Herkulesstaude

Groß und giftig

Kleingärtner im Bremer Westen sind besorgt: Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, breitet sich im Parzellengebiet In den Wischen aus. Der Saft der Pflanze kann Verbrennungen verursachen.
25.06.2020, 05:14
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Groß und giftig
Von Anne Gerling
Groß und giftig

Gleich hinter dem Zaun zwischen dem Kinderspielplatz des Kleingartenvereins Waller Marsch und dem benachbarten Graben steht der Riesenbärenklau in voller Blüte.

Roland Scheitz

Auch in diesem Sommer führt Rolf Heide, Leiter der Interessengemeinschaft Gröpelingen-Oslebshausen beim Landesverband der Gartenfreunde, wieder etliche Gespräche mit Kleingärtnern im Bremer Westen, denen eine bestimmte Pflanze große Sorgen macht: Der Riesenbärenklau. Die auch als Bärenkralle, Herkulesstaude oder Herkuleskraut bekannte Pflanze, die bis zu fünf Meter hoch werden kann, breitet sich immer mehr im Kleingartenpark In den Wischen aus. Das Gefährliche daran: Der Pflanzensaft enthält Furanocumarine, die, vor allem in Kombination mit Sonnenlicht, schmerzhafte Rötungen und große Quaddeln hervorrufen können, die Verbrennungen dritten Grades gleichen.

Auf einer Wiese zwischen Waller-Marsch-Weg und Maschinenfleet wuchert das Doldengewächs und ist dem Weg dabei schon sehr nahe. Nur wenige Schritte, und man stünde inmitten der hübsch weiß blühenden übermannshohen Pflanzen. Einen Zaun oder auch Schilder, die auf die Gefahr hinweisen, gibt es nicht. Die Wiese grenzt direkt an den Kinderspielplatz des Kleingartenvereins Waller Marsch. Dementsprechend große Sorgen macht sich Heide. Einige Parzellisten befürchten außerdem, dass der Riesenbärenklau sich mit dem Samenflug demnächst bis in ihre Gärten ausbreiten könnte. Auch auf einer Wiese weiter vorne am Waller-Marsch-Weg ist die Doldenpflanze gesichtet worden.

Anfangs hatten die benachbarten Vereine noch selbst versucht, die Pflanzen zu entfernen, erzählt Heide: „Aber dann wurde es uns zu gefährlich.“ Um ihn komplett loszuwerden, müsste der Riesenbärenklau dabei wohl ausgebuddelt werden.

Seit September bemüht sich Heide deshalb darum, Immobilien Bremen (IB) als mutmaßliche Eigentümerin der Flächen beziehungsweise den Umweltbetrieb Bremen (UBB) als Grünflächen-Dienstleister der Stadt an seine Seite zu bekommen. Das gestaltet sich aber schwierig, da offenbar die Zuständigkeiten unklar sind. Bislang wisse man nicht, um welche Flächen es sich konkret handele, sagt IB-Sprecher Peter Schulz, der unterstreicht: „Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter, denn wir wissen aufgrund vieler Erfahrungen, wie gefährlich Riesenbärenklau ist.“

Eine gute Nachricht zu der knapp zwei Hektar großen Wiese zwischen Waller-Marsch-Weg und Maschinenfleet hat schließlich Lisa Hübotter, die beim Fachbereich Grünordnung in der Umweltbehörde das Projekt „Green Urban Labs – Grüner Bremer Westen“ betreut. Ihr zufolge ist der Vertrag mit dem Pächter – der sich verpflichtet hatte, die Herkulesstaude zu entfernen – gekündigt worden. Die Fläche werde demnächst gemäht, im kommenden Jahr sollen dort als Kompensation für eine Baumaßnahme ein Feuchtbiotop und eine Streuobstwiese entstehen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+