Umsteigepunkt der BSAG

Gröpelinger Depot wird ab Januar umgebaut

Die Baustellenzufahrten sind fertig und sämtliche Abläufe minutiös geplant: Ab Mitte Januar baut die BSAG das Straßenbahndepot in Gröpelingen komplett um. Der Bus- und Bahnbetrieb läuft dabei weiter.
01.12.2019, 17:44
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Gröpelinger Depot wird ab Januar umgebaut
Von Anne Gerling
Gröpelinger Depot wird ab Januar umgebaut

Anders als ursprünglich geplant soll die Umsteigeanlage nun doch überdacht werden. Dem Beirat gefällt das wellenförmige Holzdach.

Lang Hugger Rampp Architekten

Etwa 24 000 Fahrgäste werden ab Mitte Januar vorübergehend aus ihrer allmorgendlichen und abendlichen Umsteige-Routine am Gröpelinger Straßenbahndepot gerissen. Dann nämlich beginnt die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) mit dem Umbau dieser zentralen Verkehrsdrehscheibe zwischen Bremen-Nord und der Innenstadt.

Das Depot wird wie berichtet komplett umgestaltet. Der Werkstattbereich wandert dabei von der Heerstraße an die Stapelfeldtstraße und die Straßenbahn- und Busumsteigeanlage wird parallel zur Heerstraße auf die gesamte Länge des bisherigen Betriebshofs verlegt. Auf dem Areal entsteht außerdem ein neues Gebäude für das Polizeikommissariat West, in das 150 Beamte einziehen sollen.

Während der dreijährigen Umbauphase – die Projektverantwortlichen wollen Anfang 2023 mit allem durch sein – bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Bis auf das Transformatorenhäuschen werden sämtliche alten Gebäude abgerissen, als erstes verschwindet ab 9. Dezember der Kiosk an der Heerstraße.

Über sämtliche Details zu den verschiedenen Bauabschnitten haben am Mittwochabend Projektleiter Rudolf Blome und Verkehrsanlagen-Planer Jürgen Steuer den Bauausschuss des Gröpelinger Beirats informiert. Demnach wird ab Montag, 13. Januar, zunächst die etwa 100 Meter lange Wagenhalle leer geräumt und abgebrochen – was von außen wohl erst ab Februar zu bemerken ist, wenn auch Großgeräte zum Einsatz kommen.

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Bus- und Bahnverkehr läuft weiter

Damit während der Umbaumaßnahme der BSAG-Betrieb weiterlaufen kann, wird dann eine provisorische Haltestelle für Busse und Bahnen an der Debstedter Straße hergerichtet, die im August in Betrieb gehen soll und etwa ein Jahr lang benötigt wird. In dieser Zeitspanne werden Umsteigeanlage, Abstellanlage und die Seitenbereiche der Heerstraße neu beziehungsweise umgebaut. Dabei entstehen an der Heerstraße direkt vor den Haltestellen zwei Carsharing-Plätze, drei Taxi-Plätze, drei Kurzzeit-Parkplätze und eine Fahrrad-Sammelgarage.

Ungemütlicher wird es, wenn anschließend die Gleis-Anschlüsse für die Straßenbahnlinien 2,3, 5 und 10 zwischen Depot und Stapelfeldtstraße beziehungsweise zwischen Depot und Heerstraße erneuert werden. Prinzipiell solle zwar während des Umbaus für den Autoverkehr auf der Heerstraße jeweils eine Fahrbahn frei bleiben, so Steuer. Aber: „Irgendwann müssen wir die Kreuzungen neu machen und haben dort dann zwei Wochen im August eine Vollsperrung.“

Sobald im Herbst 2021 die neue Umsteigeanlage in den Betrieb gegangen ist, wird auf dem Areal zur Hafenrandstraße hin die Abstellanlage neu gebaut. Anschließend geht es an den Bau des viergeschossigen Polizeikommissariats und des benachbarten zweistöckigen BSAG-Betriebsgebäudes. Dieser Komplex wird zur Heerstraße hin eine Fassade aus rotem Klinker und auf der Rückseite zur Stapelfeldtstraße hin eine Alublech-Industriefassade haben. Die Dachflächen – immerhin mehr als 4000 Quadratmeter – werden begrünt, wie es in einer vorhergegangenen Umweltverträglichkeitsprüfung zur Auflage gemacht worden war.

Denn im Zuge der Vorbereitungen mussten kürzlich an der Debstedter Straße zehn kleinere Bäume gefällt werden, für die dort nichts nachgepflanzt werden kann. Stattdessen entsteht dort auf ausdrücklichen Wunsch des Beirats ein Fahrradweg. Vom Depotumbau betroffen sind außerdem eine Spatzenkolonie und eine Schwalbenkolonie: Beide müssen umgesiedelt werden, neue Nistkästen sind bereits an anderer Stelle auf dem Gelände angebracht worden. An der Stapelfeldtstraße sind außerdem schon die Zu- und Abfahrten für die Baufahrzeuge eingerichtet worden; es kann also losgehen. Am anderen Ende der Straßenbahnlinie 2 und 10 in Sebaldsbrück übrigens werden schon seit einiger Zeit die Schienen erneuert und der Betriebshof so hergerichtet, dass übergangsweise dann dort Wartungsarbeiten an den Bahnen ausgeführt werden können.

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Zweite Baustelle auf der Heerstraße

Bevor mit dem Depot-Umbau begonnen wird, können am Sonnabend, 11. Januar, die BSAG-Mitarbeiter vom Fahrdienst und aus der Werkstatt sowie alle interessierten Gröpelinger bei einer kleinen Feier von der Wagenhalle Abschied nehmen, die über Jahrzehnte für sie ein vertrauter Anblick war. In der Halle werden dann auch Pläne zur Neugestaltung gezeigt. Im März und April wird die BSAG parallel zum Depot-Umbau das Heerstraßen-Teilstück zwischen Lindenhofstraße und Depot sperren. Dieser Bereich ist der letzte, in dem die Gleise noch erneuert und verbreitert werden müssen, damit dort die neuen Straßenbahnen fahren können. Der Depot-Umbau eröffnet die Möglichkeit für einen zukünftigen Linienausbau bis nach Oslebshausen.

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