Kinder lernen Hygienregeln

Auch Teddys tragen jetzt Maske

Die Nähmaschinen von Heike Hlawatsch und den Besucherinnen ihrer Nähgruppen im Na' surren weiter: Im Homeoffice ging es an die Maskenproduktion. Miniaturausgaben sollen Kindern Hygieneregeln vermitteln.
17.12.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Auch Teddys tragen jetzt Maske
Von Anne Gerling

Auch die Nähgruppen im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen (Na’) pausieren derzeit gezwungenermaßen. Das heißt aber nicht, dass die Damen um Kursleiterin Heike Hlawatsch ihre Nähmaschinen eingemottet hätten: Sozusagen im Homeoffice wurden Masken für kleine und große Menschen im Quartier kreiert.

Hlawatsch ist in Gröpelingen ein bekanntes Gesicht. Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren unterstützt die gelernte Herrenschneiderin andere dabei, ihre Kenntnisse im Nähen zu verfeinern. Damals gründete sie im Na’ eine Nähgruppe, die sich seitdem einmal wöchentlich trifft, um gemeinsam eigene Kleidung zu entwerfen, kaputte Stoffe zu flicken und nachhaltig „aufzumotzen“. Mit cleveren Ideen werden Materialien umfunktioniert und Kleidungsstücke „upgecycelt“. So kann eine alte Strumpfhose auch schnell einmal als Gummiband für einen Mund-Nasen-Schutz dienen.

Als die Nachfrage nach Nähangeboten stieg, rief Heike Hlawatsch einen zweiten Kurs ins Leben, der damals noch für drei Monate geplant war. Mittlerweile hat sich auch dieser etabliert und läuft bereits seit fünf Jahren. Zuerst war sich Heike Hlawatsch unsicher, ob sie genügend Zeit und Kraft für den zusätzlichen Kurs haben würde, aber durch den kameradschaftlichen und herzlichen Umgang innerhalb der Gruppen zieht auch sie selbst viel Kraft und Energie aus diesen Treffen. „Der gemeinsame Austausch stärkt uns alle und macht mich sehr glücklich, und es ist schön zu sehen, wie rücksichtsvoll alle miteinander umgehen“, so Hlawatsch.

Mehr als 400 Masken genäht

Als sich im April/Mai abzeichnete, dass die Gruppengröße aufgrund von Hygieneauflagen zuerst verkleinert werden musste und einige Monate später gar nicht mehr stattfinden konnte, hatten sie und ihre Teilnehmerinnen schnell neue Ideen, ihre Leidenschaft für das Nähen auszuleben. Allein Hlawatsch und ihre Unterstützerin Monika Harries nähten über 400 Masken für das Nachbarschaftshaus, für Angehörige und Bedürftige. Dies wurde unter anderem auch dadurch möglich, dass Hlawatsch viele Stoffspenden von Menschen erhalten hatte. „Ich möchte allen Spenderinnen und Spendern von Herzen danken und bin absolut begeistert, dass so viele Menschen gespendet haben“, sagt die Herrenschneiderin, die daraufhin zusammen mit ihrer Gruppe noch weitere Ideen entwickelte.

Die Kita im Nachbarschaftshaus (Na’kita), die mehr als 120 Kinder auch während der Corona-Pandemie konstant weiter betreut, war Ziel dieser Ideen und Anstrengungen. Neben Kleidern, Regenmänteln und Hosen mit filigranen Stickereien hier und dort wurden auch Masken im Miniaturformat von den Nähenthusiastinnen hergestellt, um die Puppen in den Kitagruppen neu zu bekleiden. Die Idee war, die Kinder spielerisch an die aktuelle Situation heranzuführen, und die Puppen und Teddys mit kleinen Stoffmasken auszustatten.

Miniaturausgaben für Puppen und Teddys

„Wir haben unzählige kleine Rucksäcke, gefüllt mit Mund-Nasen-Schutzmasken, für unsere Puppen bekommen, die so filigran und mit so viel Liebe zum Detail gearbeitet sind, dass wir erst einmal sprachlos waren“, sagt Na’kita-Leiterin Andrea Torke. „Was sich die Gruppen ausgedacht haben, ist einfach sensationell und wurde von unseren Kindern sofort angenommen und ausprobiert. Dieser Einsatz und die Liebe zum Detail – das zeichnet Heike Hlawatsch einfach aus.“

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