In der Kritik

The Dead South

Die kanadische Folk-Bluegrass-Band The Dead South sorgte für großen Jubel im ausverkauften Schlachthof. Kein Wunder: Einige Kritiker bezeichnen die vier Musiker als böse Zwillinge von Mumford & Sons.
27.03.2019, 20:58
Lesedauer: 2 Min
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The Dead South
Von Alexandra Knief
The Dead South

Knorrige Bäume in rotem Licht: The Dead South überzeugten im Schlachthof nicht nur musikalisch, sondern auch mit einem schlichten, aber eindrucksvollen Bühnenbild.

KulturKraken

Es ist ein echter Geheimtipp, den die Kulturkraken hier nach Bremen geholt haben: The Dead South starteten am Dienstag im Bremer Schlachthof ihre Europatournee. Eigentlich sollte das Konzert im Lagerhaus stattfinden, vor zwei Jahren spielte das Quartett sogar noch im Karton. Doch aufgrund der großen Nachfrage wich man nun auf den Schlachthof aus – und spielte auch hier vor ausverkauftem Haus. Kritiker bezeichneten die Folk-Bluegrass-Band aus Kanada bereits als die „bösen Zwillinge von Mumford & Sons“.

Ein Vergleich mit Berechtigung. Die Musik von The Dead South ist geprägt von Gitarre, Banjo, Mandoline und Cello. Letzteres hängt Musiker Danny Kenyon sich auch gerne mal wie einen E-Bass um. Insgesamt präsentierte die Band eine interessante musikalische Kombi, die sich allein wegen des unglaublichen Tempos und der perfekt harmonierenden Stimmen von Nate Hilts und Scott Pringle unverkennbar von anderen Formationen der Szene unterscheidet. Am meisten gefeiert wurde am Dienstag wenig überraschend „In Hell, I’ll Be In Good Company“, der wohl bekannteste Song der Band, der bei Youtube mehr als 115 Millionen Mal geklickt wurde.

Freunde großer Worte sind die vier Musiker, stilsicher gekleidet in weißen Hemden und Hosenträgern, nicht. Die Kommunikation mit dem Publikum beschränkte sich auf wenige ins Mikro genuschelte Sätze, die mehr nach tiefsten Südstaaten als nach ­Kanada klangen, und gezielte „Wie geht‘s?“-Rufe, mit denen jeder englischsprachige Musiker, der etwas auf sich hält, früher oder später seine Deutschkenntnisse auf der Bühne präsentiert. Das simple, aber wirkungsvolle Bühnenbild bestand aus vier knorrigen Pappbäumen, die unterschiedlich angestrahlt, mal mysteriös grün, mal bedrohlich rot für atmosphärische Vielfalt sorgten. Vier vor den Mikros montierte Glühbirnen flackerten immer dann auf, wenn der jeweilige Musiker gerade spielte oder sprach.

Bevor ihre Show losging, überließen The Dead South die Bühne ihren Supports. Und davon hatten sie gleich zwei mitgebracht. Den Anfang machte der kanadische Singer-Songwriter Danny Oliver mit einigen ruhigeren Nummern, bevor der Texaner Matthew Logan Vasquez und seine Band mit Drums, E-Bass, E-Gitarre, sowie Anleihen bei Elvis oder Motörhead das Publikum in der Kesselhalle schon mal ins Schwitzen brachte. Mit fast eineinhalb Stunden allein für die Vorbands bekamen die Konzertbesucher für ihr Geld ordentlich was geboten.

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