Ärger um Baumaßnahme

Die Kommunikation bleibt holperig

Während nach Modernisierungsarbeiten an der Selsinger Straße die Diskussion um eine angemessene Entschädigung weitergeht, gibt es dort nun eine neue Beschwerde zum Thema schlechte Kommunikation.
05.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Die Kommunikation bleibt holperig
Von Anne Gerling
Die Kommunikation bleibt holperig

Die Baugerüste sind weg: Nach etwa 15 Monaten stehen die Modernisierungsarbeiten an der Selsinger Straße nun kurz vor dem Abschluss.

Roland Scheitz

Schlecht informiert und nicht ausreichend entschädigt fühlen sich weiterhin einige Mieter der Vonovia an der Selsinger Straße, wo seit Mai 2019 sechs Gebäudekomplexe mit insgesamt 152 Wohnungen modernisiert worden sind.

Mehr als 60 Mieter hatten wie berichtet Anfang Februar mit einer Unterschriftenaktion für die ihnen durch die Großbaustelle entstandenen Unannehmlichkeiten eine Entschädigung gefordert. Die Vonovia hat zwischenzeitlich an alle Mieter eine Einmalzahlung von 250 Euro geleistet, was nicht allen Unterzeichnern ausreichend erscheint, wie das Mietkomitee der 2017 gegründeten Stadtteilgewerkschaft „Solidarisch in Gröpelingen“ mitteilt. Nachdem ein für März geplantes Gespräch coronabedingt abgesagt werden musste, habe auf Nachfrage im Sommer allerdings keiner der Mieter weiteren Gesprächsbedarf angemeldet, sagt Vonovia-Sprecherin Panagiota Alexiou.

Während die Bauarbeiten nun kurz vor dem Abschluss stehen, sind neue Beschwerden zu hören: An einem Freitag Mitte Oktober war den Bewohnern eines Acht-Parteien-Hauses per Aushang im Treppenhaus mitgeteilt worden, dass ab dem darauffolgenden Montag vorübergehend ihr Hauseingang gesperrt sei, da dort eine Rampe für Rollatoren angebaut werde. Für die Bewohner hatte dies zur Folge, dass sie während der etwa dreitägigen Bauarbeiten ihr Haus nur durch den Fahrradkeller des Nachbarhauses verlassen und betreten konnten. Er habe sich deshalb mit seiner Partnerin darüber abstimmen müssen, wann wer das Haus verlasse und wieder zurückkomme, schildert ein Mieter: „Weil wir nur einen Schlüssel haben. Der passt aber nicht in alle Türen – wenn jemand aus Versehen eine der Kellertüren zu macht, kommen wir gar nicht mehr hinaus.“

Überraschenderweise sei außerdem der Hauseingang erst eine Woche später als auf dem Aushang angekündigt war gesperrt worden, so der Mieter weiter: „Es hat uns nämlich leider keiner Bescheid gesagt, dass erst mal im Nachbarhaus angefangen wird. Es ist auch keiner vorbeigekommen und hat uns aufgeklärt und mal ein bisschen was Genaueres erzählt oder zum Beispiel einen zweiten Kellerschlüssel verteilt.“

Der Wunsch nach Rampen an zwei Hauseingängen sei von Mietern gekommen, sagt dazu der für Bremen verantwortliche Vonovia-Regionalbereichsleiter Timm Tebbe, der auf andere Stimmen verweist: „Wir haben zu der Maßnahme auch viele positive Rückmeldungen bekommen.“ Tatsächlich seien die Arbeiten sehr kurzfristig anberaumt worden, da sich Handwerker-Kapazitäten ergeben hätten: „Wir wollten es so schnell wie möglich umsetzen. Auch, um nicht in die Frostperiode zu kommen und die Arbeiten dann wieder unterbrechen zu müssen.“ Da das Problem mit den Schlüsseln bekannt gewesen sei, habe der zuständige Objektbetreuer im Vorfeld bei allen Parteien geklingelt, so Tebbe: „Die Hälfte haben wir erreicht, die brauchten keine Schlüssel.“ Eine Bewohnerin habe sich am Montagmorgen gemeldet: „Mittags hatte sie den Schlüssel.“

Bei ihm habe niemand angerufen, ergänzt Vonovia-Quartiersmanager Martin Rohde, der die Baumaßnahmen begleitet hat: „Alle Mieter haben meine Nummer. Es ist wichtig, uns Bescheid zu geben, damit wir Probleme möglichst vorab klären können.“

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