Klärschlammverbrennungsanlage

Oslebshauser halten an ihrem Protest fest

In Oslebshausen wird weiter über die geplante Klärschlammverbrennungsanlage am Industriehafen diskutiert. Das Genehmigungsverfahren soll im Oktober starten, die Anwohner hoffen das Vorhaben noch zu stoppen.
15.09.2019, 21:30
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Oslebshauser halten an ihrem Protest fest
Von Anne Gerling
Oslebshauser halten an ihrem Protest fest

Am Industriehafen soll eine Klärschlammverbrennungsanlage entstehen. Anwohner versuchen dies noch zu verhindern.

Karsten Klama

Trotz Regen: Mit selbst gemalten Transparenten empfingen am Mittwochabend kämpferisch gestimmte Oslebshauser die Vertreter der Kenow GmbH & Co KG vor dem Bürgerhaus. Die Gäste, die sich ihren Weg durch das Protest-Spalier bahnen mussten, stellten an diesem Abend dem Gröpelinger Beirat und der Öffentlichkeit Details zu der Klärschlammverbrennungsanlage vor, die sie am Industriehafen errichten wollen. Anfang Oktober wollen die Verantwortlichen den Genehmigungsantrag bei der Gewerbeaufsicht einreichen.

In Oslebshausen ist das Interesse an dem Vorhaben groß, wie der bis auf den letzten Platz besetzte Saal bewies. Aber auch die Vorbehalte dagegen: Insbesondere befürchten Anwohner gesundheitliche Beeinträchtigungen durch zusätzliche Umweltbelastungen. „Genug ist genug“, unterstreicht auch die im Mai 2018 gegründete Bürgerinitiative (BI) Oslebshausen und umzu. Da sich nur wenige Hundert Meter Luftlinie von Oslebshausens Wohnbebauung bereits etliche Müll verarbeitende Betriebe befinden, lehnt sie dort jede Neuansiedlung entsprechender Unternehmen entschieden ab. Die Anlage sei dringend notwendig, erfülle alle gesetzlichen Auflagen und verbessere die CO2-Bilanz am Standort auf dem SWB-Gelände, hält das Betreiber-Konsortium „Klärschlammentsorgung in Nordwestdeutschland“ (Kenow) dagegen.

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Soweit der Hintergrund, vor dem Ortsamtsleiterin Ulrike Pala vorsorglich allgemein um Contenance bat. So gab es am Ende des Abends von allen Seiten Lob für die sachliche Diskussion, bei der sich alle Beteiligten gehört fühlten. „Wir hatten das Gefühl, dass wir zur Verminderung der Sorgen und Ängste beitragen konnten“, sagt etwa Hansewasser-Sprecher Oliver Ladeur.

Der Beirat hat sich noch nicht positioniert, er wartet das Genehmigungsverfahren ab, zu dem auch die Beteiligung der Öffentlichkeit gehört. Ein Beiratsmitglied fand dann aber doch deutliche Worte: der BI-Mitbegründer und Vorsitzende der Oslebshauser SPD Rolf Vogelsang. „Es gibt ein Recht auf Gesundheit, dazu gehört gute Luft und eine gesunde Umwelt. Nach der Bremischen Landesverfassung steht der Mensch im Mittelpunkt und hat Vorrang vor der Technik“, unterstrich er unter dem Applaus des Publikums und rief dazu auf, mit vereinten Kräften die Bürgerschaft von dieser Sichtweise zu überzeugen.

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