Müllvermeidung Gelbes Team mit gutem Ruf

Seit ihrem Start im Mai 2018 haben sich die Nordbremer „Umweltwächter“ einen sehr guten Ruf erarbeitet. In Gröpelingen denkt nun der Beirat darüber nach, das Projekt eventuell auch dort zu etablieren.
05.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Gelbes Team mit gutem Ruf
Von Anne Gerling

Ist das Nordbremer „Umweltwächter“-Projekt auf Gröpelingen übertragbar, wo sich Ortsamt, Beirat, der Präventionsrat, der Quartier-Service der Gröpelinger Recycling Initiative (Gri) und etliche andere Einrichtungen und Akteure seit Jahren darum bemühen, der Vermüllung des Stadtteils die Stirn zu bieten?

Das wollte nun der Fachausschuss „Arbeit, Wirtschaft, Umwelt und Häfen“ des Gröpelinger Beirats von Holger Degwitz wissen, der beim Projekt-Träger Arbeit und Lernzentrum (alz) den Bereich Integrationsförderung, Aus- und Weiterbildung leitet.

Ihm zufolge sind aktuell 13 Umweltwächter – darunter zwei Frauen – täglich auf den Straßen in Burglesum, Vegesack und Blumenthal unterwegs, um die Bürger für einen bewussteren Umgang mit Abfällen im öffentlichen Raum zu sensibilisieren, sie anzusprechen und dazu anzuregen, die Umwelt sauber zu halten.

Dabei sammeln die an ihrer gelben Arbeitskleidung gut zu erkennenden Umweltwächter auch selbst herumliegenden Müll auf: Ganze 67,5 Tonnen waren es in den Monaten Mai bis Dezember 2018.

2018 war das Projekt über das Landesprogramm „Perspektive Arbeit: Öffentlich geförderte Beschäftigung für 500 Langzeitarbeitslose im Land Bremen (Lazlo)“ gestartet, mittlerweile sind die Umweltwächter bei Bremens Personaldienstleistungsbetrieb Performa Nord angestellt und werden über das Beschäftigungsprogramm Teilhabe am Arbeitsmarkt nach § 16i SGB II vom Jobcenter gefördert. Bei diesem Programm können Langzeitarbeitslose mitmachen, die mindestens sieben Jahre arbeitslos gewesen sind und sechs Jahre davon Leistungen empfangen haben.

Teilnehmer zu finden, ist Degwitz zufolge nicht ganz einfach – die Vorbehalte beim Thema Müll seien groß. Dabei werde die Arbeit der Umweltwächter von der Öffentlichkeit sehr positiv gesehen: „Die Umweltwächter haben sich mittlerweile einen sehr guten Ruf erarbeitet.“

Degwitz zufolge haben alle Umweltwächter eine Ersthelfer-Ausbildung und sind stets im Team unterwegs: „Es hat sich bewährt, dass sie nie alleine laufen.“ Dabei gebe es feste Routen und in Absprache mit den Ortsämtern wechselnde Schwerpunkte, etwa nach Großveranstaltungen wie dem Hafenfest oder Sommer in Lesmona.

Im Zusammenhang mit dem Projekt seien vorab verschiedene Aspekte zu bedenken. So brauche man einen Standort als Materiallager, Pausenräume, Toilettenmöglichkeiten, Geräte, Arbeitsbekleidung und Müllbeutel sowie ein Fahrzeug, mit dem größere Müllmengen abtransportiert werden könnten. In Bremen-Nord steuern die Beiräte Globalmittel für das benötigte Material bei.

Sollten auch im Westen Umweltwächter etabliert werden, so empfiehlt Degwitz auch dort einen stadtteilübergreifenden Einsatz und hat dazu gleich noch einen Tipp: Zum Jahresanfang sollen bei Performa Nord weitere Stellen geschaffen werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+