Machbarkeitsstudie zum Erweiterungsbau

Oberschule im Park: Neubau im Wäldchen ist möglich

Es hat lange gedauert, doch nun liegt eine Machbarkeitsstudie zum Erweiterungsbau der Schule im Park vor, die um einen weiteren Klassenzug wachsen möchte. Und tatsächlich: Das ist machbar!
12.02.2021, 15:24
Lesedauer: 4 Min
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Oberschule im Park: Neubau im Wäldchen ist möglich
Von Anne Gerling

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass der Gröpelinger Beirat für einen Erweiterungsbau und eine neue Sporthalle für die Oberschule im Park aus fünf möglichen Standorten genau jenes Grundstück als Wunsch-Standort herauspickte, das aus planerischer Sicht am ungeeignetsten erschien: Das kleine Wäldchen, das nordwestlich an den Oslebshauser Park anschließt.

Hintergrund ist, dass in der Oberschule im Park mit dem Wechsel von der Dreizügigkeit zur Vierzügigkeit zukünftig 500 statt aktuell 380 Schüler unterrichtet werden sollen. Außerdem benötigt die Einrichtung einen Ersatz für die abgebrannte Sporthalle, idealerweise sollte dies eine Drei-Feld-Halle sein.

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Als problematisch war das Wäldchen seinerzeit aus verschiedenen Gründen bewertet worden: der Boden gilt als belastet, die Erschließung als schwierig – und auch das Thema Artenschutz lag nahe. Nun liegt eine Machbarkeitsstudie vor, und Schulbau-Koordinator Götz Brinkmann konnte kürzlich dem Bildungsausschuss des Gröpelinger Beirats mitteilen: „Wir sehen: Es ist machbar.“

Eine zurückhaltende Lösung

Allerdings seien im Zuge der Trägerbeteiligung „gewisse Widerstände“ zu bewältigen gewesen, so der bei Immobilien Bremen (IB) zuständige Projektleiter Jan-Uwe Frers. So hätten sich Grünordnung und Verkehrsordnung definitiv gegen eine Zuwegung durch den Park ausgesprochen. Auch gebe es in dem Areal etliche geschützte Bäume. Aber, so Frers: „Wir haben eine zurückhaltende Lösung gesucht und alle Einwendungen berücksichtigt.“ Christian Buck vom Architekturbüro Gruppe GME, das von der Stadt mit einer städtebaulichen Vorkonzeption beauftragt worden war, ergänzt: „Unser Ziel war es, möglichst viele Bäume zu erhalten und bei einem möglichst geringen Fußabdruck und einer möglichst geringen Höhe trotzdem das angestrebte pädagogische Konzept und eine Drei-Feld-Halle zu ermöglichen, sodass dort viel Sport getrieben werden kann.“

Konkret sieht der Vorentwurf drei Anbau-Steine vor, nämlich kleinere Anbauten an Hofmeierhaus und Villa Agathe sowie einen Neubaukomplex in der östlichen ,Hälfte des Wäldchens mit einer Besonderheit: Eine im Boden eingelassene Sporthalle, auf die Trakte mit Klassenzimmern und Differenzierungsräumen gesetzt werden.

Ins Hofmeierhaus soll die Verwaltung einziehen

Die Villa soll durch ein zweites Treppenhaus mit Aufzug barrierefrei werden und eine Mensa bekommen, das Hofmeierhaus könnte mit einem eingeschossigen Anbau in Richtung Park zum Entrée der Schule werden, in das die Verwaltung einzieht. Damit Neubau und Bestandsgebäude räumlich zu einem Schulcampus zusammenwachsen können, werde außerdem das Wegedreieck im Park vor dem Schulgrundstück schöner gemacht, so Frers. Zufahrtsstraße würde demnach die Straße Am Alten Sportplatz, an der auch die vorgeschriebenen 15 Pkw-Stellplätze eingerichtet werden sollen.

Optimistisch geschätzt könnte aus Sicht der Planer alles zum Schuljahr 2025/26 fertig sein. Als nächstes stehen das Bebauungsplanverfahren und ein Architekten-Wettbewerb auf der Grundlage des Vorentwurfs an. Eine weitere Beteiligung von Beirat und Öffentlichkeit wird dabei Brinkmann zufolge möglich sein.

Nicht alle Anwohner sind glücklich mit der Lösung

Einige Punkte sprachen die Anwohner jetzt schon an. Viele Eltern steuerten regelmäßig mit ihren Autos die Schule über den Menkenkamp an, und Lehrer parkten dort, schilderte etwa Anwohner Heiko Vogelsang: „Und ich sehe nicht, dass sich das mit dieser Planung ändert – sondern, dass es sich eher noch verstärkt.“ Er plädierte deshalb eindringlich für eine andere Lösung: „Die Straße, die beim Bunker von der Heerstraße in den Park führt, war immer schon die Zuwegung für das Gebiet. Das heißt für mich, dass man diese Straße jetzt so herrichtet, dass sie die Zuwegung ist. Das Ziel muss sein, den gesamten Verkehr so weit wie möglich über diese alte Anliegerstraße zuführen.“

Verkehrszählungen im Menkenkamp hätten keine auffällig hohen Werte ergeben, sagt dazu Frers: „Und der Weg am Bunker ist keine Straße, sondern ein Unterhaltungsweg.“ Sicherlich werde aber Am Alten Sportplatz der Verkehr zunehmen – zumal dort auch das Sozialwerk der Freien Christengemeinde noch bauen werde.

Ortsbildprägendes Hofmeierhaus im Originalzustand erhalten

Der Weg zwischen Bunker und Schule sei Bestandteil des Parks, der aktuell mit Mitteln über das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) Gröpelingen als ein Höhepunkt an der Heerstraße frisch hergerichtet werde, gab wiederum Anwohnerin Marina Grünewald zu bedenken: „Das zur Zufahrt zu machen, hielte ich für einen fatalen Fehler.“ Das Hofmeierhaus wiederum sei ortsbildprägend für den Park und sollte ihrer Ansicht nach deshalb unbedingt im Originalzustand erhalten bleiben.

„Den Vorbau am Hofmeierhaus finden wir aus schulischer Sicht sehr gut. Es verfällt vor unseren Augen, und das ist eine sehr gute Möglichkeit, es wieder herzurichten. Ich würde das sehr unterstützen“, betonte hingegen Schulleiterin Monika Steinhauer.

Info

Zur Sache

Park, Villa, Hofmeierhaus und Schule

Der Oslebshauser Park ist aus einem 1866 von Cord Hinrich Haake, Mitbegründer der Brauerei Beck & Co, gegründeten Landgut mit Wald und Teichen an der Chaussee in Oslebshausen hervorgegangen. Das von Haake ursprünglich dort errichtete Gebäude ließ der spätere Besitzer, der Bremer Kaufmann und Industrielle Wilhelm August Korff, 1891 abreißen und stattdessen auf einem kleinen Hügel eine neue Villa mit Walmdach und Türmen errichten: Das Korff’sche Landhaus, auch Villa Agathe genannt. Das zweigeschossige Landhaus diente der Familie Korff als Sommerresidenz und wurde von einem Gutsverwalter gepflegt, der im benachbarten Hofmeierhaus wohnte – einem Fachwerkgebäude im Schweizerhausstil, das zwar nicht denkmalgeschützt aber bis heute nahezu im Originalzustand erhalten ist.

Korff starb am 25. August 1914, später erwarb die Stadt das Korff’s Holz genannte Gelände und machte es der Öffentlichkeit als Park zugänglich. Nach wochenlangen Arbeiten zogen am 14. Januar 1953 elf Klassen mit 240 Schülerinnen und Schüler in das ehemalige Herrenhaus ein – die abwechselnd auch in einer anderen Schule unterrichtet wurden. „Zwar wurde in diesem Gebäude schon seit 1945 unterrichtet, jedoch in dunklen Räumen mit kleinen Fenstern und Ofenheizung“, berichtete damals der WESER-KURIER. Hieraus ging nach etlichen An- und Ausbauten im Sommer 2011 die Oberschule im Park hervor.

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