Angebot an Eltern von Kita-Kindern

Impfungen in Gröpelingen starten am Montag

Eltern von Kita-Kindern in Gröpelingen können sich ab Montag im Lichthof impfen lassen, die Behörde hat dafür Berechtigungsscheine verteilen lassen. Zunächst sind 2000 Impfdosen dafür vorgesehen.
06.05.2021, 21:36
Lesedauer: 3 Min
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Impfungen in Gröpelingen starten am Montag
Von Sabine Doll
Impfungen in Gröpelingen starten am Montag

Standort für die Impfkampagne ist das Lichthaus an der Waterfront.

Frank Thomas Koch

Die ersten Berechtigungsscheine für die Corona-Impfungen in Gröpelingen sind verteilt. Zielgruppe sind Mütter und Väter von Kita-Kindern. Wie der WESER-KURIER berichtete, sollen in Stadtteilen mit besonders hohen Infektionsraten außerordentliche Impfkampagnen gestartet werden. „Gröpelingen macht am Montag den Anfang“, sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). „2000 Dosen des Moderna-Impfstoffs sind in einem ersten Schritt dafür vorgesehen.“ Wie bei den Vakzinen von Biontech und Astra-Zeneca sind zwei Spritzen erforderlich, damit die maximale Schutzwirkung aufgebaut werden kann.

Ursprünglich sollte mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geimpft werden, dafür wäre nur eine Spritze erforderlich. Hintergrund des Wechsels zu Moderna ist, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) in der kommenden Woche die Impfung mit Johnson & Johnson offenbar für Menschen ab 60 Jahren empfehlen wird. In einigen Benachrichtigungen, die über die Kitas in Gröpelingen bereits ausgegeben wurden, ist noch Johnson & Johnson angegeben. Wie die Gesundheitssenatorin am Freitag mitteilte, werden die Zweitimpfungen mit Moderna voraussichtlich im Impfzentrum Bremen-Mitte stattfinden.

Bremen ist nicht die erste Stadt, die mit einer solchen Aktion auf hohe Infektionszahlen in bestimmten Regionen und Quartieren reagiert: Köln hat am Montag im Stadtteil Chorweiler, wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 500 lag, mit einer ähnlichen Kampagne begonnen. Dort konnten die Menschen ohne Anmeldung zur Impfung kommen. Diesen Weg geht Bremen nicht. „Über die Kitas werden Scheine mit Codes an die Eltern von Kita-Kindern verteilt. Darauf ist ein Zeitkorridor angegeben, in dem sie zur Impfung kommen können. Es handelt sich um einen Berechtigungsnachweis“, betont Fuhrmann.

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Die Organisation und die Impfungen vor Ort übernimmt laut dem Behördensprecher das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das mit mobilen Teams und entsprechend Personal vor Ort sein wird. Standort für die Impfkampagne in der kommenden Woche ist nach Angaben des Behördensprechers das Lichthaus an der Waterfront. „Die Aktion ist zunächst auf 2000 Impfungen beschränkt, weil dies die Anzahl von Impfdosen ist, die wir aktuell dafür zur Verfügung haben“, sagt Fuhrmann.

Die Kampagne soll nicht auf Gröpelingen beschränkt bleiben, und auch in dem Stadtteil im Westen soll sie den Plänen zufolge über die aktuell 2000 Impfdosen hinaus fortgeführt werden. „Gröpelingen ist der Einstieg“, so Fuhrmann. Welche weiteren Stadtteile auf der Liste stehen, konnte der Behördensprecher nicht sagen. „Es handelt sich um Stadtteile mit hohen Inzidenzen, die wie Gröpelingen strukturell benachteiligt sind“, so der Behördensprecher. Laut den alle zwei Wochen von der Gesundheitsbehörde veröffentlichten Infektionsraten auf Stadtteilebene trifft dies unter anderem auf Osterholz, Huchting oder Blumenthal zu.

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Dass sich das Impfangebot in Gröpelingen zunächst an Eltern von Kita-Kindern richtet, liegt laut Fuhrmann zum einen an der Anzahl der Impfdosen. „Wir hoffen natürlich, dass schnell mehr dazu kommt. Außerdem halten wir es für ein gutes Verfahren, bestimmte Zielgruppen direkt und strukturiert anzusprechen.“ Ob und wie dieses Verfahren funktioniert, soll mit der Auftaktkampagne in Gröpelingen ausgewertet werden. „Dazu gehört vor allem auch, wie gut das Angebot von Menschen angenommen wird", betont Fuhrmann.

Helmut Zachau vom Gesundheitstreffpunkt West in Gröpelingen sieht einige Möglichkeiten, um die Impfbereitschaft zu steigern. „Die Kampagne ist gut, es sollten aber unbedingt Multiplikatoren in den Stadtteilen eingebunden werden. Das sind etwa Vereine, Moscheen oder andere bekannte Anlaufstellen mit entsprechenden Vertrauenspersonen“, sagt er. Die persönliche Ebene sei wichtig, um möglichst auch Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen zögerten, zu erreichen. Das gelte für das Impfangebot wie jetzt an Erwachsene. „Wenn demnächst aber auch Kinder und Jugendliche geimpft werden können, müssen die Vorbereitungen jetzt beginnen und nicht erst mit der Zulassung. Dann kann man sich nicht erst mit der Frage beschäftigen, wie bestimmte Gruppen erreicht werden“, fordert Zachau.

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