschützen Bremen aus Lesum sind enttäuscht nach der Absage der Punktrunde durch den Liga-Ausschuss des DSB.

Christian Kosak

Die Freude der Sportschützen Bremen aus Lesum über den erneuten Gewinn des Liga-Cups in Nieder Ochtenhausen wurde durch die Absage der Punktrunde getrübt. Der Liga-Ausschuss des Deutschen Schützenbundes (DSB), dem zwei DSB-Funktionäre, fünf Ligaleiter sowie jeweils vier Vereins- und Aktivenvertreter angehören, votierte in einer Sitzung wegen der sich wieder zuspitzenden Corona-Lage mit 10:5 gegen eine Austragung der Luftgewehr- und Luftpistolenwettkämpfe in der 1. und 2. Bundesliga.

„Die Vereine hatten Bedenken, dass ihre Schützen nach Auswärtsfahrten in eine längere Quarantäne müssten und dies negative Auswirkungen auf den beruflichen Alltag der Sportler hätte. Zudem wogen auch Reisebeschränkungen und Probleme von Unterbringungsmöglichkeiten schwer“, informierte der DSB-Vizepräsident und Liga-Ausschuss-Vorsitzende Gerhard Furnier. Dessen Angebot und Idee, einen Fernwettkampf durchzuführen, sei abgelehnt worden.

„Die Entscheidung ist ein herber Rückschlag für die Bundesliga und den Schießsport in Deutschland allgemein“, bedauerte Furnier. Die Ligen würden nun quasi eingefroren. Es gebe somit keinen Auf- und keinen Abstieg. Ende August hatte DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann noch verkündet, dass mit der Durchführung auch ein Signal in Richtung Wettkampfsport im gesamten DSB gegeben werden soll.

„Uns erreichte zunächst eine überraschende Mitteilung des Ligaleiters. Der schickte allen Vereinen eine Anfrage, in der angekreuzt werden sollte, ob die 2. Liga normal oder in Form von Fernwettkämpfen durchgeführt werden soll. Und auch die Absage war als Möglichkeit vorhanden“, berichtete der Sportschützen-Vorsitzende Andreas Brenneke. Die Umfrage zwei Wochen vor dem geplanten Ligastart hätte ihn gewundert. „Schließlich waren die Vereine, die den ersten Wettkampftag ausrichten sollten, bereits voll damit beschäftigt, Schutz- und Hygienekonzepte zu erstellen und die Stätten herzurichten“, so Brenneke.

Zu diesem Zeitpunkt seien alle noch davon ausgegangen, dass die Liga stattfindet. Dann sei jedoch die bittere Entscheidung durch den Deutschen Schützenbund bekannt gegeben worden. „Das ist ein Tiefschlag für den Schießsport. Die Vereine haben viel Kraft und Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt. Und auf einmal ist alles vorbei“, ärgerte sich Andreas Brenneke. Der Schießsport sei schließlich keine Kontaktsportart.

„Die Abstände können eingehalten werden. Es wird nicht abgeklatscht, oder umarmt wie bei vielen anderen Sportarten, die ihre Spiele oder andere Wettkämpfe durchführen können“, sagt Brenneke. Als viertgrößter Verband Deutschlands hätte der sich DSB aus seiner Sicht schon mehr anstrengen und Konzepte und Möglichkeiten erarbeiten können, um den Ligabetrieb auszutragen.

Für den Liga-Cup in Nieder Ochtenhausen, der eigentlich als Vorbereitung auf die neue Serie dienen sollte, hatten die Nordbremer im Vorfeld zwei Mannschaften gemeldet. Da Jelle Wind jedoch im Leistungszentrum positiv auf das Corona-Virus getestet wurde und Eyleen Heuwinkel wegen einer Erkältung fehlte, blieb nur noch eine Formation übrig. Da andere Mannschaften teilweise ähnliche Probleme besaßen, halfen die Sportschützinnen Simone Brenneke und Birgit Querfurth beim SV Stuhr von 1912 aus. Mit Philipp Koschinsky und Niels Overgaard waren auch die beiden Lesumer Neuzugänge mit von der Partie.

Die beiden Vorrundenkämpfe gegen den SV Stoppelmarkt und gegen den SV Beverstedt gewann der Titelverteidiger jeweils souverän mit 5:0. „Nicklas Kildehoj unterlief im Duell gegen Stoppelmarkt in der ersten Serie ein kleines Missgeschick, indem er zwei Diabolos in den Lauf seiner Waffe schob. Die Kugeln landeten dann als eine Drei und eine Fahrkarte auf seiner Scheibe“, sagte Andreas Brenneke. Die Drei sei als Schuss gewertet worden. Da die neun anderen Schuss in der Serie eine Zehn waren, verbuchte der Däne immerhin noch 93 Ringe.

„Erfreulich war das starke Auftreten von Kevin Standhartinger in den ersten beiden Wettkämpfen mit 391 und 393 Ringen“, berichtete Brenneke. Im Halbfinale traf der Vorjahressieger auf den Erstliga-Aufsteiger SV Ladekop. Der Erstligist trat allerdings ohne ausländische Schützen an. Die Sportschützen setzten sich mit 4:1 durch. „Da wir vor dem Turnier mit der Mannschaft besprochen hatten, dass jeder Schütze mindestens zwei Wettkämpfe absolviert und auch bei einigen Schützen die Kräfte nachließen, wurden Nicklas und Kevin im Finale gegen Stoppelmarkt geschont“, teilte Andreas Brenneke mit.

Nachdem die Nordbremer den SV Stoppelmarkt im ersten Duell noch locker auf Distanz gehalten hatten, steigerte sich der spätere Finalgegner von Wettkampf zu Wettkampf. „Das bekamen wir dann auch zu spüren. Es war ein hartes Duell bis zum Schluss“, sagte Brenneke. Philipp Koschinsky entschied dieses dank einer Neun im Stechschuss gegen die ringgleiche Paulina Lübben, die nicht über eine Sieben hinaus kam, mit 3:2 für die Sportschützen Bremen. Auch Niels Overgaard (394) und Guido Flierbaum (390) behaupteten sich in ihren Einzelduellen.

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