Klärschlammverbrennungsanlage

Lange Liste abzuarbeiten

Um die Abstandsregelungen einhalten zu können, sollen die Einwände der Bürger gegen die geplante Klärschlammverbrennungsanlage am 15. Juli in der Messehalle 7 erörtert werden.
08.07.2020, 17:14
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Lange Liste abzuarbeiten
Von Anne Gerling
Lange Liste abzuarbeiten

Viele Oslebshauser lehnen die geplante Anlage ab.

BI Oslebshausen und umzu

Industriehäfen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens der von der Kenow GmbH & Co. KG („Klärschlammentsorgung in Nordwestdeutschland“) am Industriehafen geplanten Klärschlammverbrennungsanlage sind bis zum 25. Juni offenbar rund 70 Einwendungen von Bürgern und Anwohnern bei Bremens Gewerbeaufsicht eingegangen.

Aus Platzgründen ist deshalb der ursprünglich im Bürgerhaus Oslebshausen anberaumte Erörterungstermin am Mittwoch, 15. Juli, um 9 Uhr, nun in Halle 7, Findorffstraße 101, verlegt worden.

Die Veranstaltung, bei der die Einwendungen nun behandelt werden sollen, ist öffentlich. Wer daran teilnehmen möchte, ist dazu aufgerufen worden, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Aufgrund der Anzahl der eingegangenen Beschwerden könnte die Veranstaltung womöglich mehrere Stunden dauern.

„Es freut uns, dass es eine so große Resonanz gibt“, sagt Dieter Winge von der Bürgerinitiative (BI) Oslebshausen und umzu, die das Vorhaben entschieden ablehnt. Sie befürchtet durch die Anlage zusätzlichen Lärm, Verkehr und Geruchsbelästigungen für die ohnehin schon stark belasteten Bewohner Oslebshausens. Dies werde gesundheitliche Beeinträchtigungen und auf lange Sicht sogar Wertminderungen ihrer Häuser und Grundstücke zur Folge haben. Durch den Großbrand am 28. April im Industriehafen sehen sich Gegner der Anlage in ihrer Position bestärkt, dort keine weiteren belastenden Betriebe mehr anzusiedeln.

Mittlerweile hat die BI einen Sachverständigen hinzugezogen, gleich mehrere ihrer Mitglieder haben bei der Gewerbeaufsicht Einwendungen eingereicht. Außerdem hat die BI zwei Petitionen bei der Bremischen Bürgerschaft auf den Weg gebracht, mit denen sie eine Änderung der Bauleitplanung am Industriehafen erwirken und alternative Verfahren der Klärschlammbehandlung prüfen lassen will. Die BI hofft, mit ihren Einwendungen erfolgreich zu sein, so Winge: „Es gibt in den Unterlagen ja ein paar Ungereimtheiten.“

Die von Hansewasser, Oldenburgisch-Ostfriesischem Wasserverband (OOWV), SWB Erzeugung und EWE Wasser im März 2018 gegründete Kenow GmbH & Co. KG hatte sich im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens mit Vertretern der BI getroffen und ihr sämtliche Unterlagen zur Verfügung gestellt. Sie informiert unter www.kenow-nordwest.de über die Anlage und die thermische Klärschlammverwertung. Das Unternehmen plant, die Anlage auf dem Gelände des SWB-Kraftwerks Häfen ab März 2022 in Betrieb zu nehmen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+