Arbeiten im Oslebshauser Park

Feuchtbiotop wird Spielwiese

Seit Januar laufen verschiedene Maßnahmen, um den Oslebshauser Park attraktiver zu machen. Unter anderem soll eine Feuchtwiese zur Spielwiese werden, worüber nicht alle Anwohner glücklich sind.
29.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Feuchtbiotop wird Spielwiese
Von Anne Gerling
Feuchtbiotop wird Spielwiese

Mitte Januar wurde mit den Arbeiten im alten Parkteil begonnen, die Feuchtwiese befindet sich südlich der Schule im neuen Parkteil.

WESER-KURIER

Oslebshausen. Ist die im Oslebshauser Park anstehende Umwandlung einer ökologisch wertvollen Feuchtwiese in eine Spiel- und Liegewiese womöglich gesetzeswidrig? Zu dieser Frage mussten sich kürzlich bei einer gemeinsamen Sitzung der Fachausschüsse für Bildung und Bau die Gröpelinger Ortspolitiker positionieren. Und die taten sich damit durchaus schwer. Manche von ihnen sahen sich nämlich aufgrund der Umstände gezwungen, einem Antrag eine Absage zu erteilen, den sie in der Sache eigentlich richtig finden.

Hintergrund sind die im Januar gestarteten Arbeiten im Oslebshauser Park. Dort werden wie berichtet mit über das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) Gröpelingen eingeworbenen Mitteln verschiedene Bereiche umgestaltet und Wege ausgebaut, um den Park offener und nutzerfreundlicher zu machen und damit auch den Stadtteil insgesamt aufzuwerten.

Kurz nachdem im alten Teil Parkteil an der Oslebshauser Heerstraße die Arbeiten angelaufen waren, erreichte ein Bürgerantrag das Ortsamt. Der Absender: Der frühere Beiratspolitiker Heiko Vogelsang, der forderte, die im neuen südwestlichen Parkteil gelegene Feuchtwiese nicht anzutasten. Dieses Areal – die sogenannten Mattfeldtsche Wiese – sei schließlich Anfang der 1990er Jahre im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan 1847 bewusst als Ausgleich für verloren gegangene naturnahe Flächen dem Park zugeschlagen worden. Laut Bebauungsplan seien an dieser Stelle ausschließlich Maßnahmen zum Schutz oder zur Weiterentwicklung der Natur möglich, unterstreicht Vogelsang: „Das ist hier aber nicht der Fall.“

Anderer Auffassung ist die im Umweltressort angesiedelte Naturschutzbehörde, wie von dort dem Ortsamt schriftlich mitgeteilt wurde. Demnach wurde die Maßnahme dort bewilligt, da die im Bebauungsplan angenommene Bebauung nicht realisiert worden und deshalb auch kein Ausgleich notwendig sei.

Der Umwandlung der Wiese liegt ein Wunsch der Oberschule im Park zugrunde. „Unser Schulhof ist sehr klein und wir suchen immer Flächen zum Spielen“, erklärt Schulleiterin Monika Steinhauer. „Die Wiese grenzt an ein Tor, durch das die Schüler direkt dort hinauf können. Es ist dort aber oft sehr feucht. Wir haben deshalb darum gebeten, die Wiese umzuwandeln.“ Bislang werde das Areal überwiegend als Hundeklo genutzt, ergänzt dazu Steinhauers Kollegin Ilka Töpfer: „Da muss man gucken, wie man damit verfahren möchte.“

Dass in diesem Bereich vermehrt Hunde ihr Geschäft verrichten, kann auch Heiko Vogelsang bestätigen. Mit dem in diesem Areal geplanten neuen Weg werde sich dieses Phänomen womöglich noch verstärken, vermutet er und empfahl eine andere Fläche: „100 Meter weiter ist ein Spielplatz mit einem Fußballfeld und einem Volleyballfeld. Dieser Platz ist eingezäunt, da kann man hervorragend spielen. Möglichkeiten gibt es genug – da muss nicht solch eine wertvolle Fläche vernichtet werden.“

Eine Argumentation, die zum Beispiel Hanspeter Halle (Grüne), Rolf Heide (SPD) und Arndt Overbeck (CDU) gut nachvollziehen konnten – die aber zum falschen Zeitpunkt kommt, wie Martin Reinekehr (SPD) anmerkt: „Das Vorhaben ist uns am 2. Mai 2018 vorgestellt worden. Insofern finde ich es sehr verwunderlich, dass jetzt solche Anträge kommen.“

Angesichts der fortschreitenden Arbeiten im Park beschlossen deshalb die Ortspolitiker, Vogelsangs Protest sowie einen ähnlich lautenden zweiten Bürgerantrag nicht weiterzuverfolgen.

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