Sichtung im Werderland

Verdacht auf Wolfsriss

Ein Bürger hat in Niederbüren im Werderland ein totes Reh entdeckt und vermutet, es könne durch einen Wolf gerissen worden sein. Bestätigt werden konnte der Verdacht nicht – das Reh wurde nicht mehr gefunden.
23.10.2019, 14:54
Lesedauer: 2 Min
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Verdacht auf Wolfsriss
Von Julia Ladebeck

Werderland. Gab es einen Wolfsriss im Werderland? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben. Den Verdacht hatte ein Bürger geäußert. Er beobachtete am 15. Oktober in der Nähe des Ökopfads in Niederbüren einen vermeintlichen Wolf, der ein totes Reh im Maul getragen haben soll. Er meldete das der Polizei. Die Beamten gaben die Information an den zuständigen Jagdpächter Sven Milz weiter, der sich auf die Suche nach dem Reh machte, es jedoch trotz intensiver Suche, auch mit Hunden, nicht fand. Seiner Einschätzung nach handelte es sich bei dem beobachteten Tier vermutlich eher um einen wildernden Hund. „Damit haben wir sehr häufig Probleme, auch am Sportparksee.“ Auf einen Wolf gibt es laut Milz keinerlei Hinweise, „weder Fährten, noch Losung“.

Auch Birgit Olbrich, die das Naturschutzgebiet im Werderland für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betreut, glaubt nicht daran, dass ein Wolf im Werderland unterwegs ist. „Dass es ein Wolf war, glaube ich nicht“, sagt die Diplom-Biologin. „Wir haben überhaupt keine Hinweise auf einen Wolf in der Gegend. Es gibt keine Spuren.“

Marcus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen und dort Ansprechpartner für das Thema Wolf, hält es grundsätzlich durchaus für möglich, dass ein Wolf das Werderland zu seinem Revier macht. „Der Wolf läuft überall herum und breitet sich aus.“ Nach Angaben der Landesjägerschaft Bremen deuten immer neue Wolfssichtungen auf eine rasche Zunahme der Population hin. Um die Verbreitung einschätzen zu können, werden Beobachtungen gesammelt.

Wer einen Wolf oder ein wolfsähnliches Tier sieht, hat die Möglichkeit seine Beobachtung der Landesjägerschaft oder der Umweltbehörde Bremen zu melden. Die Landesjägerschaft nimmt Hinweise unter der E-Mail-Adresse info@lj-bremen.de und telefonisch unter der Nummer 01 71 / 5 82 52 92 entgegen. Anhaltspunkte für eine bestmögliche Beschreibung gibt die Landesjägerschaft in einem Protokollbogen, der im Internet unter www.lj-bremen.de/Informationen-Wolf-Sichtmeldungen.html heruntergeladen werden kann. Die Bremer Naturschutzbehörde nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 04 21 / 36 17 79 00 und per E-Mail unter naturschutz@umwelt.bremen.de entgegen. Außerdem sind ehrenamtliche Wolfsberater und Wolfsberaterinnen in Bremen tätig. Sie sind telefonisch erreichbar unter der Nummer 01 76 / 42 36 18 15.

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