Traditionsveranstaltung im Congress Centrum

Eiswettfest wird für 2021 abgesagt

Das Eiswettfest wird im kommenden Jahr nicht stattfinden. Das teilte der Eiswettpräsident nun in einem Schreiben mit. Der Entscheidung ist ein längerer Abwägungsprozess vorausgegangen.
08.09.2020, 15:00
Lesedauer: 2 Min
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Eiswettfest wird für 2021 abgesagt
Von Maren Beneke
Eiswettfest wird für 2021 abgesagt

Dicht gedrängt sitzen die Genossen beim Eiswettfest. Unter anderem aufgrund der Kontaktregelbeschränkungen fällt die Veranstaltung im kommenden Jahr nun aus.

Frank Thomas Koch

Das Präsidium der Eiswette hat sich dazu entschlossen, das Eiswettfest im Congress Centrum im kommenden Jahr ausfallen zu lassen. Das teilte der Präsident der Eiswette von 1829, Patrick Wendisch, am Dienstag in einem Brief an die Teilnehmer der Veranstaltung mit.

„Mit einem kontaktregelbeschwerten Eiswettfest ohne klassische Raupipau fehlt (...) vieles von dem, was unser Eiswettfest eigentlich ausmacht“, heißt es in dem Schreiben. „Raupipau“ ist die Abkürzung für die „Rauch- und Pinkelpausen“, in denen sich die Eiswettgenossen außerhalb der Schollen genannten Tische zum Netzwerken treffen.

„Bei uns stehen – anders als bei vielen anderen Veranstaltungen – das Fest an sich und die Fröhlichkeit im Mittelpunkt“, sagte Wendisch dem WESER-KURIER. Und eine solche Feier sei unter den derzeitigen Regularien nicht möglich.

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Der Entscheidung habe eine schwierige Abwägung zu Grunde gelegen. Immerhin hätte man „ein Zeichen anhaltender Lebensfreude in dieser sehr traurigen und bedrückenden Zeit gesetzt“, heißt es weiter in dem Schreiben. Ein Fest wäre dem Brief zufolge zwar möglich gewesen: unter anderem mit geringerer Teilnehmerzahl – maximal 580 Teilnehmer an Zehnertischen – und aufgeteilt auf verschiedene Räume. „Allerdings ohne eine Garantie der Genehmigung und im Unklaren, was am 16. Januar 2021 wieder oder noch gehen wird“, heißt es weiter.

Bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bedauert man die Absage. Sprecher Christian Stipeldey sagte am Dienstag aber auch, dass diese nicht überraschend gekommen sei. Beim Stiftungsfest wird traditionell für die Seenotretter gespendet, laut Stipeldey kommt bei der Veranstaltung Jahr für Jahr die größte Einzelspende für die Gesellschaft zusammen. Allein in diesem Jahr wurden beim Eiswettfest gut 482 000 Euro für die DGzRS gespendet, der Gesamtetat der Seenotretter liegt den Angaben zufolge bei gut 40 Millionen Euro.

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Ganz leer ausgehen wird die DGzRS 2021 nicht, da ist sich der Sprecher sicher. „Die Eiswette hat eine Verpflichtung auch den Seenotrettern gegenüber“, heißt es auch in dem Brief. Wendisch bittet die Eiswettgenossen darin, mindestens den Teilnehmerbetrag für die Veranstaltung als Spende zu leisten.

Ob das Aus für die Eiswette auch eine Absage für die Schaffermahlzeit bedeutet, steht derzeit noch nicht fest. Ende September müsse eine Entscheidung fallen, sagte Matthias Claussen, der bis vor Kurzem Verwaltender Vorsteher von Haus Seefahrt war. Bis dahin plane man weiter. Claussen sagte auch, dass es unter den derzeitigen Gegebenheiten „sicherlich schwierig“ sei, eine Veranstaltung wie die Schaffermahlzeit auszurichten. Das Format vertrage grundsätzliche Änderungen nicht. „Wir müssen die Schaffermahlzeit nicht mit Gewalt abhalten, wenn die äußeren Umstände es nicht zulassen“, so Matthias Claussen weiter.

Auf eine Tradition müssen die Bremer nicht verzichten: Das Präsidium der Eiswette geht davon aus, dass die Eiswette am Punkendeich auch im kommenden Jahr am 6. Januar veranstaltet werden kann. Auch die bereits gewählten Novizen werden dann ihren Auftritt haben, in 2022 wird es beim Stiftungsfest einen Doppeljahrgang geben. Wendisch: „Nach der Eiswette ist vor der Eiswette, wir fangen bald wieder an zu planen.“

+++ Dieser Text wurde aktualisiert um 20:52 Uhr +++

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