Schienenverkehr im Nordwesten

Anfang 2021 wird der Zuschlag erteilt

Nachdem in Oslebshausen Gerüchte über die Ansiedelung einer Bahnwerkstatt kursierten, sind nun Details zu dem Projekt bekannt geworden. Entschieden sei die Standortfrage aber noch nicht, ist auch zu hören.
14.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Anfang 2021 wird der Zuschlag erteilt
Von Anne Gerling
Anfang 2021 wird der Zuschlag erteilt

Noch ist keine Entscheidung zum zukünftigen Standort einer neuen Bahnwerkstatt für das sogenannte Expresskreuz Bremen/Niedersachsen gefallen.

Bernd Settnik

Noch sei keine Entscheidung zum zukünftigen Standort einer neuen Bahnwerkstatt für das sogenannte Expresskreuz Bremen/Niedersachsen gefallen, betont Dirk Altwig, Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen. Wie berichtet sollen ab Dezember 2024 zunächst 33 neue moderne Personenzüge zwischen Osnabrück, Hannover, Norddeich und Bremerhaven fahren. Teil der dazu vor etwa einem Jahr gestarteten Ausschreibung ist eine Werkstatt, in der die neuen Züge dann gewartet, repariert und gereinigt werden.

Den Standort für die in der Ausschreibung mitgeforderte Werkstatt müssten etwaige Bewerber dabei jeweils selber finden, so Altwig: „Unabhängig davon suchen wir außerdem eine Bahngesellschaft, die dann später mit den Zügen fährt.“

Mehrere potenzielle Bewerber hatten sich bei der dafür zuständigen senatorischen Behörde für Wissenschaft und Häfen nach dem früheren Hafenbahn-Areal an der Straße Reitbrake erkundigt. Nachdem in Oslebshausen das Gerücht kursierte, die Ansiedelung der Werkstatt dort sei längst beschlossen, haben sich am Freitag nun Vertreter der LNVG, mehrerer Senatsressorts und des Gröpelinger Beirates über das Projekt ausgetauscht. Das Gespräch sei angenehm und sehr sachlich verlaufen, war anschließend von verschiedenen Seiten zu hören. „Wir haben versucht, überhaupt erst einmal möglichst viel zu dem Projekt rauszukriegen“, so Beiratssprecherin Barbara Wulff (SPD).

Unabhängig vom Standort gebe es seitens der LNVG bei der Auftragsvergabe hohe Vorgaben, was Umweltschutz und Lärmschutz angehe, so Altwig: „Gleise und Weichen müssen so verlegt werden, dass wenig Geräusche entstehen. Und alle Arbeiten, die Lärm erzeugen, müssen in einer Halle, Einhausung oder hinter Lärmschutzwänden erfolgen.“ Auch dürften die neuen elektrischen Züge keine Geräusche verursachen – etwa durch Klimaanlagen – wenn sie abgestellt würden, so Altwig: „Und falls rangiert werden muss, dann nicht mit einer Diesellok, sonder mit einem ebenfalls elektrischen Zuggerät.“

Auch zum Thema Lichtverschmutzung gibt es Auflagen. Demnach soll bei der Werkstatt-Beleuchtung LED-Technik eingesetzt werden, um Störungen von Anwohnern – aber auch von Tieren – möglichst zu vermeiden. In der Ausschreibung enthalten seien außerdem eine Fotovoltaikanlage auf dem Werkstattdach sowie der Betrieb der Waschanlage mit Brauchwasser.

Die Bewerber auf die Ausschreibung sind aufgerufen, im Oktober/November finale Angebote einzureichen. Anfang kommenden Jahres will die LNVG Altwig zufolge den Zuschlag erteilen. Über ein Genehmigungsverfahren werde sichergestellt, dass auch die Interessen von Anwohnern berücksichtigt würden. „Wir nehmen die Beteiligung der Anwohner sehr ernst, deshalb war uns auch wichtig, mit dem Beirat zu sprechen“, so Altwig. Aus wettbewerbstechnischen Gründen sei dies leider erst jetzt möglich gewesen.

Etwa 100 Arbeitsplätze soll die neue Werkstatt ihrem zukünftigen Standort Altwig zufolge bescheren. Die Schwachhauser Werkstatt, in der die Expresskreuz-Züge bisher gewartet werden, komme für die neue Flotte voraussichtlich nicht in Frage: „Nach dem, was wir von den Bietern hören, ist sie zu klein.“ Sollte das Projekt tatsächlich nach Oslebshausen kommen, so steht für Wulff fest: „Dann müssen wir uns darum kümmern, dass der Umweltschutz und der Schutz der Anwohner gewährleistet wird.“

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