Verdächtige festgenommen

„Oma“ durchschaut den Enkeltrick

Eine Verdächtige, die versucht hatte, sich als das Enkelkind einer 71-Jährigen aus Bremen-Findorff auszugeben, konnte vorläufig festgenommen werden. Denn sie wurde ausgetrickst: von der „Oma“.
21.06.2019, 19:21
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„Oma“ durchschaut den Enkeltrick
Von Heinz-Peter Petrat
„Oma“ durchschaut den Enkeltrick

Spätestens, wenn es darum geht, persönliche Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände herauszugeben, sollte man das Gespräch beenden und die Polizei informieren. (Symbolbild)

Jan-Philipp Strobel/dpa

Eine 71-Jährige in Findorff hat eine Betrügerin abblitzen lassen und stattdessen die Polizei angerufen. Die nahm die Verdächtige vorläufig fest. Am Donnerstagnachmittag hatte die Frau in der Andreestraße einen Anruf erhalten. Die Anruferin gab sich dabei als älteste Enkelin der 71-Jährigen aus. Blöd nur, dass das ältestes Enkelkind der Findorfferin ein Junge ist.

Die Anruferin sagte, dass sie für einen Immobilienkauf Bargeld für eine Anzahlung brauche und bat ihre „Oma“ um das Geld. Die ging zum Schein ein und sagte zu, von ihrer Bank Geld zu holen. Stattdessen informierte sie aber die Polizei. Zivile Einsatzkräfte ließen die 71-Jährige ab jetzt nicht mehr aus den Augen.

Bei ihrer Bank hob die Frau zum Schein Geld ab. Danach wurde sie immer wieder von der angeblichen Enkelin angerufen und zu unterschiedlichen Orten gelotst. Zu einer Übergabe kam es an diesem Nachmittag allerdings nicht. Am Hauptbahnhof konnten die Polizisten aber trotzdem eine verdächtige Frau vorläufig festnehmen, die gerade versuchte, ihr Aussehen zu verändern. Sie hatte die Frau aus Findorff während der gesamten Zeit beobachtet und verfolgt.

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In diesem Zusammenhang rät die Polizei, sofort den Hörer aufzulegen, wenn bei Anrufen zum Beispiel gefordert wird, das Telefonat und die Angelegenheit geheim zu halten, wenn schnelle Entscheidungen getroffen werden sollen und man aufgefordert wird, Kontakt mit Fremden aufzunehmen.

Spätestens aber, wenn es darum geht, persönliche Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände herauszugeben, sollte man das Gespräch beenden und die Polizei informieren. Über den Notruf 110 kann der verdächtige Anruf der Polizei mitgeteilt werden. Weiter rät die Polizei, sich nicht am Telefon ausfragen zu lassen und keine Auskünfte zu persönlichen und finanziellen Verhältnissen zu geben. Und unter keinen Umständen sollten Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte übergeben werden. In dem Zusammenhang rät die Polizei auch, keine Unbekannten in die Wohnung zu lassen.

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