Deportation im März 1943 Sinti und Roma zum Gedenken

Der Bremer Sinti-Verein und der Arbeitskreis Erinnern an den März 1943 haben zum Gedenken eingeladen: Vom Schlachthof aus wurden 275 Sinti und Roma ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert.
08.03.2020, 19:56
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Sinti und Roma zum Gedenken
Von Justus Randt

An diesem Montag ist es 25 Jahre her, dass die Gedenktafel zur Erinnerung an den März 1943 am Schlachthof in Findorff aufgestellt wurde: 275 Sinti und Roma aus dem Bremer Westen, Bremerhaven und Oldenburg wurden hier in eine Halle gepfercht, um dann in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht zu werden. Die meisten haben nicht überlebt. Europaweit sind etwa 500 000 Sinti und Roma Opfer der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime geworden.

Ihnen zum Gedenken hatten der Arbeitskreis (AK) Erinnern an den März 1943 und der Bremer Sinti-Verein am Sonntag an das Mahnmal eingeladen. Dort wurden die Namen der Bremer Opfer vorgelesen – sofern sie bekannt sind. „Vielleicht ist es in ein, zwei Jahren so weit, dass der Bürgermeister selbst zum Gedenken einlädt, wie es in anderen Städten üblich ist“, sagte Ralf Lorenzen vom AK. Hermann Ernst, Vorsitzender des Bremer Sinti-Vereins, sagte: „Auf dem Weg zur Gleichberechtigung haben wir viele neue Freunde dazugewonnen.“ In einer Zeit, „in der rechtes Gedankengut und Rassismus wieder auferstehen“, bleibe jedoch viel zu tun.

Daran knüpfte auch Sofia Leonidakis, Fraktionssprecher der Linken in der Bremischen Bürgerschaft, an. Sie zeichnete die Kontinuität nach, mit der Sinti und Roma bis heute verfolgt würden. Ortsamtsleiterin Ulrike Pala begrüßte den Ansatz Sachsen-Anhalts als Vorbild, die „Wiederbelebung nationalsozialistischen Gedankenguts“ ausdrücklich in der Landesverfassung zu geißeln. „Schade, dass es nötig ist. Gut, dass es möglich ist.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+