SG Marßel

Landestitelkämpfe können kommen

Beim Leichtathletik-Sportfest der SG Marßel im Blumenthaler Burgwallstadion haben die Marßeler Aktiven gleich reihenweise hervorragende Darbietungen an den Tag gelegt.
07.07.2020, 16:37
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Landestitelkämpfe können kommen

Charlotte Hesse, hier beim Hochsprung, zeigte sich in Blumenthal in einer sehr guten Form. So erreichte sie sehenswerte 2800 Punkte im Mehrkampf.

fotos: JASPERSEN

Beim Leichtathletik-Sportfest der SG Marßel im Blumenthaler Burgwallstadion haben die Marßeler Aktiven gleich reihenweise hervorragende Darbietungen an den Tag gelegt. So wartete Rebecca Christen mit zwei Qualifikationen für die Landesmeisterschaften und persönlichen Bestleistungen bei den Frauen im Weitsprung, 800-Meter-Lauf und im Fünfkampf mit 3069 Punkten auf.

„Es war einfach wunderbar, wie wir der Corona-Krise getrotzt haben“, schwärmte ihr Vater und Coach Gerold Christen. Im zweiten 100-Meter-Lauf habe es bereits den ersten Knaller gegeben.

„Die Staffelläuferinnen Rebecca Christen, Charlotte Hesse, Bente Hoffmann und Johanna Christen sorgten für starke Zeiten“, frohlockte Gerold Christen. Seine Tochter Johanna Christen habe dabei bei den Frauen einen Raketenstart mit letztlich 13,7 Sekunden hingelegt, Charlotte Hesse mit der Norm für die Landesmeisterschaften (LM) in 13,1 Sekunden gesiegt.

Die LM-Norm glückte auch Tyrese Deede in der männlichen Jugend U18 in 11,6 Sekunden. Annika Sajnog erkämpfte sich die LM-Quali in 13,8 Sekunden bei den Mädchen W14. Im Hochsprung glänzte Jan Kleinekathöfer bei den Junioren U23 mit Sprüngen über 1,73 Meter und Clara Ruppelt mit einer neuen persönlichen Bestmarke von 1,49 Metern.

Damit ist Ruppelt auch bei den Landestitelkämpfen dabei. Rebecca Christen (1,49) und Charlotte Hesse (1,45) sammelten zudem fleißig Mehrkampfpunkte. Die Überraschung im Hochsprung stellte Leni Nowotny dar, die bei den Mädchen W12 mit 1,29 Metern beinahe über ihre eigene Körpergröße sprang.

„Wir haben bei unserem Sportfest eine Atmosphäre erlebt, wie es sie in Bremen schon lange nicht mehr gegeben hat“, betonte Gerold Christen. Alle Resultate seien auch bestenlistenfähig. Im Kugelstoßen überzeugte vor allem Tyrese Deede mit 9,70 Metern. Tolle Mehrkampfpunkte heimsten aber auch Charlotte Hesse und Clara Ruppelt mit Weiten von mehr als neun Metern ein. Rebecca Christen lag mit 8,90 Metern knapp dahinter. Im Weitsprung verzeichnete Jan Kleinekathöfer mit 5,74 Metern den weitesten Satz. Tyrese Deede mit 5,44 Metern stand diesem aber auch in kaum etwas nach.

„Hoch zu bewerten waren aber auch die angesagten Fünf-Meter-Sprünge meiner Tochter Rebecca mit abschließender persönlicher Bestleistung von 5,23 Metern“, versicherte Gerold Christen. Wichtige Punkte sammelte hier zudem Charlotte Hesse mit 4,96 Metern in persönlicher Bestleistung ein. Amelie Cselenyi, die Trainingspartnerin von Rebecca Christen aus Bielefeld, die ebenfalls für die SG Marßel startet, verbuchte fabelhafte 4 ,66 Meter. „Interessant war hier wieder unser Sprungfloh Leni Nowotny, der starke 4,13 Meter schaffte“ sagte Christen.

Über die 800 Meter hatte Gerold Christen vorher den hoch angesetzten Wunsch geäußert, alle Teilnehmer unter die magische Drei-Minuten-Grenze zu bringen. „Und tatsächlich blieben mit Leni Nowotny und Anna Hüser in ihrem ersten 800-Meter-Lauf überhaupt nur unsere jüngsten Starterinnen darüber“, stellte Gerold Christen fest. Im ersten Lauf sorgte Tyrese Deede gemeinsam mit Tamino Loeper für ein gutes Tempo.

Der erst zwölfjährige Loeper forderte den fünf Jahre älteren Deede in 2:48,3 Minuten gehörig. Deede war in 2:46,6 Minuten nur einen Tick schneller. „Dahinter folgte im Viererpack mit starken Zeiten Bente Hoffmann, Clara Ruppelt, Johanna Christen und Bente Hoffmann“, berichtete Christen. Der letzte 800-Meter-Lauf war mit Sieger Jan Kleinekathöfer in 2:19 Minuten der schnellste. Für Rebecca Christen wurde aber auch in 2:29,4 Minuten eine neue persönliche Bestleistung und die damit verbundene LM-Quali notiert. Auch ihre Trainingspartnerin Amelie Cselenyi packte in 2:32,3 Minuten die LM-Norm. „Amelie hat meine Tochter Rebecca während ihrer Quarantäne mit allem versorgt. Die beiden trainieren bereits seit zwei Jahren fünf bis sechs Mal in der Woche zusammen“, informierte Gerold Christen. Davor habe Cselenyi eine lange Pause eingelegt.

„Ich habe bei den Ergebnissen entdeckt, dass die Fünfkampf-Frauen-Mannschaft mit der Punktzahl im vergangenen Jahr Landesmeister geworden wäre. Rebecca rückt mit dem Ergebnis in der inoffiziellen deutschen Rangliste natürlich erst einmal auf Platz eins“, informierte Gerold Christen. Seine älteste Tochter trotzte somit ihrer zweiwöchigen Quarantänezeit im Mai. „Sie war wieder auf hohem Niveau unterwegs“, freute sich ihr Vater. Ihre 100-Meter-Zeit betrug ordentliche 13,3 Sekunden. Im Hochsprung riss sie knapp die 1,53 Meter.

„Dafür waren ihr Weitsprung und die 800 Meter der Wahnsinn“, erklärte Gerold Christen. Er lobte auch die famosen 2800 Punkte von Charlotte Hesse im Mehrkampf. „Wäre sie schon in der U20, wäre die Mannschaft im Fünfkampf mit Amelie Cselenyi, Charlotte Hesse und Rebecca Christen sicherlich der Favorit in der Mannschaftswertung der Landesmeisterschaften“, betonte Christen. Doch im Gegensatz zu den anderen Disziplinen, in denen es im September Landestitelkämpfe geben soll, wurde der Fünfkampf bereits abgesagt. Es werden auch keine deutschen Mannschaftsmeisterschaften ausgetragen. „Da wären wir gerne gefragt worden. Schließlich sind wir bei diesen Meisterschaften immer sehr erfolgreich “, bedauert Gerold Christen die frühzeitige Absage.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+