Schönes einer Nomadenkultur

Findorff. Filzen erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance in Deutschland. Doch was kirgisische Frauen anlässlich der Ausstellung traditioneller Handwerkskunst aus dem fernen Land an der Seidenstraße in der Halle des Medien- und Kulturzentrums Plantage 13 anboten, stellte für die meisten Besucher wohl alles bisher Gesehene in den Schatten. Der Deutsch-Kirgisische Kulturverein und die deutsch-kirgisische Stiftung "Shardana", die alleinerziehenden und kinderreichen Frauen in Kirgisistan eine solide Lebensgrundlage vermitteln möchte, hatten diese eintägige Ausstellung in Findorff organisiert.
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Von Christiane Tietjen

Findorff. Filzen erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance in Deutschland. Doch was kirgisische Frauen anlässlich der Ausstellung traditioneller Handwerkskunst aus dem fernen Land an der Seidenstraße in der Halle des Medien- und Kulturzentrums Plantage 13 anboten, stellte für die meisten Besucher wohl alles bisher Gesehene in den Schatten. Der Deutsch-Kirgisische Kulturverein und die deutsch-kirgisische Stiftung "Shardana", die alleinerziehenden und kinderreichen Frauen in Kirgisistan eine solide Lebensgrundlage vermitteln möchte, hatten diese eintägige Ausstellung in Findorff organisiert.

Sowohl die Farbzusammenstellungen als auch die Verarbeitung zeugten von der hohen handwerklichen Kunstfertigkeit, die in Kirgisistan einer langen Tradition entstammt. In dem zentralasiatischen Land mit über 7000 Meter hohen Bergen und der für die Landwirtschaft urbar gemachten Steppe hat sich eine bedeutende Nomadenkultur entwickelt. Seit Alters her verarbeiten die Frauen dort Wolle und Leder zum Schutz vor extrem kalten oder warmen Temperaturen.

Gesteppte Jacken, Decken, Schals aus Wolle, auch mit Seide gemischt, wurden an den Verkaufsständen ausgestellt. Ebenso gehörten pelzbesetzte Mützen, bestickte Taschen, großformatige, dekorative Wandteppiche und Schmuck zu den Handarbeiten. Die angebotenen Produkte bestachen nicht nur ihre Zweckmäßigkeit und gute Verarbeitung, sondern besonders durch ihre Schönheit und leuchtende Farbigkeit. Wie gut die Jacken, Ponchos und Kappen zu Jeans passen und in unseren Breitengraden tragbar sind, zeigte eine Modenschau.

Nurzat Moldobaeva, Tourismusmanagement-Studentin an der Hochschule Bremen, begrüßte unter den Gästen auch den Honorarkonsul der Kirgisischen Republik, Eberhard Haas, Asel Temiralieva-Meyer, die Vorsitzende des deutsch-kirgisischen Kulturvereins aus Berlin, und Franz Dwertmann, der als Deutschlehrer am Gymnasium Obervieland zahllose Austauschprogramme organisiert hat. Dwertmanns organisiert zwei Mal im Jahr für die Dauer von zwei Wochen Projekte zum gegenseitigen Kennenlernen der Kulturen. In einem stand unter anderem die Gegenwartsliteratur im Mittelpunkt; der Vergleich deutscher Schriftsteller wie Heinrich Böll und Günther Grass mit Dschingis Aitmatow. Von diesem kirgisischen Dichter mit Weltruhm stammt die Erzählung "Dschamilja", die der 1982 verstorbene französische Dichter und Schriftsteller Louis Aragon einmal als "schönste Liebesgeschichte der Welt" bezeichnet hat.

Während der Ausstellung bekamen die Besucher nicht zuletzt durch die Klänge von Amar Serkebaers und seiner Frau Akylbek, beide Musikschullehrer vom See Ysyk-kol, einen Höreindruck von kirgisischer Kultur. Sie musizierten in ihrer farbenprächtigen Tracht auf Saiteninstrumenten namens Komul, den Rhythmus gab eine Art Maultrommel vor.

Wer mehr über die kirgisische Kultur erfahren möchte, findet den Deutsch-Kirgisischen Kulturverein im Internet: www.dkk-verein.com.

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