Kita-Plätze in Bremen Findorff fehlen

Gotteshaus wird Kindertagesstätte

Die katholische St. Bonifatius Kirche in Findorff wird ab Ostern zu einem Kindergarten umgebaut. Aber vor Sommer 2020 werden die geplanten rund 80 Betreuungsplätze nicht bereit stehen.
08.02.2019, 19:02
Lesedauer: 3 Min
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Von Anke Velten
Gotteshaus wird Kindertagesstätte

Die Kirche der Katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius wird ab 2020 ein Kindergarten sein, Der Umbau soll nach Ostern beginnen.

Roland Scheitz

Die Findorffer Kirche St. Bonifatius ist dabei, ihr Gesicht zu verändern. Die katholische Gemeinde wird in ihren Kirchenräumen Platz für eine Kindertagesstätte schaffen. Das Gotteshaus soll in den kommenden Monaten aus- und umgebaut werden. Insgesamt 80 bis 85 Kinder in zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen sollen Platz finden. Wunsch der Gemeinde ist es, dass die neue Kita in Trägerschaft des Katholischen Gemeindeverbandes (KGV) ihren Betrieb zum Kindergartenjahr 2020/21 aufnehmen kann. Höchste Zeit: In Findorff werden neue Betreuungsplätze dringend gebraucht.

Die frühere Kirchengemeinde St. Bonifatius wurde Anfang 2007 zusammen mit den katholischen Gemeinden St. Josef, St. Marien und St. Nikolaus zur Kirchengemeinde St. Marien zusammengeschlossen. Gruppenräume sollen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss entstehen. Das zweite Geschoss wird sich die Kita mit dem „Bonifatiussaal" teilen, in dem künftig Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen stattfinden werden.

Steigende Kinderzahlen im Stadtteil

Äußerlich werde die Veränderung des Kirchengebäudes, das Anfang der 1950-er Jahre entstand, vor allem durch den Einbau von Fenstern und Balkonen ins Auge fallen, erklärte Holger Albers aus dem Vorstand der KGV-Verbandsvertretung im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Findorffer Sozialausschusses. Von einem neuen, barrierefreien Zugang und den Einbau eines Aufzugs werden auch die älteren Gemeindemitglieder profitieren, so Albers. In Vorbereitung der Umbaumaßnahmen mussten in Abstimmung mit der Baumschutzverordnung bereits einige Bäume auf dem Kirchengelände weichen – teils, weil sie nicht mehr standfest waren, teils, weil sie einer notwendigen Rampe im Wege standen, erläuterte der Bauingenieur auf Nachfrage. Da die Genehmigungsverfahren länger in Anspruch nähmen als geplant, rechne die Gemeinde mit einem Baubeginn nicht vor Ostern dieses Jahres.

Obwohl die aktuellen Zahlen zu Angebot und Nachfrage im Bereich der Kindertagesbetreuung für Findorff noch nicht vorliegen, zeichnet sich bereits ab, dass es in diesem Jahr besonders eng wird. So berichtete Heidrun Glorian, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums an der Augsburger Straße, den Ausschussmitgliedern von einem „unglaublichen Überhang" an Anmeldungen: Konkret musste die Findorffer Einrichtung in städtischer Trägerschaft laut Glorian insgesamt 66 Kindern Absagen erteilen - davon 26 Kindern im Alter unter einem Jahr. Das Senatsressort für Kinder und Bildung rechnet mit steigenden Kinderzahlen im Stadtteil Findorff. Über das Kita-Neubauprojekt an der Corveystraße, das für Entlastung sorgen soll, gebe es keinen neuen Sachstand, hatte Stadtteilsachbearbeiterin Christina Contu aus der Behörde erfahren. Das Senatsressort für Kinder und Bildung prüft derzeit, ob sich ein Areal auf der Bezirkssportanlage für den Kita-Neubau eignet.

Engpässe auch beim Personal

Immer enger wird es auch im Bereich des Betreuungspersonals, hörte der Ausschuss. Grundsätzlich sei ihre Einrichtung, in der 80 Kinder im Elementarbereich und 20 Krippenkinder betreut werden, personell zufriedenstellend besetzt, erklärte Glorian, die das Haus von Kita Bremen seit zweieinhalb Jahren leitet. Problematisch werde es jedoch sofort, wenn Kräfte wegen Krankheit, Schwangerschaft oder Fortbildungen ausfielen und nicht vertreten werden könnten. Personelle Verstärkung wünsche man sich auch für die Krippengruppen, die vor Jahren von acht auf zehn Kinder aufgestockt wurden, ohne die Personalstunden entsprechend zu erhöhen. „Daher fehlt uns pro Gruppe fast eine halbe Stelle“, erklärte die Pädagogin.

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften habe die Einrichtungen mittlerweile „mit voller Wucht“ getroffen, bestätigte Dirk Sommer, Regionalleiter für die Tagesbetreuung Kita Bremen. Der städtische Träger mit rund 2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei quasi permanent auf der Suche nach Personal. „Aber zurzeit sind die Bewerberzahlen im einstelligen Bereich“, so Sommer. „Wir haben etliche Vakanzen.“

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