Open-Air-Konzert im Schlachthof

Sitzend und rein akustisch

Boranbay tritt in der Arena im Kulturzentrum Schlachthof auf. Die Bremer Band spielt dort zwei Unplugged-Konzerte.
17.08.2020, 05:00
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Von Chantal Moll
Sitzend und rein akustisch

Die Band Boranbay spielt in der Reihe „Sommer Summarum“.

Julia Preiß

Eine Open-Air-Bühne, laute Musik bei Sonnenuntergang, tausende Menschen, die sich drängeln und tanzen: „Das wird wohl noch dauern“, meint Moritz Anton O’Swald. Dafür tritt der Bassist mit seinen Band-Kollegen von Boranbay allerdings Ende August gleich zweimal in der Arena am Schlachthof bei einem Sitzkonzert auf. Laut wird es jedoch nicht, wie die Fans der Modern Rock Band es sonst gewohnt sind. „Es ist gerade einfach zeitgemäßer, ein unplugged Konzert zu spielen als volles Brett“, meint Sänger Yâsin Lucas Boranbay. Die Bremer Jungs zeigen sich in einer unplugged Version, also akustisch, passend zum Sitz-Ambiente. Daher werde es mit 60 Gästen bei beiden Auftritten eher ein „familiäres Konzert“, wie O’Swald erklärt.

Die Band Boranbay, das sind Sänger Yâsin Lucas Boranbay mit Gitarre, Moritz Anton O’Swald am Bass und der Drummer Simon Leander Raschen. Raschen zeigt sich in der Arena vor dem Schlachthof auch am Piano. Angefangen haben O’Swald und Sänger Boranbay im Jahr 2017 mit dem Genre Stoner Rock. „Es ist was komplett anderes draus geworden“, berichtet Sänger Boranbay. Zuwachs bekamen sie von Kollege Raschen mit Einflüssen aus dem Metal. O’Swald bringt Erfahrungen aus dem Bereich Jazz mit. Boranbay ist eher poppig unterwegs und nahm bereits mit dem Produzenten Steff Ulrich im Jahr 2015 ein Album auf. „Rock ist allerdings unser Grundgerüst“, erklärt der Sänger den Stil der Band. Das Genre der Band habe sich verselbstständigt und manchmal sei es gar nicht so wichtig, sich vorher zu überlegen, in welche Musikrichtung die Band gehen soll. Unplugged zu spielen sei gerade spannend, sagt O’Swald. „Wir sind eigentlich sehr laut im Sound. Für viele, die uns kennen wird es eine neue Erfahrung“, erklärt er. Im Lockdown hätte die Band wie auch alle anderen nicht die Möglichkeit gehabt Konzerte zu spielen. Die Zeit haben die Musiker jedoch genutzt, um sich auszuprobieren – gerade im akustischen Bereich.

Möglichkeiten, die andere nicht haben

Ihren Bandnamen verdanken die Bremer Jungs dem Produzenten Ulrich. „Er sagte mir mal, den Namen kann jeder schreiben und obendrein sei es noch ein geiler Bandname“, berichtet Sänger Boranbay. „Boranbay steht also nicht für mich als Solokünstler. Wir sind eine Band“, stellt er klar. Produzent Ulrich sei für die Band schon immer eine große Hilfe und Inspiration gewesen. In seinem Studio dürfen die Jungs proben und können auch direkt Songs produzieren, das gebe der Band viele Möglichkeiten, die andere vielleicht nicht hätten, so Sänger Boranbay. Ihr erster Song „Monster“ erschien im Januar 2018 mit einem Video auf Youtube. Dieses führte zu einer Anfrage von der niederländischen Band Kensington und brachte Boranbay ein halbstündiges Set als Vorband im Modernes. Am Freitag, 28. August, veröffentlichen die Bremer Jungs ihre zweite Single „Conversations“. Ein Album solle auch irgendwann folgen, erst mal seien jedoch einige Singles geplant. „In erster Linie verarbeiten wir das, was wir fühlen und denken“, sagt der Sänger über die Musik der Band.

Wie das Konzert in der Arena vor dem Schlachthof zu Zeiten der Pandemie aussehen soll, erklärt Bettina Geile aus dem Veranstaltungsbüro des Kulturzentrums. „Auf keinen Fall Alkohol“, stellt Geile klar. Einen Getränkeausschank soll es nicht geben – ob alkoholisch oder nicht. Besucher können ihre eigenen Getränke mitbringen, der Schlachthof wolle jedoch nicht, dass bei den Konzerten Alkohol verzehrt werde. Mit dem Ausfall eines Getränkeausschanks falle für das Kulturzentrum eine wichtige Einnahmequelle weg, wie Geile sagt. Auch bei den Konzerten im Freien müssen alle Gäste ihre persönlichen Daten dalassen, dazu gehören auch die Anschrift und eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. In die Arena dürfen maximal 60 Besucher. Paarweise können die Gäste sich zusammensetzen. Markierungen auf den Treppen der Arena geben an, wo welches Paar sitzen kann. Sobald die Plätze eingenommen sind, darf auch der Mundschutz ab. Bei allem anderen gilt die Mundschutz-Pflicht.

Sitzkonzert im Schlachthof

Bereits kürzlich trat die Band Paloma & The Matches in der Arena auf. Sie war damit die erste Band seit März, die am Schlachthof wieder vor Publikum spielen durfte und trat in der Reihe „Sommer Summarum“ auf. In der Kesselhalle, ebenfalls in Form eines Sitzkonzertes, zeigen sich am Freitag, 28. August, On The Jazzy Side Of Pop und im Vorprogramm das Duo Doglance. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit Bremen Zwei. Bremen Zwei verlost Tickets für maximal hundert Personen bei dem Konzert in der Kesselhalle, käuflich erwerben können Interessierte die Tickets also nicht. Hierbei handle es sich um eine Art Testlauf im Rahmen aller behördlichen Vorschriften. Das Kulturzentrum Schlachthof plane jedoch noch weitere Konzerte, ob drinnen oder draußen, wie Geile berichtet.

Obwohl sich die Band Boranbay bei ihren beiden Konzerten vor dem Schlachthof unplugged präsentiert, verspricht Sänger Boranbay: „Wir bleiben laut.“ Akustisch zu spielen sei ein Ausflug, aber laut wolle die Band auf alle Fälle bleiben.

Weitere Informationen

Eine Vorstellung von Boranbay im Kulturzentrum Schlachthof, Findorffstraße 51, ist ausverkauft. Doch für die Zusatzshow am Sonnabend, 29. August, um 18 Uhr gibt es noch Tickets. Der Eintritt kostet sieben Euro pro Person, Karten gibt es unter www.eventim.de im Internet.

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