Geplante Bahnwerkstatt Oslebshauser Firmeninhaber fürchten um ihre Existenz

Ende Februar wird über den Standort für die ab 2024 benötigte neue Bahnwerkstatt entschieden. Das könnte gravierende Folgen für fünf Betriebe an der Reitbrake haben.
04.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Oslebshauser Firmeninhaber fürchten um ihre Existenz
Von Anne Gerling

Ende Februar will die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) den Auftrag für den Bau von zunächst 30 neuen Personenzügen für das Expresskreuz Bremen/Niedersachsen vergeben. Sollte die Wahl auf einen Bewerber fallen, der die in der Ausschreibung mitgeforderte Bahnwerkstatt an der Reitbrake errichten möchte, so könnte dies für mehrere Unternehmen vor Ort teilweise gravierende Folgen mit sich bringen.

Denn auf dem Bremenports-Areal an den Gleisen der alten Hafenbahn zwischen Oslebshauser Landstraße und Riedemannstraße sind fünf Betriebe ansässig, deren Inhaber dort zum Teil auch kräftig investiert haben und auf die mit dem Bau einer Bahnwerkstatt ein so kosten- und zeitintensiver Umzug zukäme, dass einige von ihnen nun um ihre Existenz fürchten.

So nutzt seit etwa 40 Jahren ein Schrott- und Metallhandel einen Teil des Areals als Container-Lager und seit einigen Jahren haben auch zwei Landschaftsgärtner dort Lagerflächen angemietet. Ein auf Baustoffe spezialisiertes Transportunternehmen wiederum schlägt an der Reitbrake mit derzeit neun Mitarbeitern Steine für Deutschland und ganz Europa um. Inhaber Thomas Freienhofer lagert Kies, Split, Natursteine und andere Materialien auf einer von ihm angemieteten Fläche, auf der er mehrere Hundert Beton-Legosteine für Überdachungen und Schüttgut-Boxen verbaut hat.

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„Zig Tausend Tonnen Material müssten weg“, sagt Freienhofer, der betont: „Wir wollen alle gerne hier bleiben.“ Der Standort sei schließlich gut und rücke demnächst mit dem sehnlichst erwarteten Autobahn-Ringschluss auch endlich noch näher ans Güterverkehrszentrum (GVZ) heran. Mit besonders großen Verlusten verbunden wäre ein Umzug wohl für Freienhofers Nachbarn, einen Großhandel für Transportverpackungen. Etwa 180.000 Euro sind dort seit 2004 in das 4500 Quadratmeter große Grundstück investiert worden – im guten Glauben, dass der Vertrag nicht gekündigt und man beim Verkauf als Erster berücksichtigt werde. Schließlich lag die Fläche seit Kriegsende brach.

Die fünf Unternehmer, die sich mittlerweile in einem gemeinsamen Brief an Bremenports gewandt haben, sind geschockt. Nur einem von ihnen ist bislang überhaupt offiziell – und erst vor Kurzem – mitgeteilt worden, dass sein Grundstück je nach Entscheidung der LNVG möglicherweise für die Bahnwerkstatt benötigt werde. Im August war unangekündigt und ohne nähere Erklärungen der Boden untersucht worden, erinnern sich die Firmeninhaber und fragen sich nun, ob sich der Verkauf der Fläche – für die sie seit Jahren stets pünktlich Miete zahlen – für die Stadt am Ende überhaupt lohnt. Denn in dem aufgeschütteten Areal sollen Schutt, Trümmer und Bomben schlummern; erst mal müsste also kräftig in die Kampfmittelbeseitigung investiert werden.

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