Neubau einer alternativen Kinderbetreuungsstätte scheint wieder im Bereich des Möglichen

Hoffnung für Spielhaus an der Corveystraße

Wenn es fertig ist, könnte man es ja "Anja-Stahmann-Haus" nennen. Der Neubau einer Kinderbetreuungsstätte auf dem Findorffer Spielplatz Corveystraße steht zwar noch lange nicht. Aber wenn, dann wird man in Findorff immer gerne an die Sozialsenatorin zurückdenken. Die Senatorin ließ nämlich ankündigen, dass sie für die Finanzierung des Hauses bürgen würde.
08.12.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anke Velten

Wenn es fertig ist, könnte man es ja "Anja-Stahmann-Haus" nennen. Der Neubau einer Kinderbetreuungsstätte auf dem Findorffer Spielplatz Corveystraße steht zwar noch lange nicht. Aber wenn, dann wird man in Findorff immer gerne an die Sozialsenatorin zurückdenken. Die Senatorin ließ nämlich ankündigen, dass sie für die Finanzierung des Hauses bürgen würde.

Regensburger Straße. Zu einem Zeitpunkt, als in Findorff die Hoffnungen auf eine Lösung auf dem Spielplatz Corveystraße schwanden, überraschte die Sozialsenatorin mit einem Versprechen, das die Sache voran bringen könnte. Sie habe den Auftrag, einen Neubau am Standort "zu ermöglichen", berichtete Heidemarie Rose, Leiterin der Abteilung Junge Menschen der Sozialsenatorin, dem Findorffer Stadtteilbeirat. So vage wie sich das auch anhöre, fand Beiratsmitglied Stefan Bendrien (Grüne) gleichwohl: "Es sieht gut aus."

Die Spielplatzinitiative und die ansässigen Kindergruppen hatten sich seit langem für einen Neubau eingesetzt: Seit sie Mitte 2010 von Immobilien Bremen die Nachricht erhalten hatten, dass das alte Spielhaus zu marode sei, um noch saniert werden zu können. Das ehemalige Gebäude der städtischen Gärtner war Mitte der 1970er-Jahre den Findorffer Elterninitiativen zur Nutzung überlassen worden. Bislang war es trotz des Engagements der Initiativen und der Unterstützung aus dem Findorffer Beirat nicht gelungen, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Ein Antrag auf Mittel aus dem Konjunkturprogramm war ebenso abgelehnt worden wie weitere Versuche, Fördermittel zu erhalten.

Umzug in Aussicht gestellt

Konkret in Aussicht gestellt wurde den ansässigen Kindergruppen der Umzug in das benachbarte ehemalige Horthaus von KiTa Bremen an der Augsburger Straße. Nun haben die Initiativen ein Modell vorgestellt, das die geschätzten Kosten von 365000 Euro durch Impulsmittel, Gelder der Stiftung Wohnliche Stadt und Eigenmittel finanzieren möchte. Die Senatorin befürworte dieses Finanzierungskonzept, so Heidemarie Rose. Für die Kreditaufnahme der Eigenmittel wolle die Sozialsenatorin die Bankbürgschaft übernehmen.

Der Findorffer Stadtteilbeirat hatte einen Neubau auf dem Spielplatz Corveystraße von Anfang an befürwortet, vor allem in Hinsicht auf das Jahr 2013, wenn Eltern von unter dreijährigen Kindern ihr Recht auf einen Betreuungsplatz geltend machen können. Auch Anja Stahmann hatte sich bereits in ihrer Funktion als bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion wiederholt für einen Neubau eingesetzt.

Die wesentliche Voraussetzung für die Senatorin, die Bürgschaft zu übernehmen, sei, dass das Grundstück den Bauherren kostenlos überlassen werde, so Heidemarie Rose. Bislang berufen sich die Initiativenvertreter dabei auf eine mündliche Zusage, die sie vor etwa einem Jahr bei einer Ortsbegehung von Stadtgrün-Vertretern erhalten hatten, so Ellen Steinl aus dem Vorstand der ansässigen "Kieselknirpse". Eine schriftliche Bestätigung solle folgen, sobald konkrete Pläne vorhanden seien. "Da sind wir im Moment noch dran", so Ellen Steinl.

Im übrigen sei man glücklich, dass sich "die positiven Signale verdichten", so Stephan Leenen, Vorstand der Spielplatzinitiatie Corveystraße. Er wünsche sich in Zukunft eine reibungslose Zusammenarbeit mit Amt und Behörde und hoffe, "dass benötigte Unterstützung und entsprechende Informationen zeitnah gegeben werden", so der Findorffer. Einen Zeitrahmen für das Projekt gebe es nicht, so Ellen Steinl. Sie sei allerdings optimistisch, dass im Jahr 2012/2013 eine Fertigstellung möglich wäre, "wenn alle das Projekt wirklich wollen".

Als "Planungskonferenz" für den Bereich Kinderbetreuung und Bildung hatten die Findorffer Beiratsmitglieder ihre öffentliche Sitzung am 30. November geplant und Behördenvertreter dazu aufgefordert, mit konkreten Zahlen den Status Quo, die Prognosen und die Planungen ihrer Behörden preiszugeben. Wie es genau um die Betreuung von unter dreijährigen Kindern im Stadtteil bestellt ist, und was sich in den Findorffer Grundschulen auf Dauer tun wird, dazu war an diesem Abend allerdings wenig Konkretes zu erfahren.

Die Haushaltsbudgets waren erst unmittelbar im Vorfeld bekannt geworden, hieß es. Man bat um Verständnis, dass das zu kurzfristig war für verlässliche Planungen. Der Beirat beschloss, den Behörden eine Frist bis zum kommenden Frühjahr einzuräumen und dann erneut zur Planungskonferenz einzuladen.

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