Brand im Bremer Industriehafen Löscharbeiten dauern an - Feuer unter Kontrolle

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren haben den Lagerhallenbrand im Bremer Industriehafen unter Kontrolle gebracht. Die Löscharbeiten werden aber noch die ganze Nacht andauern, teilte ein Sprecher mit.
28.04.2020, 13:15
Lesedauer: 3 Min
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Löscharbeiten dauern an - Feuer unter Kontrolle
Von Lisa-Maria Röhling

Weit über die Bremer Stadtgrenzen hinaus war die 200 Meter hohe, schwarze Rauchsäule zu sehen. Der Bereich rund um den Industriehafen war für mehrere Stunden für Autofahrer gesperrt. Auch der Schiffsverkehr auf der Weser musste vorübergehend eingestellt werden. Bei dem Großbrand in einem Lagerhallenkomplex an der Louis-Krages-Straße in Gröpelingen am Dienstagmorgen wurde ein Mensch schwer verletzt.

Gegen 10 Uhr hatte die automatische Brandmeldeanlage des betroffenen Lagerkomplexes Alarm ausgelöst, laut Feuerwehr gingen zudem zahlreiche Notrufe ein. Schon kurz darauf trafen immer mehr Einsatzkräfte vor Ort ein, die Flammen schlugen selbst aus mehreren Kilometern Entfernung gut sichtbar durch den schwarzen Rauch hindurch.

Während Polizei und Feuerwehr das Gebiet bis zum Einkaufszentrum Waterfront weitgehend abriegelten und den Verkehr umleiteten, bemerkten Passanten und Autofahrer in unmittelbarer Nähe des Brandes dessen Ausmaße: Es roch nach Rauch, zeitweise fiel sogar heiße Asche vom Himmel. Die Einsatzkräfte rieten Anwohnern, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klimaanlagen auszuschalten.

Die Löscharbeiten im Bremer Industriehafen werden sich noch den ganzen Mittwoch hinziehen. Da mindestens eine Halle einzusturzgefährdet sei, könne die Feuerwehr nur von außen löschen, sagte ein Sprecher am frühen Mittwochmorgen. „Die Bekämpfung wird sich hinziehen“, erklärte Feuerwehrsprecher Andreas Desczka. Der Schwerverletzte, der mit einer Rauchgasvergiftung und Brandwunden ins Krankenhaus gebracht werden musste, ist nach Angaben der Feuerwehr ein Angestellter der Firma, auf deren Gelände das Feuer ausgebrochen war. Der Brand hatte sich rasend schnell in insgesamt zehn dicht aneinander stehende Lagerhallen ausgebreitet. Holz, Papier und andere Verpackungsmaterialien waren dort gelagert. Ziel am Vormittag war es, die Ausbreitung der Flammen auf sieben weitere Hallen zu verhindern. „Die Herausforderung ist, den Brand zu stoppen“, sagt Desczka. In den Stunden nach dem Ausbruch des Brandes trafen immer weitere Einsatzfahrzeuge an der Brandstelle ein.

Die Feuerwehrleute mussten vor Ort zunächst die Helferinnen und Helfer koordinieren, die auch gegen Mittag noch an der brennenden Lagerhalle eintrafen. „Diese Einsätze sind am Anfang sehr arbeitsintensiv“, sagte Feuerwehr-Sprecher Desczka. Insgesamt seien knapp 150 Einsatzkräfte und 60 Fahrzeuge von vier verschiedenen Bremer Feuerwachen am Brandort gewesen; auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Burgdamm, Blockland, Neustadt, Lehesterdeich, Huchting und Vegesack waren vor Ort. Zeitgleich warnte die Polizei Bremen mit Lautsprecherwagen Anwohner, im Haus zu bleiben. Luftmessungen in der Umgebung ergaben am Nachmittag nach Angaben der Polizei allerdings unbedenkliche Werte.

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Schon nach knapp zwei Stunden hatte sich der schwarze Rauch deutlich aufgehellt. „Die Maßnahmen zeigen Wirkung", sagte der Sprecher. Der Rauch ziehe wegen der günstigen Windrichtung nach Oslebshausen und dann Richtung Blockland ab. Am Nachmittag meldete der Einsatzleiter „Feuer in der Gewalt“, eine weitere Ausbreitung des Brandes war demnach erfolgreich unterbunden.

Allerdings zeigte sich dann auch das ganze Ausmaß des verheerenden Brandes: War Feuerwehr-Sprecher Desczka am Vormittag noch von 15 000 Quadratmetern ausgegangen, die in Flammen standen, korrigierte er diese Zahl am Nachmittag auf die doppelte Größe nach oben, also auf 30 000 Quadratmeter.

Am Nachmittag war der Einsatz für die Feuerwehrleute aber noch lange nicht beendet: Gerade im Innenbereich der Hallen müsse noch gelöscht werden, sagte Desczka. Er ging davon aus, dass der Einsatz noch die gesamte Nacht dauern werde. Die Brandursache sowie der entstandene Sachschaden waren am Abend noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt. Der Industriehafen bleibt am Mittwoch für den Schiffsverkehr gesperrt.

+++ Dieser Text wurde aktualisiert um 21.49 Uhr +++

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