Gesichter des Freimarkts

„Die Aussicht vom Riesenrad genießen“

Als Bremerhavener ist Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) mit dem Freimarkt vertraut, seit er denken kann. Warum Süßkram und Bratwurst für ihn keine Sünden sind, erzählt er im Interview.
26.10.2018, 14:00
Lesedauer: 2 Min
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„Die Aussicht vom Riesenrad genießen“
Von Nina Willborn
„Die Aussicht vom Riesenrad genießen“

Martin Günthner (SPD) führt als Senator seit acht Jahren das Wirtschaftsressort.

INGO WAGNER

Was ist Ihre erste Erinnerung an den Freimarkt?

Martin Günthner: Auch als Bremerhavener gehört der Freimarkt natürlich ebenso zu meiner Kindheit, wie das bei allen gebürtigen Bremerinnen und Bremern der Fall ist. Besonders beeindruckt haben mich als kleiner Junge die großen Karussells und die vielen bunten Lichter, wenn es abends bereits dunkel geworden war. Den Duft von gebrannten Mandeln liebe ich bis heute.

Mit welchem Karussell fahren Sie auf jedem Freimarkt?

Das Karussellfahren übernehmen mittlerweile meine Kinder. Hoch im Kurs steht da auf jeden Fall der Happy Sailor.

Welches Lied oder welches Geräusch verbinden Sie mit dem Freimarkt?

Wenn ich darüber nachdenke, habe ich sofort die Loseverkäufer mit ihrem „Gewinne! Gewinne!“ im Ohr. Als Kind war ich immer sehr beeindruckt davon, wie schnell sie ihre Ankündigungen runtergerattert haben.

Was ist Ihre Lieblingssünde auf dem Freimarkt?

Einer deftigen Bratwurst, einem ordentlichen Fischbrötchen oder süßen Leckereien kann ich nicht widerstehen. Aber das sind in meinen Augen während der Freimarktszeit eigentlich keine Sünden, sondern sie gehören untrennbar dazu.

Was darf für Sie nie auf dem Freimarkt fehlen?

Das kann ich auch nach so vielen Jahren nicht genau sagen. Der Freimarkt besteht aus so vielen tollen Attraktionen. Zusammen mit dem Trubel, den Gerüchen und den begeisterten kleinen und großen Besuchern wird so immer wieder ein unvergessliches Erlebnis daraus.

Was muss ein Freimarkt-Neuling unbedingt machen?

Ganz klar: Er muss die Aussicht auf Freimarkt und Stadt vom Riesenrad aus genießen!

Was war Ihr größter Fehler?

Als Kind habe ich einmal zu viele Süßigkeiten durcheinander gegessen, sodass mir ganz schlecht wurde. Fahrgeschäfte waren dann an diesem Tag leider tabu.

Warum wird es den Freimarkt auch noch in 100 Jahren geben?

Der Freimarkt ist seit fast 1000 Jahren eine Institution im Norden. Da brauchen wir uns über 100 weitere Jahre keine Gedanken zu machen. Wir wollen den Freimarkt mit seinen vielen Traditionen erhalten, aber auch in Zukunft schauen, was noch besser werden kann.

Beschreiben Sie mal bitte Ihr typisches Freimarkt-Gefühl.

Gute Laune, wenn das Bremer Wetter mitspielt.

Freimarkt ist für mich ...

… wenn meine Kinder beim Rundgang über den Markt leuchtende Augen bekommen.

Die Fragen stellte Nina Willborn.

Info

Zur Person

Martin Günthner (42)

Als Wirtschaftssenator ist Günthner (SPD) der politische Chef des Freimarkts. In diesem Job löste er vor einem Jahr Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) ab, weil sich Zuständigkeiten der Ressorts änderten.

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