Meine Woche

Schwer angetan von Werders Torwart Jiri Pavlenka

Der zwölfjährige Niklas Eisenblätter spielt Tischtennis bei der SG Marßel. Der Siebtklässler besucht derzeit die Oberschule Lesum und wohnt in Oslebshausen.
26.01.2021, 14:45
Lesedauer: 6 Min
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Von Karsten Hollmann
Schwer angetan von Werders Torwart Jiri Pavlenka

Marßels Jugend-Tischtennisspieler Niklas Eisenblätter freute sich über den Werder-Sieg.

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Mittwoch, 20. Januar: Durch den blöden Virus haben wir keine Schule, sondern Distanzunterricht. Ich stehe um 10.40 Uhr auf, gehe runter in die Küche und schmiere mir ein Brot mit Diablobutter. Oben drauf kommt Käse. Dann lege ich alles zusammen in die Bratpfanne und gebe einen kleinen Schuss Olivenöl dazu. Anschließend brate ich mir mein Brot kross und verzehre es mit Genuss mit Messer und Gabel. Meine Mama Susanne möchte aber, dass ich auch ein bisschen Gemüse dazu esse. Also knabbere ich auch an einer Karotte. Nach dem Frühstück gehe ich in die Stube, um meine Hausaufgaben zu erledigen. Eigentlich hätte ich heute Tischtennis-Training bei der SG Marßel gehabt. Aber wegen der Corona-Pandemie fällt es leider aus. Theoretisch habe ich zweimal in der Woche am Dienstag und Freitag Training. Ich spiele seit knapp zwei Jahren Tischtennis, habe aber derzeit Knieprobleme. Da aber ja ohnehin kein Training ist, kann ich mein Knie schonen. Ich habe in der Vergangenheit schon verschiedene Sportarten ausprobiert, wie zwei Jahre Schwimmen bei der TuSG Ritterhude und Fußball beim SV Grambke-Oslebshausen – Fußball habe ich sogar sechs Jahre gespielt.

Donnerstag, 21. Januar: Ich stelle mir den Wecker bereits für 8 Uhr, um an der Playstation in Fifa 21 meine Gegner zu besiegen. Wenn ich mir den Wecker wieder erst für 10.40 Uhr gestellt hätte oder später aufstehe, ist die Couch im Wohnzimmer schließlich schon besetzt. Dort sitzt meistens meine Mutter, falls sie nicht gerade arbeitet. Aber dann kommt Vaddern und spielt mein Fifa 19. Weil meine Mama Brötchen geholt hat, mache ich meine Playstation aus und gehe frühstücken. Ich esse eine Brioche mit Nutella. Nach dem Frühstück mache ich auf der Schülerplattform ItsLearning meine Mathe-Hausaufgaben. Unser Thema im Moment lautet Winkel und Zirkel. Nach den Hausaufgaben gehe ich nach unten, um ein Körnerbrötchen zum Mittag zu essen. Danach begrüße ich meinem Vater, der gerade von der Arbeit kommt. Meine Mutter ist im Moment bei meiner Oma, da mein Opa vor kurzer Zeit verstorben ist. Ich gehe wieder nach oben, um online mit meinen Freunden zu spielen. Am Abend gibt es Spaghetti mit Hack und einer Paprikasoße. Kurze Zeit später schaue ich mir in der Stube die lokale Nachrichtensendung buten un binnen im dritten Programm an. Dort wird von Joe Biden und dessen gestriger Amtseinführung als Präsident der Vereinigten Staaten berichtet. Über den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden habe ich mich sehr gefreut, denn ich fand seinen Vorgänger von den Republikanern, Donald Trump, nicht besonders präsidentenwürdig. Hoffentlich wird Biden sich nun mehr um die Corona-Krise kümmern, als dass es Trump getan hat. Ich schaue mir dann auch noch die Tagesschau an, weil ich immer gut informiert sein will. Im Anschluss gibt es zur Abwechslung mal etwas im Fernsehen, was nichts mit Corona zu tun hat. Mit der ganzen Familie schauen wir uns die Krimiserie Nord bei Nordwest mit Hinnerk Schönemann in der ARD an.

Freitag, 22. Januar: Heute findet in der Fußball-Bundesliga ein spannendes Spiel, das Borussen-Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund, statt. Ich bin vorher sehr gespannt, wer gewinnen wird, denn es geht bei den Mönchengladbachern um den vierten Platz, der noch zum Start in der Champions-League reichen würde, und bei den Dortmundern vielleicht um den dritten Platz. Gladbach dreht den Spieß nach einem 1:2-Rückstand nach zwei Toren von Erling Haaland noch zu einem eigenen 4:2-Sieg um. Auch in der 2. Fußball-Bundesliga wird ein Spitzenspiel ausgetragen. Dabei empfängt Fortuna Düsseldorf die Spielvereinigung Greuther Fürth. Das rasante Spiel endet mit einem leistungsgerechten 3:3-Remis. Aber auch das Match zwischen dem VfL Osnabrück und Erzgebirge Aue interessiert mich. Aue setzt sich am Ende mit 1:0 durch. Heute hat mein Onkel Andreas Kniefs Geburtstag. Aber da wir uns ja nicht treffen können, bleibt jeder für sich zu Hause. Wir gratulieren ihm deshalb per WhatsApp. Da schönes Wetter ist, begebe ich mich noch raus auf den Hof, um frische Luft zu schnappen und um ein wenig zu kicken – die Bewegung tut gut.

Sonnabend, 23. Januar: Nach dem Frühstück gehe ich zurück in mein Zimmer, um mit meinen Freunden Fortnite, Minecraft und Fifa 21 zu spielen, da wir und ja nicht treffen können. Am Nachmittag machen Mama, Lukas und ich uns Waffeln und schauen mit Papa die Konferenz der 2. Fußball-Bundesliga. Als wir sehen, dass Eintracht Braunschweig gegen den HSV 2:0 führt, müssen wir als Werder-Fans natürlich schmunzeln. Aber dann gewinnt Hamburg doch noch mit 4:2. Ich gehe dann hoch zu meinem Bruder, um mit ihm zu spielen. Am Nachmittag gucke ich mir das Werder-Spiel in der Fußball-Bundesliga bei Hertha BSC an. Als Davie Selke den Elfmeter zum 1:0 für Werder gegen seinen Ex-Klub versenkt, freut sich hier jeder. Doch dann verursacht Jean-Manuel-Mbom einen Elfmeter auf der anderen Seite. Die Befürchtung ist groß, aber Werders Torwart Jiri Pavlenka hält den Ball und verhindert somit den sicheren Ausgleich. Wir können es gar nicht fassen. Kurz bevor meine Mama mit mir zum China-Imbiss fahren will, kommt die Ecke von Leonardo Bittencourt zu Ömer Toprak, der den Ball mit seinem Kopf zum 2:1 für die Grün-Weißen reinzimmert. Als wir wieder nach Hause kommen, informiert mich mein Papa über das Anschlusstor durch Jhon Cordoba. Während des Essens spielt Maximilian Eggestein einen super Pass auf Bittencourt, der eine Drehung macht und zum 3:1 trifft. Als das Spiel für mich sowieso schon entschieden ist, haut Josh Sargent noch einen Distanzschuss zum 4:1 ins Tor.

Sonntag, 24. Januar: Ich stehe mal wieder früh auf, um in Fifa meine Mannschaft zu verbessern. Zum Frühstück gibt es ein Sonntags-Ei. Anschließend setze ich mich an meine Hausaufgaben in Musik. Auf einem Foto ist eine Frau abgebildet, die mit verschiedensten Instrumenten Musik macht. Beim Mittagessen schnappe ich mir meine Nudeln vom gestrigen Tag und gehe dann mit einem Gähnen in die Stube, um einen Film zu gucken. Als meine Eltern hereinkommen, geselle ich mich lieber zu meinem Bruder, um weiter zu spielen. Beim Online-Spielen mit meinen Freunden treffe ich auf einen Spanier. Endlich kann ich deshalb mal mein Spanisch aus der Schule nutzen. Um 15.30 fängt mein Papa an, das Essen vorzubereiten. Es gibt zart gekochte Rouladen mit frischem Rotkohl und Kartoffeln und einer leckeren Bratensauce. Nach ein paar Stunden ist das Essen auch fertig – es schmeckt ausgezeichnet.

Montag, 25. Januar: Nachdem ich um 8 Uhr aufgestanden bin, lege ich mich gleich wieder hin, weil mein Wecker noch von gestern gestellt war. Als ich um 10 Uhr nach unten komme, sind alle schon mit dem Essen fertig. Aber Mama und Papa warten auf mich, bis auch ich mit meinem Zimtbrötchen mit Marmelade fertig bin. In der Stube schaue ich mir dann die Zeichentrickserie Phineas und Ferb im Fernsehen an. Im Anschluss mache ich mir eine Hühnersuppe von Aldi. Danach gehe ich ein bisschen spazieren, um frische Luft zu schnappen. Am Nachmittag essen wir Kuchen, den mein Bruder Lukas gebacken hat. Er hat uns einen Apfelstreusel-Vanillekuchen gezaubert – Lukas hat große Lust dazu. Genau wie ich spielt er ansonsten auch Tischtennis bei der SG Marßel. Am Abend gibt es überbackene Baguettes mit Kochschinken und Käse.

Dienstag, 26. Januar: Heute bin ich ausnahmsweise mal der Erste unten. Im Fernsehen gibt es eine Sendung, die ich unbedingt gucken will. Um 10 Uhr verspeise ich mal wieder Brötchen zum Frühstück. Ich esse ein Dinkelbrötchen mit Mortadella und trinke dazu einen Kakao. Zum Mittag habe ich keinen Hunger. Ich freue mich aber auch schon auf den Apfelstreusel-Vanillekuchen von gestern, den es etwas später gibt. Normalerweise hätte ich heute Training mit meinem Lieblingsaufwärmspiel Eishockey gehabt. Aber das klappt ja alles momentan nicht. Am Nachmittag gucken wir uns den fünften Teil von „Fluch der Karibik“ an. Am Abend gibt es Käsetortellini mit einer Sahne-Kochschinken-Sauce. Nach dem Essen schauen wir uns noch einen Film auf ProSieben an. Dazu essen wir eine kleine Packung Chips. Ich frage mich, wann ich wohl wieder normalen Unterricht an meiner Schule haben werde und ich endlich meine Klassenkameraden wiedertreffen werde. Ich finde die Fächer Deutsch und ITG (Informationstechnischer Grundkurs) besonders gut. Später möchte ich vielleicht einmal Lehrer werden.

Dennis Walther, der Faustball-Trainer und Interims-Spartenleiter des Blumenthaler TV, wird als Nächster über seine Woche berichten.

Info

Zur Person

Niklas Eisenblätter (12)

ist Tischtennis-Spieler bei der SG Marßel. Der Siebtklässler besucht derzeit die Oberschule Lesum und wohnt mit seinem Vater Kai, seiner Mutter Susanne und seinem zwei Jahre älteren Bruder Lukas Eisenblätter in Oslebshausen.

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