Selig, Madsen und Olli Schulz im Pier 2

Club 100: Bremer Projekt ermöglicht erste Konzerte trotz Lockdown

Das Projekt Club 100 ermöglicht im Pier 2 ab sofort wieder Konzerte. Sie werden live im Internet gestreamt. Sobald die Corona-Situation es zulässt, soll auch Live-Publikum teilnehmen dürfen.
14.01.2021, 16:17
Lesedauer: 2 Min
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Club 100: Bremer Projekt ermöglicht erste Konzerte trotz Lockdown
Von Alexandra Knief

Die Stimmung im Pier 2 könnte kaum besser sein. Auf der Bühne wird gerade das Licht getestet, davor schwebt eine Kamera an einem Kran durch den Raum und fängt das Geschehen von allen Seiten ein. Es liegt eine gewisse Aufregung in der Luft, eine Endlich-geht-es-wieder-los-Stimmung.

Am Donnerstagabend soll hier in der großen Konzerthalle in Gröpelingen mit einer Lesung von Wladimir Kaminer („Russendisko“) der Auftakt einer Veranstaltungsreihe des temporären Club 100 stattfinden – einem nach Angaben der Initiatoren bundesweit bisher einzigartigen solidarischen Clubkonzept, das die Beteiligten am Donnerstag im Detail vorstellten.

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Für den Club 100 haben sich Bremer Clubbesitzer, Veranstalter und der Interessenverband Clubverstärker zusammengetan, um trotz der Corona-Krise Konzerte zu realisieren und somit auch die vielen an derartigen Events beteiligten Gewerke, vom Catering über die Techniker bis hin zum Sicherheitspersonal, wieder in Arbeit zu bringen.

Online Tickets an der Abendkasse

Als Veranstaltungsort dient das Pier 2. Ein großer Teil der Konzerte wird mit bis zu sieben Kameras begleitet und per Live-Stream im Internet übertragen. Interessierte können online Tickets kaufen, „auch noch kurz vor Konzertbeginn an der Abendkasse“, scherzt Christian Tipke von der Bremer Produktionsfirma Sendefähig, die für den Stream verantwortlich ist.

Sofern es das Infektionsgeschehen und die Corona-Verordnung erlauben, werde es später auch möglich sein, vor Live-Publikum zu spielen. Das Hygienekonzept hierzu sei bereits von der Gesundheitssenatorin abgesegnet worden und ließe in vier Stufen je nach Verordnung und Inzidenzzahlen 100 bis irgendwann im Idealfall 521 Zuschauer zu. Die erste Veranstaltung, für die auch Live-Tickets in den Vorverkauf gehen sollen, ist ein Konzert von Pohlmann am 12. Februar. „Sollte die Corona-Verordnung noch kein Publikum zulassen, wird eine einfache Rückerstattung möglich sein“, verspricht Club 100-Projektleiter Gero Stubbe von Koopmann Concerts. „Wir sind darauf vorbereitet, flexibel auf jede Lage zu reagieren.“

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Insgesamt 19 lokale Veranstalter bringen bis Ende Mai mehr als 40 Konzerte auf die Bühne des Pier 2. Auftreten werden kleinere lokale Bands und Künstler wie Grillmaster Flash (6. März), Watch Out Stampede (24. April) oder Someday Jacob (25. Mai). Aber auch erfolgreiche Künstler wie Thees Uhlmann (3. Mai), Olli Schulz (27. Mai), Madsen (8. Mai) oder Selig (13. März). „Wir alle sind froh, für die nächsten Monate wieder eine Perspektive zu haben“, so Pier 2-Betreiber Olli Brock.

Gefördert wird das Projekt durch die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa sowie die Wirtschaftsförderung Bremen mit insgesamt 1,1 Millionen Euro. Senatorin Kristina Vogt hofft, das das Projekt bundesweite Strahlkraft entwickelt, da es im Gegensatz zu vielen anderen Programmen nicht darauf ausgelegt sei, eine anhaltende Schließung zu finanzieren, sondern nach vorne gedacht sei.

Weitere Informationen

Weitere Infos zum Programm sowie Tickets gibt es unter www.club100-bremen.de.

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