Kleiner Rahmen

Saison startet mit einem Sitzkonzert

Emanuel Jahreis und Band präsentieren neue deutsche Titel im Bürgerhaus Mahndorf – Programm bleibt eingeschränkt
03.09.2020, 11:06
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Chantal Moll
Saison startet mit einem Sitzkonzert

Stephan Werner (von links), Maximilian Suhr und Emanuel Jahreis stellten bei der Record-Release- Party im Bürgerhaus Mahndorf ihre neuen Lieder mit deutschen Texten vor.

PETRA STUBBE

Drinnen statt draußen präsentierte sich die Band um Emanuel Jahreis am Wochenende im Bürgerhaus Mahndorf. Stephan Werner am Kontrabass und Maximilian Suhr am Schlagzeug begleiteten Sänger Jahreis auf der Bühne. Damit machte das Trio den Auftakt der Kulturveranstaltungen im Bürgerhaus, seit Beginn des Lockdowns konnte die Einrichtung solche Abende und Nachmittage nicht mehr anbieten.

Von 55 Plätzen waren 35 bei dem Sitzkonzert belegt. „Das mag so nicht jeder“, sagt Geschäftsführer Till Locher über das Format. Für das Bürgerhaus sei es eine Besonderheit, nicht alle Plätze belegt zu haben. Konzerte seien eigentlich ein Anlass zur Geselligkeit. Die Corona-Maßnahmen lassen das derzeit nicht zu. Es sei schon etwas anderes, nicht singen oder tanzen zu können und sitzen bleiben zu müssen. „Diejenigen, die da waren, waren aber begeistert und hatten Spaß“, freut sich Locher. Aufgrund der fortlaufenden gesetzlichen Änderungen sei es schwierig gewesen gerade solche Veranstaltungen wie Konzerte zu planen. Das Trio um Sänger Emanuel Jahreis sagte den Termin spontan zu, sodass das Bürgerhaus alles kurzfristig planen konnte. „Das Konzert sollte ein Trost für alle ausgefallenen Termine sein“, sagt Locher.

Den Auftritt im Bürgerhaus nutzte Emanuel Jahreis, um sein neues Album vorzustellen, das er während des Lockdowns mit seinem Bandkollegen und Schlagzeuger Maximilian Suhr produzierte. Unter dem Titel „Eins wirst du nie erleben!“ bietet die neue CD sieben Titel. Damit veröffentlicht der Sänger sein bisher siebtes Album und singt diesmal auf Deutsch statt wie sonst auf Englisch. „Der Boogie Woogie und Rock ist sehr amerikanisiert“, sagt Jahreis. Mit seinen sonst englischen Texten ziehe der Sänger eher älteres Publikum an. „Boogie Woogie und Rock ’n’ Roll ist natürlich eher etwas für die ältere Generation.“ Die deutschen Lieder sorgten dafür, dass auch Mittzwanziger bei dem Konzert im Bürgerhaus dabei waren, vermutet der Sänger.

Die neuen Lieder seien aus dem Leben gegriffen, etwas autobiografisch und erzählen eine Geschichte. „Sonntag ist dann so der Tag, an dem man mit Jogginghose auf dem Sofa sitzt und Netflix schaut“, berichtet Jahreis. Auf Deutsch sei das Publikum vielleicht schneller dabei als auf Englisch, weil jeder den Text verstehe. Seine Musik sei überwiegend ironisch und mit einem Augenzwinkern zu verstehen. „Ich mag es, wenn die Leute lachen und Spaß haben“, sagt der Musiker.

Während des Lockdowns sei es schwierig für die Band gewesen, wie auch für die gesamte Veranstaltungsbranche. Deshalb findet sich auf dem neuen Album auch ein aktueller Song unter dem Titel „Wir sind immer noch für euch da“. Er erzählt etwas von dem Tagesablauf der Musiker. Obwohl bei dem Konzert im Bürgerhaus niemand tanzen durfte, sei es schön gewesen, wieder Applaus zu bekommen. Aber auch ungewohnt, das Publikum nicht tanzen zu sehen. In den vergangenen Monaten habe die Band teilweise über ihre Social-Media-Kanäle Konzerte gespielt. Das sei jedoch etwas ganz anderes. „Wenn der Song vorbei ist, bekommt man einfach keine Rückmeldung.“ Jetzt hofft der Sänger in Bezug auf die aktuellen Auflagen für Veranstaltungen, „dass es so bleibt und nicht wieder zurückgeht“.

Auch Bürgerhaus-Geschäftsführer Till Locher hofft auf weitere Kulturveranstaltungen. Doch festzurren könne das Bürgerhaus derzeit nichts. „Es gibt immer noch keine Planungssicherheit.“ Normalerweise plane das Bürgerhaus für ein Jahr im Voraus und drucke Veranstaltungsflyer für ein zwei- bis drei-monatiges Programm. Das werde noch auf sich warten lassen müssen. Das Bürgerhaus wolle für die nächste Zeit eher auf die digitalen Medien zurückgreifen. Auch die Tanztees müssen vorübergehend ausfallen. „Es ist ja vor allem der Reiz daran, neue Leute kennenzulernen. Mit den Abstandsregeln geht das einfach nicht“, sagt Locher. Gerade mit den wechselnden Tanzpartnern sei es schwierig. Chorveranstaltungen werde das Bürgerhaus ebenfalls erst mal nicht veranstalten. Dafür konzentriere Locher sich auf Veranstaltungen wie am vergangenen Sonnabend. „Wir werden eher kleine Konzerte veranstalten. Es ist wichtig, dass alle einen festen Sitzplatz haben.“

Das Bürgerhaus-Team will optimistisch bleiben und das machen, was sich mit den Hygienevorschriften vereinbaren lasse. „Wir werden erst mal im kleinen Rahmen bleiben müssen“, sagt Till Locher.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+