Coronavirus Sieben Covid-19-Tote in Findorffer Pflegeheim

Seit mehreren Wochen steht ein Pflegeheim in Findorff unter Quarantäne, die Auflagen sind streng. Dennoch kommt es zu Neuinfektionen. Bislang sind sieben Bewohenr an Covid-19 gestorben.
23.04.2020, 06:00
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Sieben Covid-19-Tote in Findorffer Pflegeheim
Von Jean-Pierre Fellmer

In einem Seniorenheim in Findorff, dem Zentrum für Betreuung und Pflege im Weidedamm, ist es trotz Auflagen des Gesundheitsamts in den vergangenen Tagen zu Neuinfektionen mit dem Coronavirus gekommen. Das teilte die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit. Maßnahmen zur Eindämmung habe die Heimleitung „nicht in vollem Umfang umgesetzt“, heißt es weiter. Sieben Bewohnerinnen und Bewohner sowie zwei Beschäftigte seien in den vergangenen Tagen positiv auf das Virus getestet worden.

Die Bewohner, die Mitarbeiter, deren Infektion bestätigt ist, sowie weitere Verdachtsfälle wurden am Mittwoch in umliegende Krankenhäuser gebracht, wie Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts, mitteilte. Seit fünf Wochen komme es in der Einrichtung vermehrt zu Infektionen mit dem Coronavirus. Das Heim stehe schon seit gut drei Wochen unter Quarantäne, sagte Fuhrmann. Anfang April hatte es laut Gesundheitsamt in insgesamt sechs Pflegeeinrichtungen in Bremen bestätigte Corona-Fälle gegeben. Zwei von ihnen seien damals unter Quarantäne gestellt worden.

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Die Korian-Unternehmensgruppe, zu der das Findorffer Pflegeheim gehört, teilte am Mittwoch auf eine Anfrage des WESER-KURIER mit, dass seit dem 16. März insgesamt sieben Bewohner an einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind. Damit machen die Verstorbenen des Pflege- und Seniorenheims knapp ein Viertel der vom Gesundheitsressort insgesamt bislang vermeldeten 27 Bremer Opfer der Krankheit Covid-19 (Stand: Mittwochabend) aus.

Nach Angaben von Pressesprecherin Tanja Kurz leben derzeit 56 Bewohner in der Einrichtung. Zum Schutz der Bewohner ist das Findorffer Pflegeheim bereits am 13. März für Besucher und Dienstleister geschlossen worden, sagt Kurz. Ausnahmen gebe es nur bei der Palliativbegleitung und medizinisch angeordneten Behandlungen. In Rücksprache mit dem Gesundheitsamt habe man die Einrichtung am 26. März unter Quarantäne gestellt.

Die Hygienemaßnahmen seien verschärft und zweimal tägliche Temperaturkontrollen eingeführt worden. Infizierte Bewohner würden in ihren Zimmern isoliert. Man orientiere sich an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts und arbeite eng mit den lokalen Behörden zusammen, sagt Kurz weiter. Da sich einige Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne befänden, habe man Zeitarbeitskräfte eingesetzt. Das Personal mit Verdacht auf Infektion werde nun zweimal getestet.

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